Android-Versionsverteilung: Jelly Bean kommt beinahe an Gingerbread heran

Tam Hanna 6. Juni 2013 2 Kommentar(e)

Google veröffentlicht regelmäßig Zahlen mit Informationen über die Versionsverteilung der im Play Store aktiven Hardware. Jelly Bean (Android 4.1) erreicht nun beinahe die Zahlen des angegrauten „Evergreens“ 2.3.3 aka Gingerbread.

Die aktuellste Verteilung setzt sich folgendermaßen zusammen:

Auf 4.x basierende Android-Versionen sorgen mittlerweile für mehr als die Hälfte des Gesamttraffics im Play Store (Bildquelle: Google, via AndroidAuthority)

Auf 4.x basierende Android-Versionen sorgen mittlerweile für mehr als die Hälfte des Gesamttraffics im Play Store (Bildquelle: Google, via AndroidAuthority)

Interessant ist, dass Gingerbread nur sehr langsam verfällt. War das System im Vormonat noch für 38.5 Prozent der Gesamtnutzung verantwortlich, so liegt sein Anteil nun noch immer bei 37%. Der Vorgänger FroYo hält sich ebenfalls tapfer: Er sank von 3.7 auf 3.2 Prozent. Amüsant ist, dass auch Ice Cream Sandwich (aka 4.0) an Bedeutung verliert. Sein Anteil sank von 27.5 Prozent auf 25.6.

Fraglich ist, wann und wie Google dem Problem begegnet. Diverse Medien berichten immer wieder über den „Update-Sauhaufen“, der daraus entstehende Imageschaden für die Plattform ist immens. Für Entwickler ist diese Situation ebenfalls unbefriedigend. Bei unzureichender Verbreitung der neuen Versionen lohnt es sich nicht, die dort erstmals angebotenen Funktionen in eigene Apps zu implementieren. Die meisten Top-Apps nutzen nach wie vor 2.3 als baseline, da das Anzielen von 4.x immer noch mehr als ein Drittel der Nutzer ausschließt.

Anders als Apple hat Google wenig Möglichkeiten für Zwangsmaßnahmen. Das Ausschließen von veralteten Geräten (Schema: kein Play Store mehr) würde zu Nutzerprotesten führen und wäre eine Steilvorlage und Riesen-Werbekampagne für Amazons Store.

Die realistischste Möglichkeit wäre eine Anpassung der Lizenzbedingungen für das Betriebssystem. Leider ist auch das nicht wirklich praktikabel: selbst wenn Google die Nutzung seiner Apps an strenge Regeln knüpft, bleibt der Rest des Betriebssystems quelloffen. Licensees könnten diesen Teil um hauseigene Komponenten ergänzen, um so eine Art hauseigenes Android zu konstruieren.

Die dadurch entstehende zusätzliche Fragmentierung wäre – anders als die bisherige – Fragmentierung ein richtiges Problem für die Entwickler. Bisher geht es primär um verschiedene Bildschirmgrößen und Arbeitsspeicherausbauten; die oben geschilderte Vorgehensweise würde zu einer Vielzahl von zueinander völlig inkompatiblen APIs führen.

Hattet ihr schon einmal Probleme mit einem nicht verfügbaren Update? Oder seid ihr komplett auf Custom ROMs umgestiegen?

Quelle: AndroidAuthority

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