Snoopy: Schnüffeldrohne liest Smartphone-Daten im Vorbeiflug aus

Redaktion 24. März 2014 0 Kommentar(e)

Schnüffelei aus der Luft: Das südafrikanische Unternehmen Sensepost hat eine Drohne entwickelt, die sich über WLAN mit Smartphones und Tablets verbindet und deren Datenverkehr ausspionieren kann. 

Ruf nach bekannten Netzen

Der kleine Quadrocopter, der auf den putzigen Namen Snoopy getauft wurde, sucht im Flug nach Smartphones oder Tablets, bei denen das WLAN aktiviert ist. Snoopy verbindet sich anschließend mit dem Gerät, was den Drohnenpiloten ermöglicht, den Datenverkehr des Besitzers auszuspionieren. „Die Smartphones rufen laut die Namen jedes Netzwerks, mit dem es jemals verbunden war“, erklärt Glenn Wilkinson die Technik, die er zusammen mit seinem Kollegen Daniel Cuthbert entwickelt hat.

Die Drohne gibt sich dann als eines dieser Netzwerke aus, beispielsweise als WLAN von McDonald’s oder Starbucks, und animiert das Mobilgerät, sich mit ihr zu verbinden. Da Geräte normalerweise die Netze speichern, mit denen sie sich einmal verbunden haben, haben die beiden Sicherheitsexperten eine clevere Art gefunden, den Datenverkehr von Smartphones und Tablets auszuspionieren. Der Name Snoopy ist übrigens mit Absicht gewählt: to snoop = engl. für herumschnüffeln.

Süßer Name, gefährliche Aufgabe: Snoopy kann im Vorbeiflug den Datenverkehr von Smartphones und Tablets ausspionieren. (Bild: CNN Money/Screenshot: Androidmag.de)

Süßer Name, gefährliche Aufgabe: Snoopy kann im Vorbeiflug den Datenverkehr von Smartphones und Tablets ausspionieren. (Bild: CNN Money/Screenshot: Androidmag.de)

Eine Vielzahl an ausspionierten Daten

Zu den Daten, die Snoopy dadurch einsehen kann, gehören unter anderem Webseiten und GPS-Daten, aber auch Nutzernamen und Passwörter sowie Bankdaten. Der gesamte Datenverkehr kann ausspioniert werden: „Das Gerät verbindet sich mit mir, und ich kann dann den gesamten Datenverkehr sehen“, so Wilkinson weiter. Für CNN Money wurde die Drohne kürzlich in London vorgeführt: In weniger als einer halben Stunde soll sie Netzwerknamen und GPS-Koordinaten von rund 150 Geräten gesammelt haben. Zur Demonstration wurden extra Nutzerkonten bei diversen Onlinediensten eingerichtet.

Soll auf Sicherheitsmängel aufmerksam machen

Insbesondere nach den Enthüllungen von Edward Snowden ist Datenschutz wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Die amerikanische NSA oder der britische GCHQ verfügen jedoch über beachtliche Ressourcen, um ihre Schnüffelei zu finanzieren. Was man aber auch ohne das milliardenschwere Budgets eines Geheimdienstes bewerkstelligen kann, zeigen hier Wilkinson und Cuthbert auf bedrückende Weise.

Glücklicherweise wollen die beiden Sicherheitsexperten aber nicht das große Geld machen und ihren Snoopy an dubiose Käufer verscherbeln, sondern mit ihrem Projekt auf Schwachstellen von mobilen Geräten aufmerksam machen. Auf der Sicherheitskonferenz Black Hat, die diese Woche in Singapur stattfindet, werden Wilkinson und Cuthbert Snoopy offiziell vorstellen.

Quelle: Golem.de

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