Wir haben das neue Pocophone F1 getestet

21. November 2018 Kommentare deaktiviert für Wir haben das neue Pocophone F1 getestet Kommentar(e)

Rund 350 Euro verlangt ­Xiaomi für das PocoPhone F1. Ein unschlagbarer Preis, angesichts der tollen Ausstattung. Stellt sich die Frage, ob es einen Haken gibt. Unser Test gibt Aufschluss.

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Sie erinnern sich an das Jahr 2014? Damals tauchte mit OnePlus plötzlich ein chinesischer Hersteller auf, der sich selbst als „Flaggschiffkiller“ auszeichnete und mit dem ersten Modell der Serie einen wahren Hype schuf. Das OnePlus One wurde, ebenso wie das Pocophone F1, mit einer minimalen Marge an die Interessenten gebracht. Der Unterschied zu damals: Bei OnePlus handelte es sich tatsächlich um einen ambitionierten Neuling, beim Pocophone steckt mit Xiaomi einer der größten Smartphone-Hersteller der Welt hinter der Idee.

Der chinesische Riese bestückt den Mittelklasse-Sektor an sich mit der Redmi-Serie recht fleißig, der Start der Pocophone-Reihe mit dem hier beschriebenen F1 mutet dementsprechend ein wenig seltsam an. Warum einen Markt erobern, der ohnehin schon mitverwaltet wird? Fragen über Fragen, deren Beantwortung Xiaomi aber nicht als erste Priorität sieht. Auf unsere Nachfrage nach Zielgruppe und Intention hinter dem Gerät hieß es lediglich, das F1 sei für „für alle, die eine schnelles und verlässliches Gerät mit unschlagbarer Performance und Preis“ wollen, vorgesehen.

Viel Leistung

Wie dem auch sei, für die Endverbraucher kann ein wenig Preiskampf nur positiv sein. Schauen wir also, ob Xiaomi die vollmundigen Versprechen auch halten kann. Der Punkt mit der Leistung ist nicht gelogen, so viel vorweg: Der verbaute Snapdragon 845 gehört nach wie vor zu den Spitzenathleten und hat mit wahlweise 6 oder 8 GB RAM einen starken Partner an der Seite. Wenig überraschend fiel die Leistungsüberprüfung hervorragend aus, das F1 belegt in allen relevanten Benchmark-Tests einen Platz in der Topgruppe. Das gilt auch für die Akkumessungen: Rund 14 Stunden Videolaufzeit sind aller Ehren wert. Ebenso lange kann gesurft werden.

Nicht immer HD

Das Display misst satte 6,2 Zoll in der Diagonale und löst mit 1.080 x 2.246 Pixeln auf. Der ungewöhnliche Wert resultiert aus dem ungewöhnlichen Seitenverhältnis von 18,7:9. Handlich ist das Pocophone F1 damit nicht wirklich, wenngleich Menschen mit größeren Händen noch halbwegs alle Bildschirmsegmente erreichen müssten. Das Display selbst ist ausreichend hell und sauber ausbalanciert. LCD statt AMOLED bedeutet allerdings weniger intensive Farben.

Störender mutet das Fehlen des „Widevine-DRM“ an, einem Management-­Dienst, der die unberechtigte Verbreitung geschützter Videos verhindern soll. DRM steht für „Digital Rights Management“.

Die Folge dieses Fehlens: Videos von Netflix oder Amazon Prime lassen sich nicht mit HD-Auflösung abspielen. Bei unserem Testgerät, stammend aus dem Xiaomi-Shop im österreichischen Wien, funktionierte alles. Allerdings klagten viele Kollegen über die fehlende DRM-Unterstützung. Warum diese fehlt, war zu Redaktionsschluss noch unklar. Im Zweifel bietet es sich aber an, vor dem Kauf eine entsprechende Anfrage zu stellen. YouTube-Videos laufen übrigens problemlos.

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Gute Knipse

Kommen wir zu Kamera. Diese verdient angesichts der Preisklasse Lob. Natürlich haben hochpreisige Smartphones die Nase hier vorne, mit dem Pocophone F1 lassen sich aber ebenfalls gute Aufnahmen schießen. Die integrierte künstliche Intelligenz arbeitet fleißig, meint es ab und an aber etwas zu gut. Bei Gegenlicht könnte das Postprozessing, also die automatische Nachbearbeitung, hingegen mehr eingreifen. Bei gutem Licht und einer ruhigen Hand gelingen aber ausgezeichnete Schnappschüsse. Die Dual-Kamera schießt Fotos mit 12 und 5 MP mit f/1.9- und f/2.0-Blenden. Zum Speichern der Aufnahmen stehen übrigens mindestens 64 GB zur Verfügung.

Hochwertiges Plastik

Zuletzt noch die äußerliche Bewertung. Auf einen Notch scheint auch Xiaomi nicht verzichten zu wollen. Im Gegensatz zu anderen Smartphones mit dieser Besonderheit wirkt das F1 insgesamt aber wuchtiger, was auch an den dickeren Rändern um das Display liegt. Polycarbonat ist nachvollziehbar – weniger schick als Glas, dafür aber bruchfester.

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oliver

Oliver Janko   Redakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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