Empörung über Krankenversicherung mit Überwachung per Smartphone

Hartmut Schumacher 13. Juli 2015 0 Kommentar(e)

Wärst du bereit, deine Lebensführung durch eine Smartphone-App überwachen zu lassen, um dadurch Rabatte bei deiner Krankenversicherung zu erhalten? Ab nächsten Jahr hast du Gelegenheit dazu.
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Ab 2016 will die Generali-Versicherungsgruppe trotz vieler Kritik das Versicherungsmodell „Vitality“ einführen, bei dem die Versicherten Rabatte als Belohnung für eine gesunde Lebensführung erhalten. (Foto: Generali Deutschland Holding AG)

Ab 2016 will die Generali-Versicherungsgruppe trotz vieler Kritik das Versicherungsmodell „Vitality“ einführen, bei dem die Versicherten Rabatte als Belohnung für eine gesunde Lebensführung erhalten. (Foto: Generali Deutschland Holding AG)

Die Versicherungsgruppe Generali hat Pläne für ein Versicherungsmodell namens „Vitality“, bei dem die Versicherten Rabatte als Belohnung für eine gesunde Lebensführung erhalten. Unterstützt werden soll dieses Modell durch eine Smartphone-App, die Daten über Lebensstil, Ernährung und Fitness der Versicherten sammelt. Das „Vitality“-Konzept sol nach und nach für Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherungen gelten.

Empörung lösen diese Pläne vor allem bei Daten- und Verbraucherschützern aus. Aber auch die konkurrierende Versicherung Allianz lehnt eine derartige App ab. Dr. Birgit König, Vorstandsvorsitzende der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG, hält ein derartiges Modell für einen falschen Ansatz, weil die damit verbundene Datenerhebung unverhältnismäßig sei.

Neues Versicherungsmodell voraussichtlich ab 2016

Trotz der Kritik von vielen Seiten hält die Generali-Versicherungsgruppe an ihren Plänen fest, dieses neue Versicherungsmodell voraussichtlich ab 2016 Wirklichkeit werden zu lassen. Im Geschäftsbericht 2014 hieß es noch, erste marktreife Produkte für Deutschland erwarte die Versicherung ab Ende 2015.

Die Versicherung betonte in einem Statement, es bestehe kein Grund zur Sorge: Die App solle die Versicherten nicht „überwachen“. Der sensible und vertrauenswürdige Umgang mit personenbezogenen Daten gehöre zu den Kernkompetenzen eines Versicherers und der Generali-Gruppe. Die Speicherung und Verarbeitung der Daten entspreche in Deutschland den besonders hohen deutschen Datenschutzanforderungen. Zudem würden die Kunden präzise und transparent informiert, welche Daten wie erhoben werden, und könnten selbst entscheiden, ob sie an dem Programm teilnehmen und welche Daten sie übermitteln.

Quellen: Generali Deutschland Holding AG, Generali Deutschland Holding AG, Handelsblatt, Versicherungsbote

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.

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