So wird jedes Smartphone zum Geigerzähler!

22. Januar 2012 1 Kommentar(e)

Ihr werdet sicher nicht sehr häufig in die Verlegenheit kommen radioaktive Strahlung nachweisen zu wollen bzw. müssen. Wenn doch, dann könnt ihr ab sofort euer Handy als Geigerzähler verwenden. Denn mit etwas schwarzem Klebeband lässt sich jedes mit Kamera ausgerüstete Smartphone schnell in einen Geigerzähler umfunktionieren. Möglich macht dies die App „Radioactivity Counter“ aus dem Android Market. Entwickelt wurde sie von Rolf-Dieter Klein gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum München.

So funktioniert´s

„Jeder Kamerasensor reagiert auf Strahlung“, erklärt Klein die Funktionsweise des downloadbaren Geigerzählers. „Normales Licht sind Photonen, Gammastrahlen sind Photonen mit erhöhtem Energiegehalt. Klebt man nun die Linse der Handykamera ab, so werden diese trotzdem registriert, da sie die Abdeckung durchschlagen.“ Die größten technischen Hürden, mit der die Entwickler zu kämpfen haben, sind das Grundrauschen der Chips und integrierte Bildverbesserungsmechanismen.

Radioactivity Counter muss je nach Gerät und Kameramodell individuell konfiguriert werden, dann sei sogar eine Messgenauigkeit mit nur geringen Abweichungen im einstelligen Prozentbereich zur tatsächlichen Strahlung möglich, erzählt der Entwickler. Unkonfiguriert liegt die Differenz bei 20 bis 40 Prozent. Der Unterschied zu einem herkömmlichen Geigerzähler ist die geringere Fläche der Kameraoptik von circa 2×2 Millimeter. Das Messrohr üblicher Instrumente erreicht meist eine Länge von rund zehn Zentimetern. Diese sind dafür wartungsintensiver und erreichen schneller das Limit ihres Messbereichs.

Fukushima als Auslöser

„Die Motivation hinter der Entwicklung war der plötzliche Mangel an Geigerzählern nach dem Unglück in Fukushima“, schildert Klein. „Wir haben uns gedacht: Da muss es doch auch einen anderen Weg geben.“ Das Umfunktionieren weit verbreiteter Devices eröffnet ein großes Einsatzpotenzial für die Zukunft. „Die App könnte bei weiter Verbreitung hilfreich im Bereich der Dirty-Bomb-Detection oder beim Schutz von Großveranstaltungen sein“, meint der Forscher.

Verwendbar auch im Alltag

Doch auch im Alltag lassen sich mit dem Radioaktivitäts-Aufspürprogramm interessante Experimente durchführen. So könnte ein Scan des eigenen Essens die eine oder andere Überraschung liefern, ebenso interessant sollen die Prüfergebnisse auf Interkontinentalflügen sein.

Die App liegt in einer Lite- und in einer Vollversion im Android Market vor, beide sind kostenpflichtig und schlagen mit 1,29 bzw. 3,49 Euro zu Buche.

Via: pressetext.de

Video: Strahlungsmessung bei Pilzen:

 

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Geschäftsführer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spaß, dass er dafür sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft natürlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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