Ingenieur lässt NFC-Chip in seine Hand implantieren

Hartmut Schumacher 29. April 2015 1 Kommentar(e)

Smartwatches, Datenbrillen oder intelligente Kleidung – darüber kann der Amerikaner Seth Wahle nur lachen. Er trägt seine wearable Technology lieber direkt unter der Haut. Und kann mit ihr Android-Smartphones hacken.

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implantierter NFC-Chip

Bioglaskapseln mit NFC-Chips sind eigentlich für das Markieren von Tieren gedacht – lassen sich aber auch für Hacker-Angriffe verwenden. (Foto: HID Global)

Der US-Amerikaner Seth Wahle hat sich einen NFC-Chip in seine Hand implantieren lassen – genauer gesagt: in den Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger. Dieser Chip erlaubt es ihm, Smartphones dazu zu bringen, eine bestimmte Internet-Adresse zu öffnen. (Vorausgesetzt, die NFC-Funktion des Smartphones ist eingeschaltet).

Wenn der Anwender einwilligt, die Software, die unter dieser Adresse zu finden ist, auf dem Smartphone zu installieren, kann das Smartphone sich mit einem Computer verbinden, dessen Benutzer dann Zugriff auf das Smartphone erhält. In einer Vorführung für die Nachrichten-Site Forbes hat Seth Wahle ein Android-Smartphone dazu gebracht, ohne Nachfrage beim Anwender ein Foto zu schießen.

Auf der HackMiami Conference, die vom 15. bis zum 17. Mai in Miami Beach stattfindet, wird Wahle seine Hack-Methode im Detail vorfĂĽhren.

Unentdeckt bei der US-Marine

Implantierte Chips ermöglichen es laut dem Sicherheitsberater und HackMiami-Vorstandsmitglied Rod Soto, Sicherheitsprüfungen beispielsweise auf Flughäfen und in anderen geschützten Bereichen zu umgehen.

Seth Wahle, der jetzt als Ingenieur beim Oszillator-Hersteller APA Wireless in Fort Lauderdale arbeitet, hat sich den Chip bereits in seiner Zeit als Unteroffizier bei der US-Marine einpflanzen lassen. Und dort wurde der Chip nie entdeckt, obwohl Wahle jeden Tag Scanner passieren musste. Nur durch Röntgenapparate ließe sich der Chip entdecken.

Allzu zimperlich darf man als Biohacker jedoch nicht sein: Seth Wahle musste sich die Bioglaskapsel mit dem Chip, die eigentlich für Rinder gedacht ist, von einem „unlizensierten Amateur“ implantieren lassen – wegen der strengen Gesetze bezüglich Körperveränderungen, die in Florida gelten.

Quellen: Forbes, HackMiami Conference

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.