Edward Snowden: NSA plante Angriffe auf Google Play Store und Samsung App Store

Redaktion 22. Mai 2015 0 Kommentar(e)

Arglose Smartphone-Nutzer im Visier der NSA? Offenbar plante der amerikanische Geheimdienst, den Datentransfer zwischen dem Google Play Store und seinen Nutzern zu manipulieren, um Spionagesoftware auf den Mobilgeräten zu installieren. Ob der Plan in die Tat umgesetzt wurde, ist nicht bekannt. 

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Der Datenverkehr zum Play Store, damals noch Android Market, sollte nach den Plänen der „Five Eyes“ manipuliert werden.

Der Datenverkehr zum Play Store, damals noch Android Market, sollte nach den Plänen der „Five Eyes“ manipuliert werden.

Die Nachrichtendienste der sogenannten „Five Eyes“ – also der USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien – planten offenbar, Smartphone-Nutzer gezielt auszuspionieren, wie The Intercept berichtet. Dazu sollte der Datentransfer zwischen dem Google Play Store und dem App Store von Samsung abgefangen und manipuliert werden, wie aus einem von Edward Snowden veröffentlichten Dokument hervorgeht. Die Operation namens „Irritant Horn“ sah vor, sich mittels Man-in-the-Middle-Attacken zwischen die Kommunikation der Nutzer und den App-Marktplätzen von Google und Samsung zu schalten und so Schadsoftware an bestimmte Nutzer zu verteilen.

Für die Nutzer hätte es wie ein normaler Datenverkehr zu einer vertrauenswürdigen Quelle ausgesehen, wenn sie sich beispielsweise eine neue App heruntergeladen hätten. In Wirklichkeit hätten ihnen aber NSA, GCHQ & Co. Schadsoftware auf ihr Smartphone gespielt. Dabei ging es offenbar nicht nur um die Überwachung der betroffenen Nutzer, sondern auch um die gezielte Verbreitung von Falschinformationen an bestimmte Zielobjekte. Auch der versteckte Zugriff auf Download-Server bestimmter Firmen sollte mit der Methode erlangt werden.

Afrikanische Länder besonders im Fokus

Im besonderen Fokus hätten offenbar afrikanische Länder wie Senegal, Sudan und Kongo gestanden. Jedoch finden sich im fraglichen Dokument auch Hinweise auf einen Google-Server in Frankreich sowie Downloader-Server von Unternehmen in Kuba, der Schweiz, Marokko, den Niederlanden und Russland.

Fraglich ist, inwieweit das Programm tatsächlich umgesetzt wurde. Sowohl Google als auch Samsung haben auf Nachfrage von The Intercept eine Aussage verweigert. Gleiches gilt auch für die Geheimdienste der „Five Eyes“, die sich ebenfalls nicht dazu geäußert haben.

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Quelle: The Intercept (via Golem)

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