Samsung Galaxy Note 8.0

14. Mai 2013 2 Kommentar(e)
Samsung Galaxy Note 8.0 Androidmag.de 5 5 Sterne

Die erste Symbiose aus Phablet und Tablet.

Funktioniert das?

Das zweite Tablet der Note-Serie. Starke Hardware, ordentliche Verarbeitung, viele Extras: Ein gelungener Angriff auf das iPad mini.

Galaxy_Note_8

Der diesjĂ€hrige MWC begann mit einem Knalleffekt: Zwar war bekannt, dass Samsung einen acht Zoll großen Note-Ableger in petto hat, ĂŒberraschend war allerdings, dass die Koreaner das Tablet schon einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Messe der breiten Öffentlichkeit prĂ€sentierten. Damit war gemeinhin nicht zu rechnen, das mediale Echo war entsprechend groß. Diese Anerkennung hat sich das Galaxy Note 8.0 aber auch verdient – die ersten Stimmen zum GerĂ€t fielen ĂŒberwiegend positiv aus. Wir haben den mittleren Bruder der Note-Geschwister ausfĂŒhrlich unter die Lupe genommen, und verraten euch auf den nĂ€chsten Seiten, was der Achtzöller so taugt.

Verarbeitung: Samsung setzt wie gehabt auf Polycarbonat. Der Kunststoff gilt gemeinhin zwar nicht als edelstes Material, wirkt sich aber positiv auf das Gewicht aus.

Samsung setzt wie gehabt auf Polycarbonat. Der Kunststoff gilt gemeinhin zwar nicht als edelstes Material, wirkt sich aber positiv auf das Gewicht aus.

Erwartet starke Hardware

Zuerst zu den nackten Tatsachen: Samsung stattet das Note 8.0 mit der im Moment besten Hardware aus. Unter der Haube werkelt ein mit 1,6 GHz getakteter Exynos 4412 Quad Core-Prozessor. In Zusammenarbeit mit 2 GB RAM und Android 4.1.2 lĂ€sst das Tablet seine Muskeln spielen. Es gibt keine Anwendung, die der Hardware Probleme bereiten – im Test liefen sĂ€mtliche Videos, Spiele und Apps butterweich, Aussetzer sind dem Note 8.0 ein Fremdwort. Untermauert wird diese Tatsache durch diverse Benchmark-Ergebnisse, bei An-Tutu erreichte das GerĂ€t einen Wert von 17.097 Punkten. Damit greift es die ersten PlĂ€tze der inoffiziellen Tablet-Reihung an, nur der große Bruder, das Note 10.1, und das TransformerPad Infinity TF700T erreichen eine noch bessere Punktezahl.

Die Benchmark-Ergebnisse von Vellamo, GFX und Antutu.

Die Benchmark-Ergebnisse von Vellamo, GFX und Antutu.

Tasten und Sensoren: Am rechten Rahmen sind der On/Off-Button und die LautstÀrkewippe untergebracht. Praktisch: Mit dem Infrarotsensor steuern Sie FernsehgerÀte.

Am rechten Rahmen sind der On/Off-Button und die LautstÀrkewippe untergebracht. Praktisch: Mit dem Infrarotsensor steuerst du FernsehgerÀte.

Display und Kamera

Beeindruckend auch das Display: Dank der TFT-LCD-Technologie werden die Farben realitĂ€tsnah dargestellt, im Vergleich mit den AMOLED-Displays der Note-Smartphones wirken die Farben aber selbstverstĂ€ndlich blasser. Bei der direkten GegenĂŒberstellung mit dem Display des Note 10.1 zeigte sich aber, dass das LCD-Panel die Farben sogar ein wenig ĂŒbersĂ€ttigt darstellt. Schlussendlich eine Geschmackssache, objektiv bewertet ist die BildschirmqualitĂ€t des Note 8.0 aber ausgezeichnet. Überraschend die GrĂ¶ĂŸe: Mit einer Diagonale von acht Zoll greift Samsung direkt das iPad mini an, anders ist das recht ungewöhnliche Format nicht zu erklĂ€ren.

