Guide: So machen Sie Ihr Smartphone kindersicher

Hartmut Schumacher 7. November 2015 0 Kommentar(e)

Kinder komplett von Smartphones und dem Internet allgemein fernzuhalten, das ist ab einem gewissen Alter weder möglich noch sinnvoll. Allerdings müssen sich Eltern die Zeit nehmen, ihren Sprösslingen den richtigen Umgang mit digitaler Technik beizubringen – genauso wie sie ihnen beibringen, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten und mit ihrem Taschengeld vernünftig umzugehen. Experten raten, Kinder bis zum Alter von etwa sechs Jahren nicht mit Internet-Zugangsgeräten alleine zu lassen, sondern das Internet gemeinsam zu erkunden. Da dieses Szenario jedoch nicht immer realistisch ist, können Sie zu technischen Hilfsmitteln greifen, um Ihren Kindern das Verwenden eines Smartphones zu erlauben, ohne dass sie psychische Schäden davontragen oder aber durch unerlaubte Online-Käufe Löcher in die Haushaltskasse reißen.

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DIE TOP-3-GEFAHREN

Abzocke

Kinder lassen sich wesentlich leichter als Erwachsene dazu verleiten, in Spielen per In-App-Kauf Geld auszugeben. Hinzu kommt das Risiko, durch das Reagieren auf betrügerische Nachrichten oder Web-Sites Kaufverträge einzugehen oder kostenpflichtige Abonnements abzuschließen.

Sex und Gewalt

Erwachsene kommen in der Regel mit der bildlichen Darstellung von sexuellen oder gewalttätigen Inhalten gut zurecht. Bei Kindern sieht dies jedoch ganz anders aus. Hinzu kommt die Gefahr, dass Kinder ab einem bestimmten Alter in die Versuchung geraten können, anzügliche Fotos von sich selbst zu verschicken oder zu posten.

Das ist noch längst nicht alles…

… denn an zusätzlichen Gefahren gibt es unter anderem Cyber-Mobbing, rechtsextremistische Propaganda und Verherrlichung von Essstörungen. Ganz zu schweigen davon, dass Kinder beim Datenschutz und bei der Wahrung der Privatsphäre meist zu unerfahren und daher zu vertrauensselig sind.

 

1) Auswahl beschränken

Sie können recht leicht verhindern, dass Ihre Kinder Apps starten, die unangemessene Inhalte bieten oder Kosten verursachen können.

Mit Hilfe der App „Kids Place“ können Sie auf Android-Smartphones einen sicheren Bereich einrichten, in dem ausschließlich diejenigen Apps zur Verfügung stehen, die Sie für Ihr Kind ausgewählt haben.

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Nach dem ersten Start der App tippen Sie die Schaltfläche „Definieren Sie eine PIN“ an. Legen Sie dann eine vierstellige Geheimzahl (PIN) fest, die Sie später benötigen, um die Sperrung der Apps aufzuheben. Beenden Sie das Eingeben der Geheimzahl durch Antippen der Schaltfläche „PIN aktualisieren“.

Tippen Sie anschließend auf die Schaltfläche „Hometaste sperren“ und schalten Sie im Fenster „Einstellungen“ die Option „Hometaste sperren“ ein.

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Damit verhindern Sie, dass Ihr Kind durch Betätigen der Startseiten-Taste auf eben diese Startseite gelangen und dort unkontrolliert Apps aufrufen kann. Zurück im Hauptfenster der App tippen Sie auf die Schaltfläche „Anwendungen für Kids Place auswählen“. Anschließend können Sie diejenigen Apps auswählen, die Ihr Kind verwenden darf. Um die Software „Kids Place“ zu beenden und wieder alle Apps verwenden zu können, tippen Sie am oberen Bildschirmrand auf die Tür-Schaltfläche und geben dann Ihre Geheimzahl ein.

 

2) In-App-Käufe verhindern

In-App-Käufe können kostenlos herunterladbare App und Spiele ganz schön teuer werden lassen.

In der „Play Store“-App rufen Sie im Hauptmenü den Eintrag „Einstellungen“ auf. Im Bereich „Nutzersteuerung“ des Fensters „Einstellungen“ tippen Sie dann auf die Schaltfläche „Authentifizierung für Käufe erforderlich“ . Und abschließend schalten Sie die Option „Für alle Käufe bei Google Play auf diesem Gerät“ ein. – Ab nun sind Käufe nur noch möglich, wenn Sie dabei das Kennwort Ihres Google-Kontos jedes Mal erneut eingeben.

 

3) Sicheres Youtube

Bei YouTube sind nicht nur harmlose Katzenvideos zu finden. Aber es gibt Möglichkeiten, Ihr Kind zu schützen.

YouTube bietet einen „sicheren ­Mo­dus“, in dem der Online-Dienst „potenziell unangemessene Inhalte“ ausblendet. Folgendermaßen schalten Sie diesen Modus ein:

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Rufen Sie im Menü den Eintrag „Einstellungen“ auf und tippen Sie dann die Schaltfläche „Allgemein“ an. Anschließend schalten Sie die Option „Sicherer Modus“ ein.

 

4) Nummern beschränken

Lange Telefonate und vor allem kostenpflichtige Rufnummern können fĂĽr unschöne Ăśberraschungen sorgen …

Auf Android-Smartphones rufen Sie in der Telefon-App den Menüpunkt „Einstellungen“ auf und tippen dann die Schaltflächen „Anrufeinstellungen“ und „Anrufbegrenzung“ an. Anschließend schalten Sie die Funktion „Begrenzung aktivieren“ ein und legen über die Schaltfläche „Zugelassene Rufnummern“ fest, welche Telefonnummern das Smartphone anrufen darf. (Auf Galaxy-Smartphones: Menüpunkt „Anrufeinstellungen“ und Schaltflächen „Zusätzliche Einstellungen“ und „Feste Rufnummern“.)

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Nutzungszeit begrenzen

 

Das kostenlose „AVG Family Center“ erlaubt es Ihnen erstens, festzulegen, welche der installierten Apps Ihr Kind verwenden kann. Zweitens können Sie bestimmen, wie lange Ihr Nachwuchs das Smartphone nutzen darf. Drittens ist die Software in der Lage, den Internet-Zugang auszuschalten. Und viertens bietet das „AVG Family Center“ eine einfach zu bedienende Kamera-App.

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Die besten Geräte für Kinder

Einige Handys und Tablets sind speziell für Kinder gedacht. Generell gilt: Je robuster ein Gerät ist, desto länger wird es in Kinderhänden überleben. Dennoch ist es sinnvoll, Kindern eher preiswerte Smartphones zu geben.

Moto E (2. Gen.)

Wegen seines verträglichen Preises trotz guter Leistung und auch dank einer wasserabweisenden Beschichtung ist dieses Smartphone gut für Kinder geeignet.

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Fire HD Kids Edition

Dieses Tablet bietet eine robuste SchutzhĂĽlle, eine Kindersicherungs-Software und ein 1-Jahres-Abonnement fĂĽr kindgerechte BĂĽcher, Videos und Spiele.

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GALAXY TAB 3 7.0 KIDS

Auch dieses Tablet verfügt über eine robuste Schutzhülle. Zudem lässt sich wahlweise eine Bedienungsoberfläche einschalten, die für Kinder konzipiert wurde.

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.