Japanisches Unternehmen möchte Displayränder überflüssig machen

Tam Hanna 10. November 2013 0 Kommentar(e)

Samsung und LG nutzen ihre flexiblen Displays im Moment nur zur Steigerung der Robustheit und zur Verbesserung der Ergonomie. Ein japanisches Unternehmen verspricht nun, Telefone ohne Rahmen bauen zu können.

Im Grunde genommen handelt es sich dabei um das konsequente Weiterdenken der „traditionellen“ Idee des flexiblen Bildschirms. Bei ausreichender Biegbarkeit wäre es problemlos möglich, das Display um den Rand des Telefons zu wickeln.

Auf der FPD International – die Messe gilt als Mekka der Displayhersteller – zeigte SEL eine Gruppe von eindrucksvollen Prototypen. Das „Babymodell“ hatte eine Auflösung von 960×543 Pixeln und war an der Oberseite abgewinkelt. Dadurch kann der Hersteller Tickermeldungen und andere interessante Daten an der Oberkante des Handys anzeigen.

Die Vollversion wickelt das Display um die Seiten des Geräts. Auf diese Art und Weise dürften die für den einen oder anderen Serienfehler zuständigen „Seit-Buttons“ weitgehend unnötig werden.

OLED-Display und Touchscreen statt Knopf - wenn es nach den Wünschen eines japanischen Unternehmens geht, ist das bald Realität (Bildquelle: AndroidAuthority)

OLED-Display und Touchscreen statt Knopf – wenn es nach den Wünschen eines japanischen Unternehmens geht, ist das bald Realität (Bildquelle: AndroidAuthority)

Neben den gezeigen Telefonen gab es auch eine Smartwatch. Diese enthält neben dem schon erwähnten Display auch eine verformbare Batterie, die ebenfalls aus dem Hause SEL stammt. In ersten Tests hat sie 10 000 Verformungen ausgehalten – ob das in Anbetracht der explosiven Eigenschaften von LiIon-Akkus eine gute Idee ist, wagen wir hier nicht zu beurteilen.

Noch gibt es keine ETA für erste auf dem neuen Bildschirm basierende Telefone. Der CEO des Unternehmens hielt sich auch nach mehrfachen Anfragen diverser Journalisten bedeckt – es dürfte in Anbetracht der extrem langen Entwicklungszeit der normalen flexiblen Displays noch einige Jahre dauern, bevor die Technik in erste High-End-Geräte einzieht.

Es ist alles andere als klar, wie sich diese Änderung auf die Robustheit der Hardware auswirkt. Wenn ein Telefon herunterfällt, so landet es – das lehrt die praktische Erfahrung – meist auf einer Kante. Dieses Verhalten erlaubt dem Gehäuse das Abführen eines Gutteils der Stoßenergie. Hersteller von robusten Smartphones (Stichwort Aceeca) statten ihre Geräte nicht umsonst mit wuchtigen Rahmen aus, die den empfindlichen Bildschirm von jeder Seite aus „abschirmen“.

Denkt ihr, dass sich diese Technologie im Massenmarkt durchsetzt? Oder stellt hier die Physik Grenzen auf, die die Vorstellungskraft der Designer reglementiert?

Quelle: AndroidAuthority

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen

Kennst du schon unsere Magazine?

Alle Magazine anzeigen