Smartphone-Akkus: Wir brauchen deutlich längere Laufzeiten!

Daniel Kuhn 27. Juli 2013 3 Kommentar(e)

Früher war alles besser! Sentimentale Zeitgenossen haben zumindest in einem Punkt Recht, die Akkus der Prä-Smartphone-Handys hielten mindestens eine Woche, auch bei exzessivem Snake-Spielbetrieb. Natürlich ist ein Smartphone deutlich vielseitiger als ein Feature Phone, aber trotz stetiger technischer Weiterentwicklung hat sich die Akkulaufzeit von rund einem Tag bisher nicht erhöht. Wir finden, dass sich das endlich ändern muss.

Akkulaufzeit

Es gibt sie noch, die Smartphone-Verweigerer und während einige anführen, dass sie nicht ständig Online erreichbar sein müssen, kritisieren andere, dass die vorhandenen Handys locker eine Woche mit einer Akkuladung durchhalten, während Smartphones zumeist nach einem Tag wieder geladen werden müssen – und sie haben nicht ganz Unrecht.

Natürlich wirkt der Vergleich von Smartphones und Handys als würde man Äpfel mit Orangen vergleichen. Sogenannte Feature Phones werden überwiegend genutzt um zu telefonieren, SMS beziehungsweise MMS zu senden und empfangen, gelegentlich Fotos aufzunehmen und natürlich für gelegentliche Mini Games und das Ganze auf einem eher kleinen Display, das in seltensten Fällen ein Touchscreen ist. Ein Smartphone dagegen ist ein richtiger Computer für die Hosentasche, mit großen Displays, Touchscreen, mehrkernigen Prozessoren, hochauflösenden Kameras, ständiger Internetverbindung und vielen anderen Funktionen, die dank Apps nahezu grenzenlos erweitert werden können. So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass ein Smartphone einen höheren Energieverbrauch aufweist.

Seit Jahren überbieten sich die Smartphone-Hersteller bereits mit immer neuen technologischen Superlativen – inzwischen gehören Displays mit 720p-Auflösung zu Standard wie Dual Core-Prozessoren, im High End-Bereich müssen es sogar schon Displays mit Full HD-Auflösung sowie Quad Core Prozessoren sein. So schön diese technische Entwicklung auch ist, da sie uns immer leistungsstärkere und vielseitigere Smartphones bescheren, die zudem immer schneller und dünner werden, so bleibt beim Blick auf die Akkulaufzeit doch ein bitterer Beigeschmack – kommt diese doch bei durchschnittlicher Nutzung nach wie vor nur knapp über einen Tag. Dabei versprechen neue Display-Technologien, sowie Prozessoren mit immer mehr Kernen sowie größerer Fertigungsdichte ständig deutlich energieeffizienter als vorherige Technologien zu sein, allerdings scheinen diese Einsparungen im Stromverbrauch sich nicht immer auch in entsprechend längeren Akkulaufzeiten auszuwirken

Es gibt selbstverständlich Ansätze wie das Motorola RAZR MAXX, das über einen gigantischen 3.300 mAh großen Akku verfügt und es somit auf recht annehmbare Laufzeiten bringt, allerdings geht dies zu Lasten der Gehäusedicke sowie des Gewichts. Natürlich bevorzugen wir als Kunden flache und leichte Smartphones, allerdings wären längere Akkulaufzeiten ein deutlich größeres Verkaufsargument. Neben dem RAZR MAXX konnte vor allem das RAZR i von Motorola durch deutlich höhere Akkulaufzeiten Aufmerksamkeit auf sich ziehen – dem Intel Atom-Prozessor sei Dank. Obwohl es sich bei diesem nur um einen Single Core-Chipsatz handelt, ist es Intel gelungen, den Energieverbrauch derart effizient zu gestalten, dass es für den Nutzer spürbare Auswirkungen hat.

Während Smartphone-Komponenten wie Display und Prozessoren also unglaublich schnell weiterentwickelt werden, scheint die Akku-Technologie seit einiger Zeit nahezu still zu stehen. Dabei gibt es auch in diesem Technologiezweig eine stetige Weiterentwicklung, allerdings sind die großen Hersteller deutlich zu langsam, wenn es um die Adaption dieser Technologien geht. So bleibt dem Smartphone-Nutzer von heute kaum eine andere Möglichkeit, als zu einem externen Batterypack zu greifen – einen zusätzlichen Akku mit sich herumzutragen kann aber eigentlich nicht Sinn und Zweck sein.

Es gibt zwar für den Nutzer auch die Möglichkeit, WLAN, GPS, Bluetooth, NFC oder gar die mobile Datenverbindung abzuschalten um Strom zu sparen, aber seien wir doch mal ehrlich, diese Technologien machen das Smartphone erst smart – wer bereit ist auf diese Funktionen zu verzichten, kann sich auch gleich wieder ein Feature Phone kaufen. Zudem verbrauchen diese Funktionen selber nur minimal Energie, vielmehr sind es die Hintergrundprozesse einiger Apps, die auf diese Funktionen zugreifen. Bevor nun aber alle panisch zu Taskkillern greifen muss gleich erwähnt werden, dass dies nichts bringt. Moderne Smartphone-Betriebssysteme wie Android sind sehr gut in der Lage Apps im Hintergrund auf ein Minimum an Aktivität herunterzufahren. Es gibt allerdings immer wieder Apps, die sich im Hintergrund trotzdem etwas sehr hyperaktiv verhalten – es ist also ratsamer, sich Apps wie Watchdog zu installieren und sich gezielt auf die Jagd nach diesen Übeltätern zu machen.

Effektiv kann man zwar die Display-Helligkeit herunterregeln, allerdings ist dies auch nur im gewissen Maße ratsam, denn schließlich will man ja auch noch etwas auf dem Gerät erkennen. Insgesamt gibt es für den Nutzer also nur wenige Möglichkeiten die Akkulaufzeit aktiv zu beeinflussen und selbst diese Möglichkeiten werden keine Wunder vollbringen und das Smartphone einige Stunden länger am Leben halten. Es liegt also letztendlich tatsächlich nur an den Smartphone-Herstellern, größere oder zumindest leistungsstärkere Akkus zu verbauen.

Liebe Smartphone-Hersteller, wir brauchen Smartphones, die uns auch weit über einen Tag zu Dienste stehen, also bitte arbeitet daran. Die Rechenleistung und Auflösung der Displays ist derzeit weit genug entwickelt und was nutzen uns die schnellsten Smartphones, wenn diese nur wenige Stunden mit einer Akkuladung überstehen. Kümmert euch als nächstes also bitte darum, dass die Akkus eine ähnliche Entwicklung erleben, wie die restlichen Technologien in den letzten Jahren. Die Kunden werden es euch mit Sicherheit danken.

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