Sicherheit am Smartphone – Die besten Security-Apps – Topliste

Peter Mußler 28. Februar 2016 0 Kommentar(e)

Da Smartphones und Tablets für viele Nutzer Laptop oder Standgerät als Surftool Nummer 1 abgelöst haben, gewinnen Sicherheitsapps immer mehr an Bedeutung. Denn wo sensible Daten warten, ist Malware nicht weit.

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Im Grunde ist das Thema Sicherheit bei mobilen Geräten nicht viel anders zu bewerten als bei denen, die nicht so ohne Weiteres in eine Tasche passen. Wer umsichtig surft, keine Login-Daten hinterlässt und nicht jedem x-beliebigen Installationsangebot seinen blinden Segen gibt, dem droht selten Datenmissbrauch und Nutzungseinschränkung. Android als meistgenutztes Betriebssystem auf Smartphone und Tablet ist zwar quelloffen und ­somit zunächst einmal anfällig für maßgeschneiderte Schadsoftware. Der Appstore aber – das Tor schlechthin für Malware im Mobilbereich-, ­der die meisten Nutzer versorgt, ruht in Googles Hand und nimmt schädliche Programme gar nicht erst auf. Gefährlich wird es also vor allem dann, wenn man sich Apps aus anderen Quellen installiert und dazu noch gerootete Geräte verwendet.

Eine andere Gefahr, die dem Telefon viel eher droht als dem PC zuhause, ist ein ­physischer und nicht minder krimineller Angriff: Diebstahl. Gerade hochwertige und neue Hardware weckt Begehrlichkeiten und der Ärger ist groß, wenn die teure Anschaffung plötzlich in ­Diensten eines Fremden steht. Auch hier bieten die neuesten Security-Apps Hilfe in Form von Geräteortung oder zumindest Schadensbegrenzung durch automatische Sperrung oder Ferndatenlöschung.
Ein weiteres Thema ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen. Verfügen diese über ein Smartphone oder benutzen das Familientablet mit, sollten die Eltern auch hier den Internetzugang kontrollieren und regulieren.
Die hier vorgestellten Apps haben wir in Kooperation mit AV-Comparatives getestet und danken an dieser Stelle dafür.

Avast! Mobile Security & Antivirus

Viel Schutz mit guter Bedienung

 

Der Virusscanner, der eigentlich alles kann. Die Echtzeitscanfunktionen heißen ganz bildlich „Shield“. Abgeschirmt wird das Mobilgerät dabei in alle Richtungen: Ob Gefahr droht von Apps, gespeicherten Dateien (z.B. auf einer SD-Karte), eingehenden Nachrichten oder von angesurften Webseiten. Der ­Privacy Advisor weist auf Sicherheitslücken bei den Einstellungen hin. Im Verlustfall durch Langfinger greift eine eigene Anti Theft-­Anwendung, die man so installieren kann, dass sie auch durch ein Hard-Reset nicht wegzubekommen ist. Selbst bei gewieften Dieben bleibt sie also aktiv. Um auf das Gerät im Bedarfsfall aus der Ferne zugreifen zu können, braucht es eine Notfall-Telefonnummer, die man bei der Anmeldung hinterlegt, und von der aus SMS-Befehle abgesetzt werden können. Die Steuerung per Webseite ist aber auch möglich. Per Remote kann man so ein Datenbackup anlegen, das Display sperren (mit Nachricht für einen Finder), alles löschen oder eine Weiterleitung einrichten. Falls es nicht auffindbar ist, hilft die ­Sirenenfunktion, aber auch eine Lokalisierung ist möglich. Wird die SIM-Karte getauscht, erfolgen automatisch Sperrung und Benachrichtigung. Black-/Whitelist sortieren Spam aus – und nur Spam.

