Google: Nanopartikel sollen bei der Heilung von Krebs und anderen Krankheiten helfen

Hartmut Schumacher 29. Oktober 2014 0 Kommentar(e)

In frühestens fünf Jahren soll es soweit sein: Du schluckst eine Pille, die Nanopartikel enthält. Diese Partikel machen sich in deinem Körper auf die Suche nach Anzeichen für entstehende Krankheiten. Und liefern diese Informationen an ein kleines Kontrollgerät, das du am Arm trägst.

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Die Forschungsabteilung Google[x] des Unternehmens Google arbeitet an einem neuen Projekt, das Ärzte im Kampf gegen Krebs und andere Krankheiten unterstützen soll: Das Projekt mit dem Arbeitstitel „Nano Particle Platform“ hat das Ziel, winzige magnetische Partikel zu entwickeln, die den Körper sozusagen patrouillieren sollen, um Anzeichen von Krebs und anderen Krankheiten zu erkennen.

Diese Nanopartikel, die so klein sind, dass Tausende von ihnen innerhalb eines roten Blutkörperchens Platz finden würden, haben die Aufgabe, sich an Zellen, Proteine und andere Moleküle im Inneren des Körpers anzuheften. Ein tragbares Gerät (beispielsweise am Handgelenk) dient dazu, die Nanopartikel magnetisch anzuziehen und dann ihre Informationen auszulesen.

Vorgestellt hat dieses Projekt Dr. Andrew Conrad, der Leiter des Life-Sciences-Teams bei Google[x] auf der Technologiekonferenz WSJDLive. „Nanopartikel sind die Verbindung zwischen Biologie und Technik“, erläutert er. Das Wunschziel des Teams: „Jeder Test, für den Sie jemals einen Arzt aufsuchen werden, wird mit Hilfe unseres Systems durchgeführt werden.“

Noch große Herausforderungen zu bewältigen

Bevor dieses System allerdings tatsächlich einsatzfähig ist, werden laut dem Wall Street Journal noch mindestens fünf Jahre vergehen. Denn das Projekt habe noch große Herausforderung zu bewältigen: Noch müssten Beschichtungen für die Nanopartikel gefunden werden, die es den Partikeln ermöglichen, sich an spezifische Zellen anzuheften. Zudem wüssten die Forscher noch nicht, wie viele Nanopartikel nötig sein, damit das System tatsächlich funktioniere.

Eine Möglichkeit, die Nanopartikel in den Körper einzubringen, bestehe darin, sie in Form einer Pille zu schlucken. Eine solche Möglichkeit würde jedoch strengere gesetzgeberische Hürden nehmen müssen als konventionelle diagnostische Werkzeuge.

Dr. Conrad sagte, Google werde die gewonnenen medizinischen Daten nicht selbst sammeln oder speichern. Stattdessen habe das Unternehmen vor, die Technologie an andere Firmen zur lizenzieren, die dann für den Umgang mit den Informationen und für ihre Sicherheit verantwortlich seien.

Sergey Brin, einer der Gründer von Google, leitet die Forschungsabteilung Google[x], die unter anderem an medizinischen Projekten arbeitet. (Foto: Google)

Sergey Brin, einer der Gründer von Google, leitet die Forschungsabteilung Google[x], die unter anderem an medizinischen Projekten arbeitet. (Foto: Google)

Quelle: The Wall Street Journal

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.

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