Die Iraker trotzen der Websperre mithilfe der App Firechat

1. Juli 2014 0 Kommentar(e)

Der Vormarsch der Dschihadistengruppe ISIS hat die irakischen Behörden dazu veranlasst, den Zugang zum Internet und bestimmten sozialen Online-Plattformen einzuschränken. Doch für viele Iraker ist dies kein Problem, sie verwenden einfach die App Firechat.

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Firechat ist eine App, die das Kommunizieren mit anderen Smartphone-Besitzern ermöglicht, ohne dass Internet oder Mobilfunk dafür Voraussetzung wären. Sie müssen nur Firechat installiert haben. Wir haben über die Funktionsweise berichtet.

Nur via WiFi und Bluetooth

Diese alternative Funktionsweise der App ist normalerweise aber auch ihr Nachteil. Denn der Datenaustausch läuft über ein Mesh-Netzwerk ab. Das ist ein vermaschtes Netz, in dem jeder Netzwerkknoten mit einem oder mehreren anderen verbunden ist. Die Daten werden darin von Knoten zu Knoten weitergereicht – solange bis sie das Ziel erreichen. Das funktioniert dann gut, wenn viele User mitmachen. Ist aber in einem recht engen Umkreis kein weiterer Knoten vorhanden ist, ist die Technologie zum Scheitern verurteilt.

Die Iraker setzen auf Firechat, um die Websperre zu umgehen (Foto: Open Garden)

Die Iraker setzen auf Firechat, um die Websperre zu umgehen (Foto: Open Garden)

Im Irak erfreut sich die App jedenfalls nun größter Beliebtheit. Alleine in der vergangenen Woche wurde sie rund 40.000 Mal heruntergeladen. Der Grund: In einigen Regionen, in denen die ISIS-Gruppe besonders aktiv ist, hat die Regierung den Zugang zum Web vollständig gekappt, um den Dschihadisten die Kommunikation zu erschweren.

Es ist ja nicht neu, bei militärischen Konflikten die Kommunikation des jeweiligen Gegners zu erschweren, indem man z.B. das WWW sperrt. Dank des technologischen Fortschritts ist es den Betroffenen allerdings immer schneller möglich Alternativen zu nutzen. Das waren in der Vergangenheit Youtube und Twitter, im Irak ist es diesmal eben Firechat, das dort sehr gut funktionieren dürfte.

Quelle: pte

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Geschäftsführer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spaß, dass er dafür sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft natürlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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