Jetzt kann sogar Speicher auf Papier gedruckt werden

Redaktion 24. Juli 2014 1 Kommentar(e)

Seit Ewigkeiten halten Menschen Informationen bereits auf Papier fest. Eine neue Technologie macht aus dem klassischen Papier aber auch ein Speichermedium für Computer: Dank PRAM kann Speicher jetzt auch auf Papier gedruckt werden. 

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So können zwar bereits heute funktionsfähige Transistoren auf Folien oder Papier gedruckt werden, doch die komplexe Struktur von Arbeitsspeicher machte es bislang unmöglich, Papier als Trägermedium zu nutzen. Durch die zahlreichen Fasern ist Papier im mikroskopischen Maßstab zu rau, als dass darauf DRAM aufgetragen werde kann. Um dieses Problem zu lösen, setzten Forscher auf einen neuartigen Speicher: RRAM. Das sogenannte Phase-change Random Access Memory bietet dieselbe Performance wie klassischer RAM, ist aber nicht flüchtig. Auch wenn kein Strom anliegt, bleiben die Informationen also erhalten. Die 0 beziehungsweise 1 wird beim PRAM dadurch repräsentiert wird, ob die Speicherzelle in amorpher oder kristalliner Form vorliegt. Das beeinflusst den elektrischen Widerstand und lässt sich problemlos durch einen Stromimpuls verändern. Diese Architektur ist simpel genug, um sie auch auf Papier aufzutragen.

Ein klassischer Block: Dank PRAM bald auch mit Speicher-Möglichkeit?

Ein klassischer Block: Dank PRAM bald auch mit Speicher-Möglichkeit?

Um aus einem normalen Blatt Papier ein Speicher-Stick zu zaubern, muss erst ein Kunststoff-Layer aufgetragen werden, der dann weitere Ebenen aus Titanoxid und Silber trägt. Allerdings lässt die Speicherkapazität noch deutlich zu wünschen übrig: Auf ein normales DIN A4-Blatt kann lediglich ein Megabyte aufgetragen werden. Hier wird die Forschung noch zulegen müssen, damit die Technik auch alltagstauglich wird.

Traum vom Wearable Computing könnte endlich Realität werden

Die Einsatzmethoden von Speicher-Papier sind dabei extrem vielfältig und reichen über elektronisch auslesbare Informationen auf Produktverpackungen bis hin zu tragbaren medizinischen Sensoren und mehr. Aber auch der Umwelt könnte von der Forschung enorm profitieren, denn die neue Technik lässt sich auch deutlich besser als klassischer RAM recyceln. Im Verbund mit anderen Technologien, die ebenfalls aufgedruckt werden – etwa die biegsamen und druckbaren Akkus des Unternehmens Imprint Energy – könnten in Zukunft ganz neue Geräte- und Gehäuseformen entstehen. Der Traum von Computern, die wir an unserem Körper tragen und die sich nahtlos in unseren Alltag integrieren, könnte damit tatsächlich bald Realität werden.

Papier als Speichermedium: Was haltet ihr von der Idee? 

Quelle: C&EN (via WinFuture)

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