LG Optimus G

Martin Reitbauer 7. Juli 2013 2 Kommentar(e)
LG Optimus G Androidmag.de 4 4 Sterne

LGs Optimus G ist die etwas aufgemotzte

Variante des hauseigenen Nexus 4 und

punktet mit mehr Speicher und LTE.

Das Flaggschiff des südkoreanischen Herstellers LG ist ein nicht ganz ebenbürtiger Konkurrent zum Galaxy S4 oder HTC One. Es handelt sich aber dennoch um ein interessantes Smartphone, das nahezu baugleich mit dem populären Nexus 4 ist.

LG_Optimus_G_Main

Nach HTC und Samsung durfte im vergangenen Jahr erstmals LG ran und im Zuge einer weitreichenden Kooperation mit Google ein Nexus-Gerät – das Google Nexus 4 – konstruieren. Dieses zählt nach wie vor zu einem der besten Smartphones, das nicht nur mit sehr guter Hardware, sondern auch einem unverschämt günstigen Preis punkten konnte. LG will es aber nicht bei der Auftragsfertigung für Google belassen und bietet mit dem Optimus G ein technisch nahezu identisches Smartphone an. Wir haben das LG-Flaggschiff ausführlich getestet.

Das LG Optimus G ist etwas für dich, wenn du…
… Wert auf edles Design und intuitive Bedienung legst.

Das LG Optimus G ist nichts für dich, wenn du…
… ein Full HD-Panel, aktuellste Hardware und ein pures OS willst

LG wagt sich in Highend-Gefilde

Mit dem Optimus G verlässt LG die ansonsten eingeschlagene Mittelklasse-Schiene und verbaut hier zwar nicht topaktuelle, aber immerhin sehr gute Hardware. Der Qualcomm Snapdragon S4 Pro 8064 Quad Core-Chip, der beispielsweise auch im Sony Xperia Z oder eben dem fast baugleichen Nexus 4 zum Einsatz kommt, sorgt für die entsprechende Rechen-Power. In Kombination mit 2 GB Arbeitsspeicher laufen gängige Apps butterweich und aktuell erhältliche Spiele bringen das Smartphone nicht ins Schwitzen.

Klassisches Design, hochwertige Verarbeitung

Zugegeben: Das Design des Optimus G dürfte dem einen oder anderen Anwender bekannt vorkommen, denn LG hält sich hier eindeutig am Design des Samsung Galaxy S2. Das ist aber nichts Verwerfliches, denn das schlichte Äußere des Optimus G gefällt, das Smartphone liegt hervorragend in der Hand und auch die Verarbeitung überzeugt.

Besonders erwähnenswert ist das Material der Rückseite, denn wie auch beim Nexus 4 besteht dieses aus Glas und wartet mit einem hübschen Schimmer-Effekt auf. Der Gehäuserahmen – inklusive dem verchromten Rand der Front des Gerätes – ist aus Polycarbonat, also Plastik. Mit der Wertigkeit eines HTC One oder Xperia Z kann das Gerät somit beinahe, aber nicht ganz mithalten, das Plastikgehäuse des Galaxy S4 steckt das Optimus G aber locker in die Tasche. Ein negativer Aspekt des wirklich schönen und edlen Gehäuses ist aber dessen Anfälligkeit für Fingerabdrücke, denn beim Optimus G sind sowohl Vorder- als auch Rückseite wahre Fingerabdruck-Magnete.

Edles Design. Das Gehäuse erinnert etwas an das Galaxy S2, was unserer Meinung nach durchaus positiv ist. Der On-Off-Button ist übrigens an der rechten Seite zu finden.

Edles Design. Das Gehäuse erinnert etwas an das Galaxy S2, was unserer Meinung nach durchaus positiv ist. Der On-Off-Button ist übrigens an der rechten Seite zu finden.

Ein Hingucker: Das Display

Zu den großen Pluspunkten zählt der Bildschirm des Optimus G. Zwar kann dieser in Sachen Auflösung nicht mit den Full HD-Panelen der Konkurrenz mithalten, er liefert aber dennoch sehr farbenfrohe, leuchtende und vor allem scharfe Bilder. Konkret handelt es sich um ein 4,7 Zoll großes True HD IPS Plus-Panel, das hinter einer Schicht aus bruch- und kratzresistentem Gorilla Glass 2 verbaut wurde. Wie erwähnt, beträgt die Auflösung „nur“ 1280 x 768 Pixel, was auf die 4,7 Zoll gerechnet eine Pixeldichte von sehr ordentlichen 318 ppi ergibt.

Einzelne Pixel sind mit freiem Auge de facto nicht mehr zu erkennen, Full HD-Smartphones wie das HTC One bieten mit 468 ppi aber trotzdem deutlich mehr Pixel pro Zoll. Erwähnenswert ist in puncto Display zudem ein Feature, welches wir bereits von Samsung Galaxy-Geräten kennen: Und zwar kannst du in den System-Einstellungen im Menü „Anzeige“ die Option „Intelligenter Bildschirm“ aktivieren. Ist dort das Häkchen gesetzt, erkennt die Frontkamera deine Augen und lässt das Display so lange aktiv, bis du deinen Blick abwendest. Natürlich lässt sich der Bildschirm-Timeout aber auch manuell festlegen.

