Im Kurztest: Das Coolpad Modena

Peter Mußler 10. April 2016 0 Kommentar(e)

Coolpad – das ist kein neuer Gerätetyp, sondern tatsächlich eine Marke. Die kommt natürlich aus China, gibt aber ihrem Phablet für Europa einen Namen, der Ferrari-Fans das Herz höher schlagen lässt: Modena.

Coolpad Modena_1

Die zweite Generation

Coolpad – da denken die meisten von uns vermutlich zuerst an eine kalte Platte und ein Gelkissen, das man sich nach Überanstrengung auf ein geschundenes Körperteil legt. Ganz sicher aber nicht an einen chinesischen Smartphone-Hersteller. Genau das ist Coolpad aber. Weil wir noch nie ein Handy mit diesem Familiennamen vorgestellt haben, holen wir ein wenig weiter aus, um Ihnen diesen Neuling gebührend nahe zu bringen.

Coolpad Modena_2

Im Modus „Farben umkehren“ wird alles schwarz-weiß-negativ dargestellt, sogar das Kamerasucherbild. Die Bilder sind aber glücklicherweise positiv.

In seiner Heimat zählt die Marke zu den größten Produzenten und Absetzern, macht aber auch außerhalb des Land des Lächelns gute Geschäfte, vornehmlich im asiatischen Raum und in Indien unter einem eigenen Namen. Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die High End-Märkte Nordamerika und Europa auf dem Strategiezettel an die Reihe kamen. Bereits 2015 ging Coolpad eine Kooperation in den USA mit T-Mobile ein und platzte in die Märkte von zehn osteuropäischen Ländern.

Coolpad: die Nr. 7 der Welt unter den Smartphone-Herstellern

Das 1993 gegründete, aber erst Ende 2013 in Coolpad Group Limited umbenannte Unternehmen gehört laut Forbes mit einem Börsenwert von 1,2 Milliarden US-Dollar zu den 50 stärksten Unternehmen Asiens. Andere Medien berichten, Coolpad habe, und wir verwenden hier mit Bedacht den Konjunktiv, Hersteller wie Motorola und HTC bereits 2013 bei den Verkaufszahlen überholt und sei nach eigenen Angaben 2014 bereits der siebtgrößte Produzent weltweit gewesen. Genau weiß man es in einem so volatilen Markt nie.

Coolpad Modena_5

Die Umrandung des Bildschirms ist auf Hochglanz poliert, ebenso sind es die Tasten. Die Gehäusefarbe Gold hat uns dazu sehr gut gefallen.

Was die Strategie der Firma aus Shenzhen besonders macht? Zunächst einmal gilt die Devise „Smartphones only“. Außer Zubehör wird nichts anderes hergestellt und vertrieben. Dann hat Coolpad früh auf den Funkstandard LTE gesetzt und seine Geräte 4G-fähig ausgerüstet, den Preis aber niedrig gehalten. Somit konnte auch in Märkten mit geringer individueller Kaufkraft gepunktet werden.

Wie genau soll nun aber unser Markt in Angriff genommen werden? High End-Phones zum kleinen Preis ist ein Rezept, das fast überall funktionieren sollte. Momentan bleibt es in diesem Punkt aber bei einer antizipierten Absicht. Ein Blick auf den Produktkatalog der deutschen Hersteller-Webseite verheißt noch nicht allzu viel: Dort finden sich neben einer Powerbank genau zwei Modelle, das Porto und das Modena.

Coolpad Modena_3

Man muss es nicht mit spitzen Fingern anfassen. Das Gerät mit dem 5,5 Zoll großen Display liegt gut in der Hand.

Ein Name wie ein Sportwagen

Der chinesische Hersteller mit dem englischen Namen hat seinem Phablet einen italienischen gegeben, den sich dieses mit dem für alle Ferraristi gefühlten Zentrum der Sportwagenwelt teilt: Modena. Ob es deshalb ähnlich schnell ist wie die vornehmlich roten Flitzer mit dem springen Pferd? Klares Nein. Der Vierkerner mit 1,2 GHz Taktung (Snapdragon 410) und einem kleinen 1-GB-RAM tut sich mit den Benchmark-Tests schwer.

Auch die scharfe Abbildung ist leider nicht die Stärke des großen Geräts. Ein nicht besonders helles IPS-Display mit lediglich 960 x 540 Bildpunkten bei 5,5 Zoll Diagonale sind nicht gerade das, was man sich unter High End vorstellt. 200 ppi sind das Ergebnis dieses Quotienten und nicht beeindruckend. Schärfer geht‘s heutzutage fast überall zu. Man erkennt die Herkunft – für manche Länder darf‘s eben nicht zu teuer sein.

Coolpad Modena_4

Drei Slots (also sowohl Dual-SIM und Speichererweiterung sind simultan nutzbar) und ein Akku. Der ist aber leider nicht zu tauschen, trotz abnehmbarem Rücken.

Positiv ist uns das Design aufgefallen. Das Smartphone wirkt sehr flach und liegt gut in der Hand. Ein Metallstreifen säumt das Display, die glänzenden Tasten rechts und links haben einen angenehmen Druckpunkt. Nach hinten hin abgeschirmt ist das Innenleben von einer abnehmbaren Kunststoffschale. Unter ihr sitzt der 2.500 mAh große Akku – lässt sich aber nicht wechseln. Das ist schade. Apropos Energie: Angesichts keiner stromfressenden Hardware und der nicht allzu kleinen Batterie ist die Laufzeit mit 7:14 Stunden beim Videogenuss überschaubar.

Weiter mit dem Blick unter die Haube: Zwei SIM-Slots (einmal LTE, einmal GSM) und ein Schacht für die (bei 8 GB ROM dringend benötigte) SD-Karte mit maximal 32 GB finden sich dort. Oberhalb der Einschübe ragt die Kamera heraus. An der nur geringen Auflösung (8 MP) stören wir uns nicht, mehr am Endprodukt. Die Bilder sind detailarm und verwaschen. Einzig bei sehr wenig Licht waren sie verhältnismäßig gut.

Fazit

Das Coolpad Modena ist ein schickes Telefon eines großen Herstellers, günstig und trägt einen Namen, der leicht von der Zunge geht. Ob das alleine reicht, um bei den europäischen Kunden zu punkten? Wir sind skeptisch.

daumen_hoch
Gute Ergonomie
Ansprechendes Design

 

daumen_runter

Sehr schwache Kamera
Magere Pixeldichte

 

Coolpad Modena (14 cm (5,5 Zoll) IPS Display), 8 GB, Android 5.1.1) champagne gold

Price: EUR 149,95

3.8 von 5 Sternen (12 customer reviews)

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Android
5.1
5,5"
960x540
Gewicht
158 g
8,0 MP
5,0 MP
Kamera
8 GB
32 GB
Speicher
1 GB
RAM
4x
1,2 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK GPS OK HSPA+ OK WLAN (b,g,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 153x77.5x8.6 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 2 Sterne
Speed: 3 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 3 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
 
Grafik:
292
 
Browser:
1809
 
Akku:
455
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 27/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.