Samsung: Keine Benchmark-Mogelei mehr mit KitKat-Update

Daniel Kuhn 5. März 2014 0 Kommentar(e)

Im vergangenen Jahr ist Samsung in Verruf gekommen, bei Benchmarks getrickst zu haben um bessere Ergebnisse zu erzielen. Diese Schummelei beendet der koreanische Hersteller nun mit dem KitKat-Update für Galaxy S4 und Note 3.

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Es gab eine Zeit, in der Benchmarks als legitimes Messwerkzeug für den Vergleich der Leistungsfähigkeit verschiedener Smartphones galten. Im vergangenen Jahr sind Benchmarks allerdings in Verruf gekommen, nachdem ans Tageslicht gekommen ist, dass zunächst Samsung und kurz darauf auch viele andere Hersteller Mogelmechanismen in die eigene Firmware integrieren. Plötzlich ähnelte das Rennen um das schnellste Smartphone der Tour de France – jeder scheint zu Doping-Mitteln zu greifen und entsprechend sagen die Ergebnisse nicht mehr, wer das schnellere Smartphone baut, sondern wer besser im Doping ist. Nach massiver Kritik an dieser Praxis, scheint Samsung nun auf derartige Tricks zu verzichten.

Mit dem Update auf Android 4.4 für das Samsung Galaxy S4 und das Galaxy Note scheinen die Koreaner den Code, der beim Ausführen einer Benchmark-App die Prozessorkerne nicht nur aktiviert, sondern auch übertaktet, entfernt zu haben. Zu diesem Ergebnis kommen die Kollegen von Ars Technica, die das Update auf beiden Geräten mit den gängigsten Benchmark-Tools überprüft haben. Die Datenbankeinträge von Geekbench bestätigen diesen Verdacht – außerdem wurde dem Tool ein „Benchmark-Boost-Detector“ hinzugefügt, der bei der Android 4.3-Firmware des SGS4 noch anschlug, nach dem Update auf 4.4 aber nichts mehr anzeigt.

Samsung selber hat sich bisher nicht zu dem Thema geäußert und wir erwarten dies auch nicht, da dies mit dem Eingeständnis einhergehen würde, dass man zuvor gemogelt hat. Android Authority berichtet zudem, dass neben Samsung auch Sony künftig auf derartige Mechanismen verzichtet.

Natürlich ist es lobenswert, dass nun wieder Fair Play Einzug hält, es ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, dass das Ansehen von Benchmarks unter diesen Praktiken gelitten hat. Zudem ist ohnehin der Sinn derartiger Leistungsvergleiche in Frage zu stellen. Zum einen sind die aktuellen Spitzenmodelle technisch derartig nah beieinander, dass die Benchmark-Unterschiede nur marginal sind und zum anderen sagen die Ergebnisse ohnehin nichts darüber aus, wie flüssig sich ein Gerät bedienen lässt.

Quelle: Ars Technica (via AndroidPit)

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