Umrandet wird der TFT-LCD von einem Rahmen, wie gewohnt gefertigt aus Polycarbonat. Der Einsatz des Kunststoffs wirkt sich positiv auf das Gewicht aus: Mit nur 338 Gramm ist das Note 8.0 sogar leichter als das um ein Zoll kleinere Nexus 7. In den Rahmen eingelassen ist ein Slot fĂŒr die microSD-Karten, die den werkseitig verbauten 16 bzw. 32 GB großen Speicher aufrĂŒsten sollen. Auf der gegenĂŒberliegenden Seite findest du die typischen Tasten, unter dem On/ Off-Button sitzt die LautstĂ€rkewippe. RĂŒckseitig verbaut ist eine 5 MP-Kamera, die ein wenig aus dem 7,9 mm dicken GerĂ€t hervorragt – das Tablet liegt dadurch nicht plan auf, bei der Bedienung stört dies jedoch wenig. Vorderseitig ist eine 1,3 MP-Kamera verbaut, das ist der ĂŒbliche Standard.

Die rĂŒckseitige 5 MP-Kamera ragt leicht aus der Abdeckung hervor, damit liegt das Tablet nicht ganz eben auf. Vorne kommt eine 1,3 MP-Kamera zum Einsatz.

Die rĂŒckseitige 5 MP-Kamera ragt leicht aus der Abdeckung hervor, damit liegt das Tablet nicht ganz eben auf. Vorne kommt eine 1,3 MP-Kamera zum Einsatz.

Ein Testbild der Kamera.

Ein Testbild, aufgenommen mit der Kamera des Note 8.

Neue Designlinie

Setzte Samsung beim 10 Zoll-Note noch auf das gewohnte Tablet-Erscheinungsbild, orientiert sich der acht Zoll große Vertreter an der Designlinie der Note-Smartphones – sowohl in Bezug auf die Optik, als auch die Software betreffend. HĂ€lt man das Note 8 im Hochformat, wirkt es wie ein ĂŒberdimensioniertes Note 2. SĂ€mtliche Äußerlichkeiten sind an die Smartphone-Serie angelehnt. Keine schlechte Entscheidung – auf diese Weise schafft es Samsung, die StĂ€rken beider Systeme in einem GerĂ€t zu vereinen. Das fĂ€llt unter anderem sofort auf, wenn man einen Blick auf die Ladebuchse wirft: Vorbei die Zeit der proprietĂ€ren Stecker, die Koreaner spendieren dem Note 8.0 einen handelsĂŒblichen Micro-USB-Slot zum Laden des Akkus und zur Datensynchronisation.

Wem die visuellen Unterschiede nicht groß genug sind, die Software wird die letzten Zweifler ĂŒberzeugen. Zwar setzen die Koreaner auch hier auf die TouchWiz-OberflĂ€che, allerdings auf die Smartphone-Version des Launchers. FĂŒr den Nutzer bedeutet das: Benachrichtigungsleiste oben, MenĂŒ-Button unten – also dem bisher ĂŒblichen Tablet-Erscheinungsbild entgegengesetzt. Apropos Benachrichtigungsleiste: Diese wird beim Note 8 erstmals transparent angezeigt, eine Neuerung, die bei der PrĂ€sentation des Galaxy S4 erstmals fĂŒr Aufmerksamkeit sorgte.

Mit dem Micro-USB-Slot kommt der Hersteller dem Wunsch der Kunden nach. Das mitgelieferte LadegerÀt ist von Samsung-Smartphones bekannt.

Mit dem Micro-USB-Slot kommt der Hersteller demWunsch der Kunden nach. Das mitgelieferte LadegerÀt ist von Samsung-Smartphones bekannt.

Der S Pen

Bei all den Neuerungen, die Samsungs neues GerĂ€t aufgrund der Symbiose aus Phablet und Tablet mit sich bringt, eine Sache bleibt bestehen: Der S Pen. Wie immer ist der Stylus an der rechten unteren Ecke versteckt. Mit jedem neuen Note verĂ€nderte der interaktive Stift seine Form, der aktuelle Faktor kommt dem PrĂ€dikat „perfekt“ schon recht nahe. Er liegt wunderbar in der Hand und ist im Vergleich zum Stylus des Note 10.1 wieder ein wenig dĂŒnner geworden, nur die LĂ€nge blieb gleich. Also auch hier wieder ein Kompromiss in der Mitte – zwischen Note 2 und 10.1. Einzig das Problem mit der Position des Stift-Buttons bleibt bestehen: Die einzige Taste am S Pen ist nach wie vor zu weit oben positioniert, so richtig intuitiv lĂ€sst sich der Stylus damit nicht bedienen.

Eines ist allerdings auch beim S Pen neu: Erstmals ist es möglich, auch die kapazitiven Tasten neben dem Home-Button mit dem Stift zu bedienen. Samsung hört also durchaus auf seine Kunden, den Note-Sympathisanten war dieser Mangel schon lange ein Dorn im Auge. Bisher konnte man die Tasten nur mit den Fingern bedienen, in der Theorie musst du den Stift nun nie wieder aus der Hand legen.