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Kaspersky Internet Security

Schützt die Privatsphäre, knipst den Dieb

 

Safe Browsing, also das sichere Surfen, funktioniert laut Anbieter bevorzugt mit Chrome. Vor Phishing per SMS wird ebenfalls gewarnt, aber nicht nur Viren, sondern auch unangenehme Anrufer und Texter haben per Black-/Whitelist keine Chance. Leider wurden im Test auch SMS gefiltert, die nicht auf der Blacklist standen. Zusatzfunktion hier: Konversationen mit bestimmten Kontakten können versteckt werden. SMS sieht man zwar noch, aber sie haben keinen Absender. Clou: Wird das Gerät ­geklaut, kann es sogar Bilder (vom Dieb) machen und diese, natürlich neben dem Standort, übermitteln. Google Maps hilft beim einfachen Aufspüren. ­Löschen, Aktivieren der Sirene und das Anzeigen einer personalisierten Nachricht über den Sperrbildschirm sind hier genauso möglich. Ebenfalls mit an Bord: der SIM-Sensor. Wird eine neue Karte eingelegt, sperrt sich das Gerät und informiert ­sofort die Notfallnummer.

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Sophos

Neues Sparwunder

 

Der Echtzeitschutz kann hier so eingestellt werden, dass bei Roaming nur offline gescannt und Aktualisierungen nicht vorgenommen werden. Auch hier gibt es allgemeine Hinweise zu Konfigurationen, Apps können sogar mit Code geschützt werden. Dafür fehlt eine individuelle Blacklist, es sortiert nur ein globaler Filter. Hervorzuheben ist ein Browserfilter nach bestimmten ­Kategorien. So schützt die App vor Webseiten, die z.B. für Kinder nicht geeignet sind. Bei einem Familientablet kann das ein Segen sein. Bei Diebstahl kann man das Gerät sperren, Alarm auslösen, alles löschen (wahlweise sogar mit Überschreiben) und natürlich den Standort ausmachen. Das geht alles aber nur per SMS-Befehl, ein Webinterface steht nicht zur Verfügung. Interessant: neigt sich der Akku dem Ende zu, setzt diese App eigenständig ein Ortungssignal ab. Wird die SIM-Karte gewechselt, ist das Gerät auch hier blockiert.

 

 

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G Data Internet Security

German Sicherheit und Kinderschutz

 

Auch hier funktioniert die Diebstahlsicherung im ersten Schritt über die Telefonnummer eines Freundes in Verbindung mit einer PIN. Bei Verlust kommen nur SMS-­Befehle zum Einsatz, eine Ortung ist nicht per Web möglich. Vom Gerät kommen gar nur Koordinaten, die übersetzt werden müssen – schade. Bei der Ferndaten­löschung bleibt die SD-Karte ­unberührt, aber auch hier greift ein Schutz bei SIM-Tausch. Der ­Sicherheitsscan erfolgt einmal täglich, alternativ nur beim Laden oder bei vollem Akku. Der Browser­-Schutz greift bei Android und Chrome, Apps können mit Passwort gesperrt werden. Ein sogenannter Kid‘s Browser öffnet nur spezielle ­Seiten (nicht einstellbar), eine Black-/Whitelist wehrt Spam zuver­lässig ab. Über einen eigenen Messenger kann mit ver­steckten Kontakten kommuniziert werden.

 

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CM Security Antivirus Applock

Geschenkte Sicherheit

 

Safe Browsing wird beim Hersteller CheetahMobile als extra App angeboten, im Test hat das allerdings nicht funktioniert: Phishing-Webseiten wurden nicht erkannt. Die Anwendung verfügt über einen Filter für Anrufe, aber nicht für SMS – auf dem Weg kommt aber die meiste Werbung. Ein Hinweisgeber macht auf unsichere System­einstellungen aufmerksam, für eine Bereinigung von Einträgen und Dateien wird eine weitere App empfohlen, der Clean Master.

Einzelne Apps sind sperrbar. Für den Verlust­fall braucht es ein Google-Konto, über Maps kann dann das abhanden gekommene Gerät geortet werden. Neben Sirenen- und Sperr- steht auch eine Löschfunktion aus der Ferne zur Verfügung. Eine Notfallnummer verwendet dieses System jedoch nicht. Wird die SIM-Karte entfernt, ist auch hier das Telefon nicht mehr verwendbar.

