Threema kritisiert Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp als unzureichend

Daniel Kuhn 23. November 2014 5 Kommentar(e)

Vor wenigen Tagen hat WhatsApp mit der Ankündigung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachrichten, für positive Nachrichten gesorgt. Konkurrent Threema sieht dies allerdings anders, und stichelt gegen den immer noch unsicheren Messenger.

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WhatsApp ist zwar der beliebteste und am weitesten verbreitete Instant Messenger, aber in Sachen Sicherheit belegt der inzwischen zu Facebook gehörende Messenger lange schon einen der hinteren Plätze, wie auch die Stiftung Warentest kürzlich erst wieder in einem Sicherheitscheck bestätigt hat. Doch vor wenigen Tagen hat das Unternehmen angekündigt, dass mit dem nächsten Update für Android endlich eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachrichten Einzug hält. Viele Beobachter sahen dies als positive Entwicklung und Kehrtwende, doch die Konkurrenz ist da deutlich kritischer.

Vor allem die Entwickler des als sichere Alternative zu WhatsApp geltenden Threema halten sich mit Kritik an WhatsApp nicht zurück. Zwar ist die Einführung der Verschlüsselung ein Schritt in die richtige Richtung, doch letztendlich nur ein Teil eines immer noch weitestgehend unvollständigen Puzzles. Mit diesem Puzzle meint Threema eine ganzheitlich sichere Kommunikation. Die Verschlüsselung funktioniert nur zwischen Android-Geräten und auch nur für Nachrichten zwischen zwei Nutzern, nicht aber für Gruppennachrichten. Des Weiteren lässt die Kopplung des Nutzerprofils an die Mobilfunknummer immer noch Rückschlüsse auf die Identität des Nutzers zu, was von Threema mit dem Kommentar „Die Datensammelei geht weiter“ kritisiert.

Die Übermittlung der Daten an den in Amerika stationierten Dienst sieht Threema ebenfalls sehr kritisch. Das Schweizer Unternehmen bietet mit einer Verschlüsselung der lokalen Daten und zudem die Nutzung ohne Koppelung an Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und ist von Grund auf mit Blick auf Sicherheit und Schutz der Privatsphäre konzipiert.

Doch bei genauerer Betrachtung ist auch Threema nicht perfekt, denn die eingesetzte Verschlüsselung ist Closed Source und kann somit nicht von der Community auf Sicherheitslücken geprüft werden – WhatsApp setzt dagegen auf TextSecure, die bisher allen Überprüfungen standhalten konnte. Doch auch wenn die Versprechen von Threema in Bezug auf die Verschlüsselung sich nicht überprüfen lassen, muss man der Kritik des Unternehmens an der Konkurrenz jedoch Recht geben, denn mehr als ein erster Schritt in die richtige Richtung ist die Verschlüsselung von WhatsApp bisher leider nicht.

(via ComputerBase)

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