Das Display des Optimus G hat gegenüber dem Nexus 4 übrigens den Vorteil, dass hier wirklich die vollen 1280 Pixel in der Höhe ausgenutzt werden, da LG anstatt auf virtuelle Software-Tasten auf klassische, kapazitive Zurück-, Home- und Menü-Buttons setzt. So bekommst du von Apps oder Webseiten deutlich mehr zu sehen.

True HD IPS Plus: Der LCD-Bildschirm des Optimus G macht eine hervorragende Figur und liefert satte Farben. Die Pixeldichte ist sehr gut, ab niedriger als bei Full HD-Geräten.

True HD IPS Plus: Der LCD-Bildschirm des Optimus G macht eine hervorragende Figur und liefert satte Farben. Die Pixeldichte ist sehr gut, ab niedriger als bei Full HD-Geräten.

Fix verbauter, aber kräftiger Akku

Das schlanke und edle Gehäuse hat wie so oft seinen Preis. Denn genau wie bei anderen Unibody-Smartphones ist der Akku im Falle des Optimus G fest verbaut und lässt sich nicht austauschen. Laut LG soll der eigens firmenintern entwickelte Akku des Optimus G aber satte 800 anstatt den herkömmlichen 500 Ladezyklen überstehen, was beinahe einer Verdoppelung der Lebensdauer entspricht. Ein Slot für eine optionale Speicher-Erweiterung per microSD-Karte ist nicht vorhanden. Dafür bietet das Optimus G aber einen internen Speicher von satten 32 Gigabyte.

Auch der Akku überzeugt mit seiner Kapazität, denn mit 2.100 mAh ist dieser ausreichend dimensioniert, um das Optimus G problemlos durch einen geschäftigen Tag zu bringen. Zur Optimierung der Akku-Laufzeit werden zudem einige Spezial-Einstellungen mitgeliefert, wie etwa der individuell konfigurierbare Energiesparmodus oder der davon abgekoppelte Eco-Modus, der eine speziell an das Nutzerverhalten angepasste Steuerung des Quad Core-Chips erlaubt. In unseren Tests hat sich die Akkulaufzeit durch die Aktivierung dieser Einstellungen merklich erhöht. Natürlich ist das Optimus G dadurch aber nicht mehr so ganz die pfeilschnelle Rechen-Maschine, die es bei vollem Akkuverbrauch ist.

Sowohl Front- als auch Rückseite bestehen aus bruch- und kratzresistentem Corning Gorilla Glass 2. Die Rückseite sieht toll aus, ist aber ein Fingerabdruck-Magnet.

Sowohl Front- als auch Rückseite bestehen aus bruch- und kratzresistentem Corning Gorilla Glass 2. Die Rückseite sieht toll aus, ist aber ein Fingerabdruck-Magnet.

Gelungene und intuitive LG-Oberfläche

Ebenso wie HTC, Samsung, Sony und Co. gehört auch LG zu jenen Herstellern, die ihre Android-­Smartphones mit stark angepassten Benutzeroberflächen ausliefern. Das ist in diesem Fall aber durchaus positiv zu werten, denn die Optimus UI gefiel uns im Test sehr gut. LG hat einen guten Kompromiss aus einer intuitiven, an Stock-Android angenäherten Bedienung und vielfältigen Extras und Erweiterungen gefunden. Hier könnte sich der Marktführer Samsung durchaus ein Stückchen abschneiden, denn die Galaxy-Geräte werden mit Features und Untermenüs ja geradezu überschwemmt. Genial gelöst wurde etwa das Anpassen des Homescreens, denn in der Optimus UI können App-Icons, Widgets und Hintergründe von einem zentralen Menü aus hinzugefügt werden. Dazu musst du nur etwas länger mit dem Finger auf eine leere Fläche auf dem Homescreen bleiben.

Aufgrund der kapazitiven Tasten am unteren Rand des Gerätes steht im Gegensatz zum Nexus die volle Display-Auflösung von 1280 x 768 Pixel zur Verfügung.

Aufgrund der kapazitiven Tasten am unteren Rand des Gerätes steht im Gegensatz zum Nexus die volle Display-Auflösung von 1280 x 768 Pixel zur Verfügung.

Praktische Quick-Einstellungen und QSlide Apps

Genau wie Samsungs TouchWiz bietet die Optimus UI weitreichende Quick-Einstellungen, die du durch Herunterziehen der Benachrichtigungsleiste aufrufen kannst. Diese Schnell-Buttons enthalten Alltägliches, wie etwa das Ein- oder Ausschalten von NFC, GPS, Bluetooth, des Energiespar-Modus oder eine Ausrichtungs-Sperre für die Display-Ausrichtung. Ganz links ist übrigens die Funktion QuickMemo zu finden, mit der du sehr schnell Notizen hinzufügen kannst – und zwar entweder in einem digitalen Notizblock oder direkt auf dem gerade dargestellten Bildschirm. Übrigens: Auf Wunsch lassen sich die Quick-Einstellungen anders sortieren und beliebig reduzieren.