Und noch etwas findet sich beim ausfĂŒhrlichen Testen des S Pens: Einige auserwĂ€hlte Apps unterstĂŒtzen mittlerweile Air View, Samsung beschrĂ€nkt die Technologie nicht mehr nur auf native Anwendungen. Hinter dem Begriff verbirgt sich die Darstellung von Vorschauseiten, auch wenn du den Stift nur wenige Millimeter ĂŒber das Display hĂ€ltst. Die Nachrichten-App Flipboard, die vorinstalliert mitkommt, unterstĂŒtzt dieses Feature nun beispielsweise erstmals.

Der S-Pen: In der rechten unteren Ecke ist der S Pen untergebracht. Beim Herausziehen des Stylus öffnet sich automatisch eine Übersichtseite mit relevanten Anwendungen.

Der S-Pen: In der rechten unteren Ecke ist der S Pen untergebracht. Beim Herausziehen des Stylus öffnet sich automatisch eine Übersichtseite mit relevanten Anwendungen.

Die MenĂŒ- und die ZurĂŒck-Taste können beim Note 8.0 erstmals mit dem Stift bedient werden. Eine sinnvolle Verbesserung.

Die MenĂŒ- und die ZurĂŒck-Taste können beim Note 8.0 erstmals mit dem Stift bedient werden. Eine sinnvolle Verbesserung.

Softwareseitige Extras

Neben der Aufwertung von Flipboard spendiert der Hersteller dem GerĂ€t noch einige weitere interessante Software-Extras: Erstmals ist auf einem Samsung-GerĂ€t die App aNote HD vorinstalliert. Bei diversen PrĂ€sentationen zeigte sich das Unternehmen ob dieser Errungenschaft recht stolz, im Endeffekt verbirgt sich dahinter aber lediglich eine weitere Notiz-App. Zwar bietet die Anwendung einige nĂŒtzliche Funktionen, zu JubelstĂŒrmen verleitet aNote HD dennoch nicht.

Interessanter ist da schon die ebenfalls vorinstallierte App „Peel Smart Remote“. In Kombination mit dem verbauten Infrarotsensor verwandelst du das Note 8.0 in eine interaktive Fernbedienung fĂŒr deinen Smart TV. Die Einrichtung der App nimmt zwar einige Minuten in Anspruch, dafĂŒr klappt die Bedienung danach einwandfrei. UnterstĂŒtzt werden GerĂ€te aller bekannten Hersteller, auch Pay TV-Sender stehen zur Auswahl. Die Besonderheit: Peel analysiert dein Fernsehverhalten, schlĂ€gt automatisch Sendungen vor und dient als zentrale Anlaufstelle aller relevanten Informationen zu Film und Fernsehen.

Das Tablet wird zur Universalfernbedienung. Peel analysiert Ihr Fernsehverhalten und schlÀgt mögliche interessante Sendungen vor.

Das Tablet wird zur Universalfernbedienung. Peel analysiert dein Fernsehverhalten und schlÀgt mögliche interessante Sendungen vor.

Neuer Lese-Modus

Ansonsten dominieren die ĂŒblichen Bekannten: Die verschiedenen Hubs dĂŒrfen da natĂŒrlich ebenso wenig fehlen wie Play Music oder der Google-eigene Browser Chrome. ErwĂ€hnenswert ist hiervon nur der Readers Hub, und der auch nicht des Hubs willen, sondern aufgrund einer anderen Neuheit: Das Note 8.0 kommt mit einem „Lese-Modus“ getauften Feature. Ist er aktiviert, verĂ€ndert das Tablet die Farbdarstellung auf dem Display. Buchseiten sollen so realistischer wirken – der Unterschied ist klar erkenntlich. Wie viel das in der Praxis bringt, muss jeder fĂŒr sich beurteilen. Wir konnten keine eklatante Verbesserung der Lesbarkeit feststellen. Das Feature funktioniert ĂŒbrigens nicht mit jeder Anwendung, eine Liste mit unterstĂŒtzten Apps findest du in den Einstellungen.

Fazit

Der Angriff auf das iPad mini ist eröffnet und Samsung schickt einen ganz heißen Kandidaten in das Rennen. Das Note 8.0 ĂŒberzeugt mit starker Hardware, perfekt abgestimmter Software und einer Menge nĂŒtzlicher Extras. Da auch das Display und vor allem der Formfaktor ĂŒberzeugen, steht einem Verkaufsschlager nichts im Wege.

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GerÀtevergleich Rang 9

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Oliver Janko   Redakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews fĂŒr die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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