Geld f├╝r IS und Al-Quaida: Milliarden werden per WhatsApp transferiert

Hartmut Schumacher 15. Dezember 2015 0 Kommentar(e)

Wie bezahlen Terrororganisationen ihre Verb├╝ndeten? Unter anderem mit Hilfe von Smartphones und WhatsApp-Nachrichten.
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Terroristische Organisationen transferieren Geld mittels des Hawala-Systems ÔÇô das zum ├ťbermitteln von Betr├Ągen und Codew├Ârtern WhatsApp- oder SMS-Nachrichten verwendet. (Foto: K. Connors)

Terroristische Organisationen transferieren Geld mittels des Hawala-Systems ÔÇô das zum ├ťbermitteln von Betr├Ągen und Codew├Ârtern WhatsApp- oder SMS-Nachrichten verwendet. (Foto: K. Connors)

Um Anschl├Ąge zu finanzieren, verwenden Terrororganisationen wie IS und Al-Quaida nach Ansicht von Experten keine ├ťberweisungen ├╝ber herk├Âmmliche Banken. Stattdessen transferieren diese Organisationen ihre Gelder ├╝ber das informelle ├ťberweisungssystem ÔÇ×HawalaÔÇť, das bereits seit dem fr├╝hen Mittelalter im Vorderen und Mittleren Orient existiert.

Die Besonderheit dieses Systems besteht darin, dass es keine Bankkonten voraussetzt. Stattdessen kommt Bargeld zum Einsatz. Allerdings ohne dass dieses Bargeld tats├Ąchlich transportiert werden m├╝sste.

WhatsApp-Nachricht statt Bank├╝berweisung

Wie ist das m├Âglich? Die Hawala-H├Ąndler (die so genannten ÔÇ×HawaladareÔÇť) unterhalten in verschiedenen St├Ądten Geldspeicher, in denen sie Bargeld aufbewahren. M├Âchte beispielsweise ein Kunde in New York Geld an einen anderen Kunden in Kairo ├╝berweisen, so ├╝bergibt er das Geld in bar an einen Hawaladar in New York. Dieser Hawaladar schickt einem Kollegen in Kairo eine Nachricht per WhatsApp oder SMS, die den Betrag und ein Codewort enth├Ąlt. Der Hawaladar in Kairo zahlt dann das Geld an den Empf├Ąnger aus.

In regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden ÔÇô zum Beispiel einmal in der Woche ÔÇô f├╝hren die beteiligten Hawaladare einen Kassensturz durch. Wenn ein Hawaladar mehr Geld ausgezahlt als eingenommen hat, so beginnt er im n├Ąchsten Abrechnungszeitraum mit einem entsprechenden Guthaben.

In Deutschland legal

J├Ąhrlich werden weltweit ungef├Ąhr 200 Milliarden US-Dollar auf diese Weise ├╝bertragen. Naturgem├Ą├č ist ein derartiges System gut geeignet f├╝r das Finanzieren illegaler Aktivit├Ąten oder f├╝r Geldw├Ąsche.

Nach Sch├Ątzungen von Experten betreffen jedoch etwa 95 Prozent der Hawala-├ťberweisungen legale Gelder und legale Transaktionen. Auch deutsche Unternehmen und internationale Organisationen verwenden dieses System, um in Gegenden mit schlecht entwickeltem oder nicht vorhandenem Banksystem ihre Mitarbeiter zu bezahlen.

In Deutschland sind Hawala-├ťberweisungen nur dann strafbar, wenn der Hawaladar ohne Genehmigung und Kontrolle der Bundesanstalt f├╝r Finanzdienstleistungsaufsicht arbeitet.

In Deutschland sind Hawala-├ťberweisungen lediglich dann illegal, wenn der Hawaladar ohne Genehmigung der Bundesanstalt f├╝r Finanzdienstleistungsaufsicht arbeitet. (Foto: Bundesanstalt f├╝r Finanzdienstleistungsaufsicht)

In Deutschland sind Hawala-├ťberweisungen lediglich dann illegal, wenn der Hawaladar ohne Genehmigung der Bundesanstalt f├╝r Finanzdienstleistungsaufsicht arbeitet. (Foto: Bundesanstalt f├╝r Finanzdienstleistungsaufsicht)

Quellen: Die Welt, Informal Money Transfer Systems: Opportunities and Challenges for Development Finance, Bundesanstalt f├╝r Finanzdienstleistungsaufsicht, Deutschlandradio Kultur

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren f├╝r eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als n├╝tzliche Strukturierungsmittel ÔÇô und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person ├╝ber sich selbst.