Quick Einstellungen: Durch Herunterziehen der Benachrichtigungsleiste haben Sie Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen, die QSlide Apps, die Helligkeit und natürlich Benachrichtigungen.

Quick Einstellungen: Durch Herunterziehen der Benachrichtigungsleiste hast du Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen, die QSlide Apps, die Helligkeit und natürlich Benachrichtigungen.

Direkt unter den Quick-Einstellungen sind die so genannten „QSlide Apps“ zu finden. Dabei handelt es sich um Mini-Applikationen, die als verschiebbares Fenster über den Homescreen oder andere Apps gelegt werden können. So startest du beispielsweise über die QSlide Apps schnell einen kleinen Notizblock, Kalender oder Taschen-Rechner. Auch Videos oder gar ein Browser-Fenster lassen sich als kleine Mini-Apps öffnen. Allesamt nette Funktionen, die ebenfalls bereits von Samsungs Galaxy-Serie bekannt sind.

Praktische Q Slide Apps: Mit so genannten „QSlide Apps“ können Sie Mini-Applikationen wie etwa einen Kalender jederzeit über die gerade ausgeführte App einblenden, nutzen und verschieben.

Praktische Q Slide Apps: Mit so genannten „QSlide Apps“ kannst du Mini-Applikationen wie etwa einen Kalender jederzeit über die gerade ausgeführte App einblenden, nutzen und verschieben.

LTE ist mit an Bord

Was beim Nexus 4 schmerzlich vermisst wurde, findet sich beim ­­­­Optimus G­­­­­: Die Rede ist von der Unterstützung des schnellen LTE-Netzes. Dabei deckt das LTE-Modul den vollen Pentaband-Frequenzbereich ab, also konkret LTE 800, 900, 1800, 2100 und 2600. Damit bist du sowohl in Deutschland als auch in Österreich auf der sicheren Seite und in Sachen Mobilfunkanbieter flexibel.

Kamera-Qualität und Software

Was wäre ein Flaggschiff-Smartphone eines großen Herstellers ohne eine gute Kamera mit jeder Menge Software-Extras. Und so springt auch LG auf den Zug auf und zieht in Sachen Megapixel mit den beiden Spitzenreitern Galaxy S4 und Xperia Z gleich. Konkret hat sich die MP-Anzahl gegenüber dem Nexus 4 von 8 auf 13 MP erhöht, was an sich aber noch keine Garantie für Qualität sein muss.

In unseren Tests zeigte sich, dass die Kamera des Optimus G zwar gute, aber keine hervorragenden Bilder macht. Bei Tageslicht kommen scharfe und kontrastreiche Bilder zustande. Wenn es etwas dunkler wird, hat das LG-Smartphone gegen das Galaxy S4 und vor allem das HTC One aber keine Chance. Immerhin kann aber die Kamera-Software punkten.

In den Anzeige-Einstellungen können Sie aus vier vordefinierten Themes wählen. Die vorinstallierte LG-App „App-Manager“ erleichtert das Aktualisieren und Deinstallieren von Apps ungemein.

In den Anzeige-Einstellungen können Sie aus vier vordefinierten Themes wählen. Die vorinstallierte LG-App „App-Manager“ erleichtert das Aktualisieren und Deinstallieren von Apps ungemein.

Miracast

Das Optimus G unterstützt nativ den relativ neuen MiraCast- bzw. WiDi-Standard. Dieser erlaubt es, via WiFi-Direct mit einem entsprechenden MiraCast-Dongle oder entsprechenden unterstützten Geräten eine Verbindung aufzubauen und den Bildschirm des Smartphones in Echtzeit auf ein TV-Gerät oder einen Beamer zu streamen. Das ist aber nicht nur für eine Präsentation praktisch, sondern kann beispielsweise auch zum Spielen genutzt werden. Dabei wird das Bild des Smartphones ebenfalls auf einen Fernseher oder ein ähnliches Gerät gespiegelt.

LG_Optimus_G_Miracast

Fazit

Etwas verkürzt ausgedrückt, ist das LG Optimus G eine aufgemotzte Variante des in vielerlei Hinsicht baugleichen Google Nexus 4. Zwar gibt es auch hier keinen microSD-Slot und keinen austauschbaren Akku, dafür werden jedoch LTE, größerer interner Speicher und eine bessere Kamera geboten. Die Software-Extras der Optimus UI sind zwar Geschmacksache, objektiv betrachtet aber ebenfalls als Ausstattungs-Plus zu betrachten. Verglichen mit den Full HD-Flaggschiffen HTC One, Galaxy S4 und Xperia Z ist das Optimus G mittlerweile aber nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Sollte der Preis noch weiter fallen, ist es aber eine durchaus empfehlenswerte Alternative.

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Android
4.1
4,7"
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Gewicht
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13 MP
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Abmessungen: : 131,9x68,9x8,5 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 2 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 4 Sterne
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Leistung:
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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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