Google plant Auslieferung von preiswertem Nexus TV im ersten Halbjahr 2014

Tam Hanna 7. Dezember 2013 0 Kommentar(e)

Bisher war Google mit seinen Smart TV-Angeboten alles andere als erfolgreich: das Nexus Q wurde zurückgerufen, Logitech gab seine Revue-Serie nach kurzer Zeit auf. Die von Asus und Co angekündigten Geräte erwiesen sich als Vaporware.

Nun dürfte Google einen weiteren Anlauf mit eigener Hardware wagen. Amerikanische Medienberichte zitieren Insider, die eine als Nexus TV bezeichnete Hardware in Händen gehalten haben.

Per NFC verbindet sich der Nexus Q mit NFC-fähigen Smartphones und Tablets und initiert einen Download der Nexus Q Management App. Foto: Google.

Das edel aussehende Nexus Q wurde wenige Tage nach dem Marktstart zurückgerufen Foto: Google.

Die neue Version der Hardware verfolgt einen schon von Nexus 5 und Co bekannten Trend: Google möchte seinen Usern so viel Hardware wie möglich zu einem sehr geringen Preis ins Haus liefern. Die im Moment als Nexus TV bezeichnete Box soll nicht nur als Medien-Wiedergabezentrale dienen: eine nach vorne gerichtete Kamera erlaubt die Kommunikation per Google Hangouts.

Als Zielpreis ist laut den Insidern „irgendetwas unter 100 US-Dollar“ avisiert. Das ist aus technischer Sicht problemlos realisierbar: die Komponenten des durchschnittlichen High-End-Smartphones kosten in der Anschaffung weniger als 200 US-Dollar. Zudem rechnet sich Google mit Sicherheit Möglichkeiten zur „Kreuzfinanzierung“ aus: eine mit Verlust verteilte Öllampe wird spätestens dann zum Gewinnbringer, wenn die Nutzer das überteuerte Flammöl beim Hersteller erwerben müssen.

Per se ist dieses Gerücht nicht neu. Auf der CES 2013 zeigte Andy Rubin einigen auserwählten Partnern eine winzige Set-Top-Box, die aufgrund ihres geringen Preises neue Nutzerschichten ansprechen sollte.

Es steht außer Frage, dass Smart TV ein extremer Zukunftsmarkt ist. Die Bewegung dorthin kommt nämlich nicht von Userseite – viel mehr geht es den diversen Fernsehanstalten um das Anbieten weiterer Inhalte. So wäre es z.B: möglich, dass Zuseher die zu einem bestimmten Zeitpunkt am Bildschirm befindlichen Kleidungsstücke per Knopfdruck kaufen können – ein Dienst, der der Sendeanstalt jede Menge zusätzlicher Einnahmen von den Kleidungssponsoren bringt.

Im Laufe der Zeit gewinnt Google so auch Macht über Medienanbieter. Wenn eine Fernsehstation einen Gutteil ihrer Einnahmen mit Werbung am Google TV erwirtschaftet, so wird sie ihre Mitarbeiter zur Freundlichkeit gegenüber dem Geldgeber anweisen.

Leider ist es alles andere als leicht, im Smart-TV-Bereich zu wachsen. Samsung dominiert den Markt mit seinem MAPLE-System – obwohl sein Alter immer sichtbarer wird, sorgt die enorme Nutzerbasis für eine gewisse „Klebrigkeit“. LG plant, mit webOS mitzuspielen: das von vielen Analysten als Android überlegen angesehene System wurde bisher aber noch nicht öffentlich auf TV-Geräten gezeigt.

Denkt ihr, dass sich Google gegen die enorme Dominanz von Samsung durchsetzen kann?

Quelle: The Information

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen

Kennst du schon unsere Magazine?

Alle Magazine anzeigen