Viren, Malware und Co: iPhone-Apps sind unsicherer als Android-Anwendungen

Redaktion 23. Oktober 2014 0 Kommentar(e)

Wer hätte das gedacht? Die iPhone-Apps sind unsicherer als jene der Android-Plattform. Das ist keine Vermutung, sondern wird von einer Studie aus dem Hause Appthority belegt. Unternehmen, die Wert auf Sicherheit legen, sollten aber auch um Android einen großen Bogen machen.

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Das US-Amerikanische Unternehmen „Appthority“ hat wieder einen App Reputation Report herausgegeben, der die Top-Apps im Play Store sowie im Apple App Store auf Sicherheitslücken und deren Verhalten untersucht. Jener hat eine Menge interessanter Tatsachen und Fakten zu Tage gefördert, die uns doch sehr verwundern.

Daten zur eindeutigen Identifizierung

Laut den Amerikanern telefonieren 99 Prozent der kostenlosen getesteten Apps nach Hause, sprich sie geben vertrauliche und scheinbar sichere Informationen ungefragt an Dritte weiter. Doch nicht nur die kostenlosen Apps gehen in dieser Hinsicht unethisch vor, sondern auch die Bezahl-Apps lesen Infos aus und geben diese weiter. Hier wurde ein erstaunliches Verhalten festgestellt. Während 87 Prozent der iOS-Apps die Daten unbemerkt versenden, sind es auf der Android-Plattform nur 78 Prozent. Besonders beliebt sind dabei Standortbezogene Daten sowie die Benutzerkennung. Das Problem daran ist, dass der Nutzer mit diesen Informationen eindeutig identifizierbar ist.

99 Prozent aller Gratis-Apps auf Android und iOS spionieren uns aus. (Foto: Appthority)

99 Prozent aller Gratis-Apps auf Android und iOS spionieren uns aus. (Foto: Appthority)

Wenig Malware

Sehr überraschend fällt außerdem das Urteil hinsichtlich Viren und Malware aus. Laut Appthority ist keine einzige Anwendung der 400 getesteten mit einem Virus versucht. Aus diesem Grund habe man sich eben auf das Auslesen von personenbezogenen Daten konzentriert. Diese sind ebenso kritisch, wenn nicht sogar noch schlimmer. Folgendes Szenario: Einbrecherbanden kommen aufgrund einer solchen App an die GPS-Daten von dir und räumen dir entsprechen die Bude aus. Gleiches gilt natürlich auch für Kontaktdaten. Es ist nicht gerade von Vorteil, wenn sich die Konkurrenz Telefonnummern und E-Mail-Adresse eines Produktmanagers holt und somit die Beziehungen zu anderen Unternehmen offengelegt werden.

Keine konkrete Nachvollziehung möglich

Das größte Problem daran ist aber mit Sicherheit, dass man nichts von dem Spionage-Akt mitbekommt, da die Daten immer im Hintergrund versendet werden. Sollte man eine solche Anwendung als Spion enttarnen, ist es noch schwieriger nachzuvollziehen wo die Daten hingehen. Während viel Traffic in Richtung Google zu AdSense oder Analytics gehen, schleusen viele Anwendungen auch Nutzerbezogene Informationen auch zu anderen bösartigen Netzwerken und Software-Lösungen durch.

Bei den Bezahl-Apps schnüffeln deutlich mehr iOS-Anwendungen in den persönlichen Daten. (Foto: Appthority)

Bei den Bezahl-Apps schnüffeln deutlich mehr iOS-Anwendungen in den persönlichen Daten. (Foto: Appthority)

Fazit: Achtung bei der Installation!

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Sammlung von Informationen durch kostenlose Apps weit schlimmer ist, als jene bei kostenpflichtigen Anwendungen. Trotzdem sollte man aufpassen, welche Applikation man auf seinem Gerät installiert und vor allem welche Rechte man ihr bei der Installation einräumt. Wer bei seinem Gerät über Root-Zugriff verfügt, der hat bei Android sogar den Vorteil die Berechtigungen zu steuern. Das versichert zwar noch immer nicht, dass die Apps sensible Daten übertragen, minimiert aber das Risiko. Von dubiosen Anwendungen oder gar unseriösen Drittanbieter-Shops sollte man ohnehin die Finger lassen.

Quelle: Appthority

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