Tischtennis-Duell zwischen Mensch und Maschine verkommt zum Werbefilmchen

Redaktion 11. März 2014 1 Kommentar(e)

Wer gewinnt im Kampf zwischen Mensch und Maschine? Ein Tischtennis-Duell sollte eine Antwort darauf geben, ist am Ende aber nur zu einem billigen Werbefilmchen für den Roboter-Hersteller verkommen.

Das Duell Mensch gegen Maschine findet nicht nur in der Fiktion statt, Terminator oder Matrix lassen grüßen, auch im wahren Leben misst sich unsere Spezies nur allzu gerne mit ihren mechanischen Kreationen. Unvergessen das Jahr 1996, als mit Deep Blue zum ersten mal ein Computer den Sieg gegen einen Menschen im Schach davontrug. So eindrucksvoll diese Leistung auch war, entschied doch am Ende die pure Rechenleistung über Sieg und Niederlage im Schach-Duell.

Schnelligkeit und Präzision gefragt

Doch wie schneiden Mensch und Maschine gegeneinander ab, wenn es um eine sportliche Disziplin wie Tischtennis geht, bei der Schnelligkeit und Präzision gefragt ist? Ein Match zwischen Timo Boll, immerhin ehemalige Nummer 1 der Weltrangliste, und dem Roboter KR Agilus versprach eine Antwort – endete dann aber als billiger Werbespot für den Roboterhersteller KUKA.

Mensch gegen Maschine: Im Tischtennisduell zwischen Timo Boll und dem KR Agilus, geht es hoch her. (Bild: KUKA AG/ Youtube Screenshot)

Mensch gegen Maschine: Im Tischtennisduell zwischen Timo Boll und dem KR Agilus, geht es hoch her. (Bild: KUKA AG/ Youtube Screenshot)

Sieg für die Maschine scheint unausweichlich

Auf einer eigens angelegten Webseite wurde das angebliche Duell, das in der chinesischen Stadt Shanghai stattfand, als ultimativer Test zwischen Mensch und Maschine angepriesen. Umso bedauerlicher also, dass es am Ende gar keinen Zweikampf gab, sondern nur ein bescheidenes Werbefilmchen dabei herauskam. So beginnt das Duell, ganz im Stile Hollywoods, mit der fast unausweichlichen Niederlage Bolls: Match um Match verliert der 33 jährige Tischtennis-Profi, bis es schließlich 6:0 für die seelenlose Maschine steht und das Spiel kaum mehr zu wenden scheint.

Selbst Pathetik-Großmeister Michael Bay hätte es nicht besser hinkriegen können

Dann aber, kurz vor der Niederlage und untermalt von kitschigen Slow-Motion-Aufnahmen wie sie selbst Pathetik-Großmeister Michael Bay nicht besser hätte hinkriegen können, wird Timo Boll vom unbedingten Siegeswillen gepackt und schlägt erneut auf – und erringt seinen ersten Punkt. Die Kugel kullert langsam übers Netz auf die Seite des Roboters und markiert damit den Start einer furiosen Aufholjagd, an deren Ende Boll knapp mit 9:11 gewinnt.

Gut gemachte PR-Aktion

„NOT THE BEST IN TABLE TENNIS. BUT PROBABLY THE BEST IN ROBOTICS“, mit dieser Botschaft endet dann auch das angebliche Tischtennis-Duell zwischen Timo Boll und dem KR Agilus, das in Wahrheit wohl nur eine gut gemachte PR-Aktion des augsburgischen Maschinenbauers KUKA war. Auch wenn das Werbefilmchen nett anzusehen ist, ein echter Kampf zwischen Mensch und Maschine war es nicht. Schade eigentlich.

Quelle: The Verge

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