Internet-Ente: Weshalb Instagram die Fotos seiner User nicht verkaufen wird

19. Dezember 2012 0 Kommentar(e)

Derzeit macht auf Facebook und diversen Blogs die Meldung die Runde, dass der Fotodienst Instagram nach der j├╝ngsten AGB-├änderung die Fotos seiner User ungefragt verkaufen darf. Warum das nicht so einfach geht, erkl├Ąren wir euch in diesem Artikel.

Zeitungs-Enten gibt es seit den Anf├Ąngen des Journalismus. Und w├Ąhrend sich Falschmeldungen selbst unter gewissenhaft arbeitenden Journalisten und Bloggern auch heute noch die Runde machen, verbreiten sich allerhand abenteuerlicher Ger├╝chte in sozialen Netzwerken wie Twitter, Google+ oder Facebook noch rasanter und unreflektierter. Vor allem Themen, die die Privatsph├Ąre auf Facebook betreffen, sorgen immer wieder f├╝r St├╝rme der Entr├╝stung – und entpuppen sich wenig sp├Ąter als Hoax, also als Falschmeldung und Ente. J├╝ngstes Beispiel: Angeblich plane das soziale Fotonetzwerk Instagram, welches vor einigen Monaten von Facebook aufgekauft wurde, nach einer AGB-├änderung die Fotos seiner User k├╝nftig zu verkaufen. Und das ohne Namensnennung und ohne jeglicher Verg├╝tung f├╝r die Macher der Bilder. Namhafte US-Webseiten wie Cnet.com oder Mashable.com berichteten gestern in umfangreichen Artikeln dar├╝ber.

Das alles klingt nat├╝rlich ├╝beraus dreist und ruft berechtigterweise viele Kritiker auf den Plan. Ein Abschnitt aus den aktualisierten Instagram-AGBs lautet:

You agree that a business may pay Instagram to display your photos in connection with paid or sponsored content or promotions without any compensation to you.

Das klingt verd├Ąchtig nach den Facebook-AGB-├änderungen, bei denen auch viele User bef├╝rchteten, ihre privaten Fotos bald in Werbeanzeigen f├╝r Fu├čpilz-Cr├Ęme wieder zu finden.┬áNach etwas Recherche-Arbeit st├Â├čt man in den AGBs aber auf folgenden Abschnitt:

To help us deliver interesting paid or sponsored content or promotions, you agree that a business or other entity may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take, in connection with paid or sponsored content or promotions, without any compensation to you.

Wie Nilay Patel von┬áTheVerge.com┬áschreibt, handelt es sich bei dieser ├änderung um die ersten Anzeichen f├╝r ein Werbe-System welches an die „Sponsored Posts“ von Facebook erinnert.┬áDar├╝ber hinaus hatte Instagram bereits seit seinen Anfangstagen die Berechtigung die Bilder seiner User uneingeschr├Ąnkt zu nutzen, da der Dienst ansonsten gar nicht agieren k├Ânnte.

Fazit

Instagram wird sicherlich nicht die Bilder seiner User an Dritte verkaufen und ihr werdet auch sicherlich nicht schon bald eure Instagram-Fotos in irgendwelchen Werbeanzeigen sehen. So wie Facebook wird der vom sozialen Netzwerk aufgekaufte Fotodienst k├╝nftig aber sicherlich versuchen, aggressiv aus den Daten seiner User Kapital zu schlagen. Werbeanzeigen, die an die „Sponsored Posts“ von Facebook erinnern, k├Ânnten also schon bald auf Instagram Realit├Ąt sein, bzw. umgekehrt Instagram-Fotos auf Facebook f├╝r derartige individualisierte Werbungen genutzt werden.

Die neuen Instagram-AGBs treten am 16. Januar 2013 in Kraft und k├Ânnen hier in voller L├Ąnge nachgelesen werden:┬áhttp://instagram.com/about/legal/terms/updated/.

Quelle: TheVerge.com

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Andreas Gutzelnig   Leitung der Redaktion

 

Freut sich, dass Android immer mehr den Einzug in die spannende Technik-Welt der Autos und H├Ąuser findet.

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