Pressy: Hardware-Button für Android-Geräte im Kurztest

Daniel Kuhn 29. Juni 2014 6 Kommentar(e)

Pressy ist ein Hardware-Button, der über die Kopfhörerbuchse eines Android-Gerätes verschiedene Aktionen ausführen kann. Wir haben uns den kleinen Stöpsel näher angesehen um herauszufinden, ob er hält, was er verspricht.
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Pressy-Kurztest

Über eine Crowdfunding-Kampagne hat ein Startup im vergangenen Jahr das Startkapital für die Produktion von Pressy zusammengesammelt. Der kleine Stöpsel, der das Smartphone in der Audiobuchse um eine Hardware-Taste erweitert, hat das gesteckte Ziel dabei problemlos übererfüllt. Danach gab es leider diverse Probleme und Verzögerungen, die teilweise zu einigem Ärger unter den Backern geführt haben. Nun sind die Probleme aber endlich aus dem Weg geräumt und die Buttons bei den ersten Backern angekommen.

Pressy-Nexus-5

Hardware

Pressy ist eigentlich ein 3,5 Millimeter Klinkenstecker mit einem Button wo sonst das Kabel für Kopfhörer herauskommt. Wenn Pressy in die Audiobuchse des Android-Geräts eingesteckt ist, steht der Knopfteil ein kleines Stück heraus, aber nicht so weit, dass es stören würde. Auch mit einem Case lässt sich Pressy problemlos verwenden, zumindest mit dem Ringke-Slim-Case für mein Nexus 5 gab es keine Probleme.

Pressy-Nexus-5-Case

Pressy ist gut verarbeitet und macht einen sehr soliden Eindruck. Der Button besitzt einen angenehmen Druckpunkt. Zusätzlich zu dem Button erhält man ein kleines Aufbewahrungs-Case aus Silikon, das man wahlweise am Schlüsselbund oder am Kabel der Kopfhörer befestigen kann. In dem Case sitzt Pressy fest genug, so dass man keine Angst haben muss, den kleinen Stöpsel zu verlieren, wenn er nicht im Smartphone steckt.

Pressy-Kopfhörer

Pressy-Schlüsselbund

Software

Die Verpackung von Pressy ist sehr gelungen. Ein netter kleiner Pappkarton, der aufgeklappt nicht nur Pressy selber freigibt, sondern auch eine erste kurze Anleitung für die Installation beinhaltet. Diese ist dann auch denkbar einfach: App herunterladen, Pressy in die Audiobuchse des Smartphones oder Tablets stecken und dem gut gemachten Tutorial folgen.

Pressy-Verpackung

Hier wird erklärt, wie man neue Aktionen hinzufügen und ihnen eine bestimmte Presssequenz zuweisen kann. Zum Beispiel, drei Mal lang drücken startet die Taschenlampe, Einmal kurz drücken kann ein Foto mit der Kamera aufnehmen. Die Aktionen können so zugewiesen werden, dass sie auch bei ausgeschaltetem Display funktionieren. Dies ist vor allem bei der Kamera-App reizvoll, wenn das Smartphone keine dedizierte Kamerataste besitzt. Es stehen eine Vielzahl von Funktionen in der App zur Verfügung, aus denen man sich seine Favoriten auswählen kann.

Pressy-Tutorial-Screenshots

Anwendung

In der Praxis macht Pressy leider einen etwas durchwachsenen Eindruck. Wenn alles Funktioniert, wie es soll, ist Pressy eine tolle Erweiterung des Smartphones, die schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen bietet. Leider funktioniert nicht immer alles wie es soll. In unserem Kurztest kam es immer wieder zu teilweise massiven Verzögerungen. So dauerte es teilweise so lange, die Kamera-App zu starten, dass man auf dem althergebrachten Weg deutlich schneller gewesen wäre. Hier könnte allerdings ein Update der App für Abhilfe sorgen. Gut gefällt uns, dass die Pressy-App, sobald ein Stecker in die Audiobuchse gesteckt wird, nachfragt um was es sich handelt. Hier kann man auswählen, ob es ein Pressy oder Kopfhörer ist. Sollten die Kopfhörer eine Medientaste besitzen, kann diese wie Pressy fungieren und entsprechende Aktionen ausführen.

Pressy-Screenshots

Ein weiteres Ärgernis stellen leider die Schnellzugriffe für die Kamera dar. Man kann zwischen zwei Aktionen wählen: Entweder die Kamera-App öffnen, oder unmittelbar ein Foto aufnehmen. Bei der zweiten Aktion sieht man leider das Motiv nicht im Vorfeld, sondern erst wenn es aufgenommen wurde, in einem kleinen überlagerten Fenster, so dass diese Funktion zu einem ziemlichen Glückspiel gerät. Die erste Aktion öffnet zwar die Kamera-App, allerdings lässt sich Pressy darüber hinaus nicht als Auslöser nutzen. Die beiden Aktionen lassen sich leider auch nicht miteinander kombinieren, so dass man immer nach Öffnen der Kamera-App auf dem Display herumtippen muss. Auch hier hoffen wir, dass ein Update der App die Funktionalität noch erweitert.

Fazit

Zum derzeitigen Zeitpunkt muss man leider sagen: Die Idee ist gut, doch die Umsetzung noch nicht ausgereift. Dies ist vor allem in Anbetracht der doch recht langen Wartezeit auf den Hardware-Button ärgerlich. Insgesamt gibt Pressy zum derzeitigen Zeitpunkt also ein eher zwiegespaltenes Bild ab. Die vorhandenen Funktionen sind durchaus praktisch und eine sinnvolle Erweiterung des Smartphones, allerdings gibt es noch einige Probleme, die das Gesamtbild dann doch recht stark trüben. Sollte den Entwicklern allerdings gelingen, diese Kinderkrankheiten bald zu beseitigen, ist Pressy ein Smartphone-Zubehör, das jeder Android-Nutzer besitzen sollte. Derzeit kann Pressy über die Webseite des Startups für 27 US-Dollar bestellt werden, der Versand nach Deutschland schlägt nochmals mit 5 Dollar zu Buche. Wann genau die regulären Bestellungen allerdings ausgeliefert werden, oder ob Pressy auch über andere Händler angeboten wird, konnten wir bisher noch nicht in Erfahrung bringen. Sobald uns diese Informationen vorliegen, liefern wir sie aber selbstverständlich nach.

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