Donald Trump will, dass Bill Gates das Internet schließt

Hartmut Schumacher 8. Dezember 2015 0 Kommentar(e)

Donald Trump möchte verhindern, dass Terroristen das Internet als Rekrutierungswerkzeug verwenden. Und will dies mit Hilfe von Bill Gates erreichen.
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Donald Trump möchte mit Hilfe von Bill Gates und anderen Technologie-Experten das Internet in bestimmten Gebieten „schließen“ – um Terroristen das Rekrutierungshandwerk zu legen. (Foto: Michael Vadon)

Donald Trump möchte mit Hilfe von Bill Gates und anderen Technologie-Experten das Internet in bestimmten Gebieten „schließen“ – um Terroristen das Rekrutierungshandwerk zu legen. (Foto: Michael Vadon)

Donald Trump, Unternehmer und möglicher Kandidat der Republikaner für die US-Präsidentschaftswahl 2016, ist der Meinung, dass es nötig sei, das Internet zu „schließen“, um zu verhindern, dass IS-Terroristen Menschen über das Internet rekrutieren. Und an wen kann man sich am besten wenden, um diese Schließung zu erreichen? An Bill Gates, anscheinend.

Wörtlich sagte Donald Trump gestern auf einer Kundgebung in Mount Pleasant, Südkalifornien: „Wir verlieren eine Menge Menschen wegen des Internets. Und wir müssen etwas tun. Wir müssen uns mit Bill Gates treffen und mit vielen verschiedenen Menschen, die wirklich verstehen, was los ist. Wir müssen mit ihnen sprechen, vielleicht in bestimmten Gebieten das Internet auf irgend eine Weise schließen. Jemand wird sagen: ‚Oh, Meinungsfreiheit, Meinungsfreiheit.‘ Das sind dumme Leute.“

Bill Gates: der Mann mit dem Ausschalter für das Internet?

Bill Gates ist zweifellos ein vielseitiger Mensch: Er ist Programmierer, Unternehmer und Mäzen. Er gründete den Microsoft-Konzern – und leitete ihn bis zum Jahr 2007. Das alles hat ihn zum reichsten Menschen der Welt gemacht. Mit der Gründung, dem Betrieb oder der Verwaltung des Internets jedoch hat er nichts zu tun.

Es ist natürlich leicht, sich über Sprücheklopfer wie Donald Trump lustig zu machen. Zu seinen Gunsten kann man aber auch in Erwägung ziehen, dass er den Namen Bill Gates sinnbildlich verwendet hat, um seinen bereits recht aufgestachelten Zuhörern zu vermitteln, dass er den Ratschlag von Menschen einholen möchte, die mehr über die Internet-Technik wissen als er selbst.

Der Microsoft-Gründer Bill Gates hat viel erreicht – das Internet zu „schließen“, ist aber auch ihm nicht möglich. (Foto: Russell Watkins / UK Department for International Development)

Der Microsoft-Gründer Bill Gates hat viel erreicht – das Internet zu „schließen“, ist aber auch ihm nicht möglich. (Foto: Russell Watkins / UK Department for International Development)

Hillary Clinton: militante Web-Sites schließen

Hillary Clinton, die zweite bekannte mögliche Präsidentschaftskandidatin, hat vorgestern eine ähnliche Meinung vertreten – wenn auch etwas weniger plump. Sie sagte auf einer Konferenz in Washington, dass der IS „der effektivste Rekrutierer der Welt“ sei – und dass die einzige Lösung darin bestehe, amerikanische Technologie-Unternehmen dazu zu bringen, militante Web-Sites, Videos und verschlüsselte Nachrichten zu blockieren oder zu schließen.

Auch die demokratische Trump-Konkurrentin Hillary Clinton hält es für nötig, dass amerikanische Technologie-Unternehmen dabei helfen, militante Web-Sites zu schließen und verschlüsselte Nachrichten von Terroristen zu blockieren. (Foto: United States Department of State)

Auch die demokratische Trump-Konkurrentin Hillary Clinton hält es für nötig, dass amerikanische Technologie-Unternehmen dabei helfen, militante Web-Sites zu schließen und verschlüsselte Nachrichten von Terroristen zu blockieren. (Foto: United States Department of State)

Quellen: News Universe, The New York Times

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.