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ESET Mobile Security & Antivirus

Bombensicher, aber flexibel

 

Vor dem ersten Scan lässt sich hier festlegen, wie scharf die Schutzpatrouille vorgehen darf. Genaue Logbücher protokollieren Zwischenfälle und verschieben potenzielle Gefahrenträger erst einmal in einen Quarantänebereich. Über den allgemeinen Sicherheitsstatus durch die allgemeinen Einstellungen informiert wie bei den anderen Apps ein Privacy Advisor, der hier „Security Audit“ heißt. Praktisch bei turnusmäßiger Virensuche: Um den Akku zu schonen, kann eingestellt werden, dass nur während des Ladens nach schadhaften Elementen gesucht wird. Updates sind automatisch frühestens alle sechs Stunden abrufbar. Zur Sicherheit beim Surfen: Die Phishingdetection funktioniert zumindest mit Chrome einwandfrei.

Wird das Mobilgerät einmal zu Diebesgut, hilft auch hier, neben den üblichen Funktionen von Sperren bis Lokalisieren, ein Kameraselbstauslöser, der Hinweise auf Verbleib oder Dieb geben kann. Befehle gehen an Telefon oder Tablet in der aktuellen Version auch per Web und nicht mehr nur per SMS. Besonders an dieser App ist die Möglichkeit, das blockierte Gerät leicht wieder zu entsperren – natürlich nur für die rechtmäßigen Nutzer. Es kann schon einmal passieren, dass das gestohlen geglaubte Smartphone im Auto wieder auftaucht. Dann will man es bald wieder gebrauchen können.

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F-Secure

Kinder- & Jugendschutz

 

Die Anti-Diebstahl-Maßnahmen (obwohl streng genommen das Klauen nicht verhindert wird) umfassen das bekannte Programm von Suchsirene, Löschung, automatischer SIM-Sperre und manueller Blockade, die Registrierung braucht E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer. Schutz über die Cloud ist abstellbar, sicheres Surfen ist mit Chrome gegeben. Black-/Whitelisten sorgen für die Durchstellung nur gewünschter Anrufe und SMS. Highlight für Eltern ist die Zugangsbeschränkung in drei Stufen: Child, Teen und Adult.

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BitDefender

Sicher, aber mager ausgestattet

 

Zwar gratis, aber sicher nicht umsonst. Wer nur einen spartanischen Malware-Scanner mit einfachen Diebstahlfeatures sucht, kann zugreifen. Die einzige App im Test, die Schadsoftware nur online aufspüren kann. Das ist schon ein kleines Manko. Spam-Filter und Blacklist gibt es nicht. Ist das Gerät weg, muss man sich immerhin nur einen SMS-­­Befehl merken, alle weiteren werden einem dann zugeschickt. Bevor die Batterie leer ist, übermittelt die App den Standort. Leider wartet man vergeblich auf eine SMS, wenn die SIM-Karte ­getauscht wird.

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Android Gerätemanager

Unkompliziert bei Verlust

 

Der hauseigene Gerätemanager ist auf manchen Geräten bereits vorinstalliert, andere müssen ihn aus dem Playstore herunterladen. Er läuft eigentlich außer Konkurrenz, da er nicht bei Malware-Befall hilft, sondern nur, wenn das Gerät sich dem physischen Zugriff entzieht. Mittels Web und Google-Konto (das Gerät muss natürlich mit einem solchen verknüpft sein) kann man einen Klingelton aktivieren, das Gerät sperren und lokalisieren oder die Daten löschen. Ein Finder kann sogar eine gespeicherte Nummer direkt zurückrufen.

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Keine der getesteten Apps hat zu einer Verkürzung der Akkulaufzeit von mehr als 3% geführt. Alle Anwendungen sind in der Basis-Version gratis zu installieren und mindestens 14 Tage zu verwenden, bevor Kosten entstehen. Der SMS-Blocker funktioniert aus technischen Gründen bei allen Apps ab Android 4.4 nicht mehr.

 

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.