Android Wear, Auto und TV – Google verbietet Herstellern eigene Benutzeroberflächen

Redaktion 2. Juli 2014 0 Kommentar(e)

Google zieht die Zügel an: Anders als bei Smartphones und Tablets, verbietet der Suchmaschinen-Primus auf Android Wear, Android Auto sowie Android TV Hersteller-Oberflächen à la TouchWiz, Sense & Co. 

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Sie sind das wahre Markenzeichen Androids: Hersteller-Oberflächen. Ansehnliche und leistungsstarke Smartphones gibt es mittlerweile auch bei Windows Phone, Google-Dienste auch auf iOS. Lediglich Benutzeroberflächen à la TouchWiz, Sense & Co. sind in dieser Art nur auf Android zu finden und machen einen großen Teil des Reizes aus, den Android auf die Konsumenten ausstrahlt. Google selbst teilt diese Meinung wohl aber nicht mehr: Anders als bei Smartphones und Tablets, erlaubt der Suchmaschinen-Primus auf Android TV, Android Auto und Android Wear keine Hersteller-Oberflächen mehr.

Benutzeroberfläche als Teil des Produkts

Gegenüber den Kollegen von Ars Technica lies Dave Burke, Engineering Director bei Google, die Bombe platzen lassen: So sei insbesondere bei Android TV die Benutzeroberfläche Teil des Produkts und solle, zur Wahrung der Konsistenz, nicht von Herstellern verändert werden. Das gelte auch für Android Wear und Android Auto. Zwar können die entsprechenden Geräte auch weiterhin ein Branding erhalten oder Hersteller ihre eigenen Anwendungen darauf installieren, mehr jedoch nicht. Google nimmt hier also eindeutig die Zügel in die Hand, was sowohl Vor- als auch Nachteile bietet.

Fast jeder Hersteller hat sie: Hersteller-Oberflächen wie hier etwa HTC Sense. In Android Wear, Android Auto und Android TV wird damit aber Schluss sein.

Fast jeder Hersteller hat sie: Hersteller-Oberflächen wie hier etwa HTC Sense. In Android Wear, Android Auto und Android TV wird damit aber Schluss sein.

Vor- und Nachteile

Nicht von der Hand zu weisen ist etwa die Tatsache, dass Nutzern damit eine einheitliche User Experience geboten wird, egal von welchem Hersteller nun ihre Smartwatch, ihr Smart TV oder ihr Smart Car kommt. Auch die Software-Updates sollten damit viel leichter vonstatten gehen, schließlich sind es meist die eigenen Hersteller-Oberflächen, die die zügige Auslieferung neuer Android-Versionen verhindern. Andererseits nimmt Google Kunden mit dieser Einschränkung auch die Wahlmöglichkeit, für die die Android-Welt bisher bekannt war. Geschmäcker sind aber nun mal verschieden: Mach einer mag die schlanke und schnörkellose Oberfläche von Stock-Android, ein anderer das flache Design von HTC Sense und wieder jemand anderes die poppigen Farben und den großen Funktionsumfang von Samsungs TouchWiz.

Samsung Gear Live nur eine Konzession an Google?

Überraschend ist hier auch die Tatsache, dass die Hersteller sich die Anpassung der Oberfläche so leicht nehmen lassen – immerhin boten andersartige Android-Skins in der Vergangenheit immer noch die beste Möglichkeit, sich von der Konkurrenz abzuheben. Vor allem Samsung dürfte sich mit diesem Strategie-Schwenk Googles kaum auf Dauer zufrieden geben, haben die Südkoreaner doch mit TouchWiz fast schon eine Art eigene Marke aufgebaut, die vielen unwissenden Nutzern näher und bekannter als Android selbst ist.

Dass Samsung mit der Gear Live nun eine Smartwatch auf Basis von Android Wear vorgestellt hat, so munkeln Brancheninsider, sei demnach auch nur eine Konzession an Google: Wie hätte es denn ausgesehen, wenn Samsung – unangefochtene Nummer 1 der Android-Hersteller –  keine Smartwatch zum Start von Android Wear parat hätte? In der Samsung-Chefetage scheint aber immer noch Tizen das Smartwatch-OS der Wahl zu sein, was auch gut an der Gear Live selbst zu erkennen ist, die augenscheinlich bloß Abklatsch der Gear 2 Neo mit daraufgepacktem Android Wear ist.

Was meint ihr zum Vorgehen Googles: Gut oder schlecht? 

Quelle: Ars Technica (via Android Next)

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