Aus Z mach X: das Sony Xperia X

Peter Mußler 19. Juni 2016 0 Kommentar(e)

Sony, Fließband-Schöpfer von immer neuen Top-Smartphones, macht mit der neuesten Xperia-Serie zwei Schritte zurück – keine Angst, nur im Alphabet. Denn die Z-Reihe wird abgelöst von den X-Modellen.

 

Xperia X_1

Z ist der letzte Buchstabe unseres Alphabets. die Metaphorik dahinter ist klar: Besser geht es nicht. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht. Bis hier hin und nicht weiter. Ist natürlich Mumpitz, denn es geht alles immer irgendwie weiter und gerade ein Hersteller wie Sony, mit einer sehr hohen Präsentationsfrequenz was die Top-Modelles des Sortiments anbelangt, muss sich irgendwann einmal neu erfinden. Da fängt man am besten mit dem Namen an.

Es gibt aber nicht nur ein X, das die Krone der japanischen Smartphone-Schöpfung darstellt, sondern ein „Triumtelefonat“ , wenn man es so will: Sony liefert mit dem hier getesteten Xperia X das Mutterschiff, mit der Variante X Performance ein verschärftes Vorzeigegerät und mit dem XA eine kostenschonende Version. Wir schauen an der Basis, ob der alphabetische Rückschritt durch technischen Fortschritt konterkariert wurde.

Sanfterer Design-Kurs

Doch zunächst bleiben wir mit unseren Beobachtungen an der Oberfläche. Sony ist in der Smartphone-Ära nie mit besonders flachen und runden Geräten aufgefallen. Das Kantige und Barrenartige war Teil des Markenzeichens. Sony-Kunden griffen wohl auch gerade deshalb zu den Nippon-Modellen. Mit dem Xperia X hat sich das leicht gewandelt. Obwohl es sogar ein wenig (0,6 mm) dicker ist als das Z5, wirkt es geschmeidiger, fließt mehr. Zuvorderst ist dafür das Display-Glas verantwortlich, mit dessen Kantenschwung Sony nun auch auf den 2,5D-Zug aufgesprungen ist. Eine klare Aufwertung, wie wir in der Redaktion finden, wenngleich wahrscheinlich die Bruchgefahr bei den bisher leicht im Rahmen versenkten Bildschirmen geringer war.

Sony Xperia X_Gehäuse

Das Display selbst löst in Full HD auf, ist aber ein wenig geschrumpft (von 5,2 auf 5 Zoll) im Vergleich zum Vorgänger. Die Leuchtkraft ist zwar nicht auf dem hohen Niveau des Z5, aber immer noch überdurchschnittlich und in den meisten Situationen ausreichend.

 

Sparsamerer Prozessor

Tauchen wir jetzt richtig ein in das Xperia X. Statt eines Achtkerners setzt man jetzt auf einen Snapdragon 650 mit sechs Kernen (4 x 1,4 und 2 x 1,8 GHz), der zwar in Verbindung mit dem 3 GB-RAM weniger Leistung bringt (kaum Unterschiede maßen wir im Geekbench-Test, größere bei den Grafikbenchmarks), aber nicht heiß wird – auch nicht bei der Video-Aufnahme. Das war immer ein Knackpunkt bei den letzten Spitzen-Phones von Sony. Außerdem dürfte durch das Chip-Downsizing auch der Energieverbrauch gesunken sein. Trotz des kleineren Akkus hielt das X besser durch als das Z5. Und mit 4:21 Stunden im 3D-Render-Laufzeittest liegt das Xperia X zwar eine knappe Stunde hinter dem S7 von Samsung, kann sich aber trotzdem mit dieser Zeit sehen lassen. Schade ist nur, dass Sony dem Gerät kein Quick Charge-Ladegerät beilegt, obwohl das Xperia X diese Schnellladetechnik beherrscht.

Sony Xperia X_Gehäuse_2

Die Kamera: ein Sorgenkind?

Ein weiteres wichtiges Bauteil in der Generation Selfie und Vlog ist die Kamera. 23 MP sind ein Wort, das jedoch mittlerweile nicht mehr so stark ziehen dürfte – es hat sich herumgesprochen, dass hohe Pixelzahlen kein tolles Bild garantieren. Sony versucht es aber weiter. Die Auslösezeit hat sich zwar verbessert, aber in der maximalen Auflösung schrecken uns Bildrauschen und unliebsame Software-Eingriffe noch immer ab. Da hilft auch die offene Blende (f/2.0) nicht viel. Besser werden die Ergebnisse, wenn man die Pixelzahl reduziert (das 16:9-Panoramaformat ist sowieso nur mit 20 MP verfügbar). Verwunderlich auch: Die Kamera-App braucht teilweise Sekunden, bevor die geschossenen Bilder in der Galerievorschau angezeigt werden.

Xperia_Kameratest dunkel

Der Ausschnitt eines Bildes, das bei wenig Licht geschossen wurde.

Für die Masse an anfallenden Bildern (und Full HD-Videos) stehen übrigens 32 GB an internem Speicher zur Verfügung. 18 davon sind bei Anschaffung auch nutzbar. Wem das nicht reicht, der kann per microSD-Karte 200 zusätzliche GB einschieben. Eine 64 GB-Version ist außerdem im Gespräch.

Fazit

Das Xperia X sieht gut aus, liegt gut in der Hand und hat alles Nötige an Bord. Grund für Kritik geben nur die Kamera und der relativ hohe Preis. Bei dem sollte Sony – wie beim Namen – auch zwei Schritte zurückgehen.

Sony Xperia X Smartphone (5 Zoll (12,7 cm) Touch-Display, 32GB interner Speicher, Android 6.0) schwarz

Price: EUR 360,00

4.0 von 5 Sternen (40 customer reviews)

51 used & new available from EUR 329,90

 
Android
6.0
5,0"
1920x1080
Gewicht
153 g
23 MP
13 MP
Kamera
32 GB
200 GB
Speicher
3 GB
RAM
6x
1,8/1,4 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK NFC OK WLAN (ac) OK Bluetooth 4,2
Abmessungen: : 143x69x7,9 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 4 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
3886
 
Grafik:
1805
 
Browser:
4574
 
Akku:
2620
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 37/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.