ZTE Axon 7: Der Durchbruch der Chinesen?

Peter Mußler 31. Juli 2016 0 Kommentar(e)

Der hierzulande noch nicht sehr bekannte chinesische Hersteller ZTE hat mit dem TechnologietrÀger Axon mini bereits aufhorchen lassen, greift mit dem Axon 7 nun aber wirklich an. Wird es reichen gegen Android-Platzhirsch Samsung?

 

zte

Wie abgelutscht ist der Begriff des Flaggschiff-Killers seit die Chinesen auf den europĂ€ischen Markt drĂ€ngen? Ziemlich. Was einst der Pionier war, wird zum Routinier (OnePlus), was ein Außenseiter war, wird zum Mainstream-Anbieter (Huawei) und wer einmal nur gĂŒnstige Telefone baute, strebt nun auch nach der Technikkrone – eben ZTE. Das ist der Lauf der Dinge. Geheimtipps werden frĂŒher oder spĂ€ter zum Standard und irgendwann wird der fernöstliche Preisangriff (das pekuniĂ€re Argument ist noch das stĂ€rkste der Chinesen) dafĂŒr gesorgt haben, dass die Teuerungsrate bei Top-Phones auf Null zurĂŒck geht, wenn nicht gar negativ wird. Wie weit es bis dahin noch ist, hĂ€ngt von der QualitĂ€t der „Preisschlachter“ (oder eben Flaggschiff-Killer) ab. Deshalb schauen wir uns neben dem OnePlus 3 nun auch noch gleich das ZTE Axon 7 an. Gleich vorneweg sei gesagt, dass uns zum Test nur ein Vorserienmodell zur VerfĂŒgung gestellt werden konnte. Vor allem einige unserer Kritikpunkte sind deshalb nicht in Stein gemeißelt.

Massentaugliches GehÀuse

VerĂ€ndern jedoch wird sich zum baldigen Marktstart das Aussehen nicht mehr. Das GerĂ€t liegt trotz eines Displays mit 5,5 Zoll sehr gut in der Hand, die Verarbeitung ist tadellos, wenngleich der Klopftest ein leichtes Nachschwingen erzeugt. Leicht ist das Handy nicht, fĂŒhlt sich aber dank seiner schlanken Form definitiv nicht wie ein Brocken an. Suboptimal ist – das mag aber von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich empfunden werden – die Positionierung des Fingerprint-Scanners auf der RĂŒckseite. Man kann nicht einfach den Daumen auflegen. Hingegen allgemein besser dĂŒrften die neugestalteten Lautsprechergrills ankommen, die nun zwar wie bei HTC aussehen, aber eben mit einfachen Lochperforierungen klassischer aussehen als die Dreiecksöffnungen beim Axon mini.

ZTE-AXON-7_3_WEB_2

Scharfes AMOLED-Display

„Unterm Blech“ kann man beim Thema Leistung gleich bei den Lautsprechern weitermachen. Einer ĂŒber und einer unter dem Schirm sorgen fĂŒr Stereo-Klang mit brauchbarem Volumen.
Das Display hingegen ist ĂŒber jeden SchĂ€rfezweifel erhaben und glĂ€nzt auch mit starken Farben. Klar, es kommt von Samsung. Allerdings maßen wir sehr niedrige Helligkeitswerte (siehe Kasten rechts). Ob sich das fĂŒr die Serienversion noch Ă€ndern wird, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

ZTE-AXON-7_3_WEB_3

Unlock per Stimme funktionierte beim Vorserienmodell nicht. Leider ist Force Touch hierzulande genauso passé wie der Iris-Scanner des Axon Mini.

Ohne Makel: der Speicher bzw. gleich beide. Der interne bietet mit 64 GB ausreichend Platz, sodass man zugunsten einer zweiten SIM-Karte wirklich auf eine SD-Erweiterung verzichten kann. Knapp 50 GB sind nÀmlich voll nutzbar.

Starker Vierkern-Prozessor

Hingegen 4 GB Arbeitsspeicher stehen fĂŒr Rechenprozesse zur VerfĂŒgung und verhindern Wartezeiten bei App-Starts. Eine solche Begleitung steht dem Snapdragon 820-Prozessor sehr gut, der aktuell in einigen Android-Topmodellen zum Einsatz kommt. Er spuckt bĂ€renstarke Leistungszahlen aus und kam in unserem Test nur ins Schwitzen als wir versuchten, auf dem Smartphone im augenscheinlich chinesischen Auslieferzustand Google-Apps zu installieren.

ZTE-AXON-7_3_WEB_4

Die Kamera macht detailreiche Bilder und ĂŒberzeugt vor allem bei wenig Licht. Das schicke GehĂ€use gefĂ€llt ebenso in jeder Lebenslage – und in jedem Licht.

Und damit kommen wir auch zu dem Kapitel, das wohl am stĂ€rksten durch den Vorserienstatus bestimmt ist: die Software. Zwar konnten wir die Sprache Deutsch wĂ€hlen, viele RĂŒckfrage-Popups waren wir fĂŒr uns aber nicht zu verstehen, da auf Chinesisch. Google Apps waren auch keine installiert, womit vor allem die komfortable Installation geprĂŒfter Anwendungen schwer fiel. Unseren Grafik-Benchmark-App bekamen wir nicht zum Laufen. Die serienreife Ausgabe sollte mit derlei HĂŒrden nicht mehr zu kĂ€mpfen haben.

Sehen lassen konnten sich aber schon jetzt die Lauf- und Ladezeiten. Dank Quick Charge der dritten Generation ist der große Akku ultraschnell wieder gefĂŒllt, hĂ€lt aber auch lange durch. Auch an der Kamera lĂ€sst sich nichts aussetzen. Lediglich das selbststĂ€ndige NachschĂ€rfen im Auto-Modus hat nicht geklappt, wir mussten nach dem ersten Schuss mit der Fingerspitze nachhelfen.

Fazit

Das Axon 7 ist nicht nur nominell schnell, sondern auch stark verarbeitet, gut ausgestattet und mit viel Akkuleistung versehen. Schwachstelle ist – noch! – die Software. Vor der Markteroberung bitte noch nachbessern!

 
Android
6.0
5,5"
2560x1440
Gewicht
178 g
20,0 MP
8,0 MP
Kamera
64 GB
128 GB
Speicher
4 GB
RAM
x
2x2,15 2x1,6 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (n) OK Bluetooth 4.1
Abmessungen: : 151,8x75x8,7 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 5 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
5249
 
Grafik:
 
Browser:
2343
 
Akku:
3250
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 37/40
 

GerÀtevergleich Rang 1

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen
Pete_Mag_bw_160

Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschĂ€ftigt er sich gerne mit formschönen GerĂ€ten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes AlugehĂ€use. Als Redakteur fĂŒr die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.