BlackBerry CEO John Chen kritisiert KNOX-Integration in Android L und glaubt auch nicht daran

Daniel Kuhn 5. Juli 2014 3 Kommentar(e)

Seit der Google-I/O-Keynote wissen wir, dass Android L dank der Integration von Samsungs KNOX-Technologie einen deutlichen Sicherheitszuwachs für Business-Nutzer erhält. Eigentlich eine tolle Sache, doch John Chen, CEO von BlackBerry, sieht die Sache naturgemäß etwas kritischer.
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Foto: Reuters

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BlackBerry ist über lange Zeit die erste Wahl für Business-Nutzer und Nutzer mit erhöhtem Sicherheitsbedarf beim Militär und in der Politik gewesen. Doch der Stern des Unternehmens hat längst deutlich an Leuchtkraft verloren und BlackBerry ist durch einige fragwürdige Entscheidungen weit ins Hintertreffen gegen die Konkurrenz gekommen. Heute ist das Unternehmen nur mehr ein Schatten seiner selbst. Dennoch herrscht intern der feste Glaube, nach wie vor die sicherste und vor allem begehrteste Plattform im Business-Bereich zu sein. Davon zeugt der Blog Post von CEO John Chen, in dem er die kommende Android-L-Sicherheitsoffensive kritisiert.

Die kommende L-Version wird bekanntlich die Sicherheitslösung KNOX von Samsung integriert haben, doch laut Chen ist dies zwar ein lobenswerter Anfang, doch glaubt er nicht, dass es für Firmen mit Fokus auf Sicherheit ausreichen wird. Stattdessen sollten diese Firmen sich Unternehmen aussuchen, die bereits drei Dekaden damit verbracht haben, Produktivität und Sicherheit zu vereinen und voranzutreiben. KNOX würde versuchen, eine sichere Festung auf ein unsicheres Fundament zu bauen, während BlackBerry Sicherheit in wirklich jedem Bereich bietet.

Dass ein Firmenchef direkt die Konkurrenz kritisiert ist vielleicht nicht die feine Art, aber wiederum auch nicht ungewöhnlich. Im Falle Chens sind die Kritikpunkte soweit sogar noch halbwegs nachvollziehbar. Allerdings verschweigt er, dass auch Samsungs Technologie vom US-Verteidigungsministerium offiziell zugelassen wurde, während er sich damit brüstet, dass BlackBerry zugelassen sei. Darüber hinaus kritisiert er, dass KNOX bisher nur auf rund 2 Millionen Samsung-Smartphones eingesetzt wird, während es mehrere zig Millionen BlackBerry-Geräte gibt. Doch hier wird die Sache dann ziemlich lächerlich. KNOX existiert erst seit rund einem Jahr, und dafür sind zwei Millionen Geräte schon ganz beachtlich. Außerdem dürfte sich die Verbreitung mit Android L deutlich vergrößern, wenn auch nicht-Samsung-Geräte davon Gebrauch machen können. Zudem existiert BlackBerry wie bereits erwähnt seit mehreren Jahrzehnten, ist aber inzwischen anhand der Verkaufszahlen kaum noch als Konkurrent auf dem Smartphone-Markt ernst zu nehmen.

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Es ist uns nicht ganz klar, ob Chen an Realitätsverschiebung leidet, oder einfach die Chance für ein bisschen Publicitiy nicht ungenutzt vorüberziehen lassen wollte. Die abschließende Aussage – man solle sich nicht von Firmen blenden lassen, nur weil sie die Sicherheitssprache beherrschen, sondern stattdessen das Unternehmen ansehen, dass mehrfach bewiesen hat, dass es den Weg gehen kann – bringt leider genauso wenig Klarheit, wie die Ankündigung von Chen, sich vom Smartphone-Markt zurückzuziehen.

Quelle: BlackBerry (via Android Headlines)

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