Nvidia Tegra K1: Aufgrund enormen Stromverbrauchs nicht für Smartphones und Tablets geeignet?

Redaktion 6. März 2014 4 Kommentar(e)

Zu leistungshungrig für den Einsatz in Smartphones und Tablets? Der Nvidia Tegra K1 soll aufgrund seines enormen Stromverbrauchs nicht in Mobilgeräten verwendbar sein und eine maximale Leistungsaufnahme von bis zu 60 Watt haben. 

Anfang Januar hat Nvidia auf der CES in Las Vegas ordentlich aufgetrumpft: Die Demonstration des Tegra K1 sorgte für mächtig Staunen. Mit seinen 192 GPU-Kernen und der Unterstützung von Standards wie DirectX 11 als auch OpenGL 4.4, versprach der neue Mobil-Prozessor Grafik auf Konsolen-Niveau und hat dem ein oder anderen Besucher die Kinnlade zum Bauchnabel fallen lassen.

Eine Analyse von SemiAccurate schürt aber nun erhebliche Zweifel an der Praxistauglichkeit des Tegra K1 – angeblich soll der neue Vorzeige-Chip einen Stromverbrauch von bis zu 60 Watt haben und damit völlig ungeeignet für Smartphones und Tablets sein.

60 Watt und aktive Kühlung

Auf den Bildern der Demo des Tegra K1, die wohl nicht ohne Grund unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand und mit einer Geheimhaltungsvereinbarung versehen wurde, entdeckte man brisante Details: Das Netzteil, das den Chip mit Strom versorgt, zeigte eine Spannung von 12 Volt bei einer Stromstärke von 5 Ampere. Man muss kein Mathe-Genie sein, um die Maximalleistung ausrechnen zu können: 12 x 5 = 60. Der Nvidia Tegra K1 kann also bis zu 60 Watt verbrauchen, was ihn damit völlig nutzlos für den Einbau in Mobilgeräten wie Smartphones oder Tablets macht. Zudem wurde der Prozessor auf der Demo nicht nur in einem Gehäuse mit großer Passivkühlung untergebracht – er wurde auch aktiv gekühlt. Ein totales No-Go für einen mobilen Prozessor.

Die Demo-Einheit des NVIDIA Tegra K1 mit 60 Watt Leistungsaufnahme und aktiver Kühlung – deutlich zu viel für einen Mobil-Prozessor. (Bild: SemiAccurate)

Die Demo-Einheit des NVIDIA Tegra K1 mit 60 Watt Leistungsaufnahme und aktiver Kühlung – deutlich zu viel für einen Mobil-Prozessor. (Bild: SemiAccurate)

Dasselbe Schicksal wieder Tegra 4

Möglicherweise ist der Tegra K1 bei der Demo auch nur übertaktet worden, um eine glanzvolle und ruckelfreie Präsentation vor der Presse zu gewährleisten. Dann stellt sich allerdings die Frage, ob der SoC am Ende noch die Leistung erbringen kann, für die er das ganze Lob in Las Vegas eingeheimst hat. Kann der K1, wenn er signifikant heruntergedrosselt wurde, der Übermacht aus dem Hause Qualcomm überhaupt noch etwas entgegensetzen? Bereits der Tegra 4, Nvidia’s Prozessor-Flaggschiff des letzten Jahres, hatte mit Hitzeproblemen zu kämpfen und musste das Feld fast kampflos den Snapdragon-Prozessoren überlassen. Möglicherweise könnte dem Tegra K1 nun dasselbe Schicksal drohen.

Nur eine Verwechslung?

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch noch: So steht auf dem Zettel neben der Demonstrations-Einheit (Bild oben), dass der Tegra K1 auch als zentraler Prozessor für selbstfahrende Autos gedacht ist. Gibt es also mehrere Varianten des Tegra K1 und wurde hier lediglich die Variante für Automobile gezeigt? Dann wären weder die Leistungsaufnahme noch die aktive Kühlung ein Problem.

So oder so, NVIDIA muss hier im eigenen Interesse für Klarheit sorgen.

Qualcomm, Nvidia, MediaTek oder Intel: Wer gewinnt eurer Meinung nach das Prozessor-Rennen? 

Quelle: SemiAccurate (via Android Next)

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