Datensammler: Welche Dinge weiß Ihr Handy über Sie?

Philipp Lumetsberger 4. Juni 2021 Kommentare deaktiviert für Datensammler: Welche Dinge weiß Ihr Handy über Sie? Kommentar(e)

Die auf dem Smartphone gespeicherten Kontakte, die Adressen Ihrer Aufenthaltsorte, Suchanfragen, Passwörter von verschiedenen Apps, die eine Registrierung benötigen, Biometriedaten wie beispielsweise Fingerabdrücke uvm. – all diese Daten werden von modernen Smartphones erhoben und können von den jeweiligen App-Entwicklern und Unternehmen wie Google oder Apple abgefragt werden.

Einer irischen Studie zufolge senden Smartphones im Schnitt alle 4,5 Minuten Daten an die Server der beiden Betriebssystem-Entwickler Apple und Google – ohne dass die Gerätebesitzer dies bemerken. Hierbei handelt sich zumeist um Sensor- und Gerätedaten, Standorte oder lokale Netzwerkinformationen. An dieser Stelle drängt sich unweigerlich die Frage auf, warum Smartphones permanent Daten senden. Die Antwort: Bestimmte Telemetrie- und Konfigurationsdaten werden beispielsweise benötigt, um Sicherheitslücken und andere Probleme zu erkennen und zu beheben. Sie sind somit für eine einwandfreie Funktionsweise des alltäglichen Begleiters unerlässlich.
Darüber hinaus brachte die Studie die überraschende Erkenntnis, dass Android-Geräte mehr Daten übermitteln als iPhones. Dieser Umstand wird damit begründet, dass Android-Smartphones aufgrund der Vielfalt an verschiedenen Herstellern größere Unterschiede als Apple-Geräte aufweisen und deshalb mehr Informationen benötigen, damit das Betriebssystem möglichst fehlerfrei funktionieren kann.

Sammlung für Werbezwecke

Bestimmt kennen Sie auch dieses Szenario: Sie zücken Ihr Smartphone und suchen im Netz nach einem bestimmten Produkt wie beispielsweise Kopfhörern. In den Tagen danach erhalten Sie permanent Werbung für derartige Produkte. Schuld daran ist die so genannte personalisierte Werbung, die Ihnen anhand der von Google erfassten Daten angezeigt wird. Hierfür legt der US-Konzern ein Profil über Sie an, in dem sowohl Ihre Interessen als auch Ihre demografischen Daten erfasst werden. Google greift dabei unter anderem auf jene Daten zurück, die Sie durch die Nutzung Ihres Google-Accounts und der hauseigenen Dienste ohnehin schon preisgeben müssen. Dazu zählen beispielsweise Kontaktdaten, die Wohnadresse, die Telefonnummer, aber auch Kalendereinträge, Notizen, Suchanfragen uvm. Anhand dieser Fülle an Informationen wird das Profil für die personalisierten Werbeinhalte konstruiert.
Apple wiederum betont zwar, dass im Rahmen der personalisierten Werbung die Privatsphäre gewahrt wird, allerdings greift das Unternehmen hierfür auch auf Benutzerdaten zurück – nur nicht in dem Ausmaß wie Google.
Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Sowohl Google als auch Apple bieten Ihnen nicht nur die Möglichkeit, die erfassten Daten einzusehen, sondern auch die personalisierte Werbung zu deaktivieren.

Ein Bild sagt mehr…

…als tausend Worte. Dieses Sprichwort trifft vor allem auf Android-Smartphones zu. Wird ein Foto aufgenommen, werden neben dem Motiv zusätzlich Informationen wie beispielsweise das Geräte-Modell, die Auflösung des Fotos, der Standort sowie das Datum und die Uhrzeit von dem mobilen Android-Geräten erfasst. Wird ein Schnappschuss anschließend bei Google Fotos hochgeladen, landen auch diese Informationen in der Cloud.


Welche Daten werden erfasst?

Adressdaten
Hierunter fällt nicht nur die Anschrift Ihres Eigenheims sondern auch jene Ihrer Arbeitsstelle. Aber auch die Adressen besuchter Orte werden gespeichert.
Standortdaten
Via Google Maps werden sämtliche Orte, die Sie in Begleitung Ihres Smartphones besucht haben, erfasst. Einzige Voraussetzung: Die Standortermittlung des Geräts muss aktiviert sein.
Suchverläufe
Sämtliche Suchanfragen, die über die Google-Suchmaschine getätigt werden, werden erfasst und sind sogar noch Jahre später abrufbar.
Interessen
Anhand Ihrer Aktivitäten in Google-Diensten, Suchanfragen sowie der Nutzung von Drittanbieter-Apps und Webseiten wird ein Interessenprofil für personalisierte Werbeinhalte erstellt.
Bildungsgrad
Sogar den Bildungsgrad seiner Nutzer versucht der IT-Gigant Google einzuschätzen. Hierfür werden Ihre Aktivitäten herangezogen und mit jenen von anderen Personen verglichen.
Sensor- und Telemetriedaten
Diese Daten werden benötigt, damit das auf dem Smartphone installierte Betriebssystem fehlerfrei funktioniert.


 

 

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