Galileo-LawinenFon macht das Smartphone zum Lawinenpiepser

Martin Reitbauer 4. Februar 2014 0 Kommentar(e)

Jedes Jahr kommen in den europäischen Alpen etwa hundert Menschen durch Lawinenabgänge zu Tode – hundert zu viele. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) haben nun eine Smartphone-App entwickelt, die im Zusammenspiel mit einer zusätzlich angeschlossenen Hardware-Einheit den kostspieligen „Lawinenpiepser“ ersetzen und diesen in Funktionsumfang und Genauigkeit sogar übertreffen soll.

Galileo LawinenFon

Bei einem Lawinenabgang verschüttet zu werden zählt – neben zu schwachem Jagertee auf der Hütte – sicher zu den schlimmsten Albträumen des Skifahrers oder Tourengehers. Schon nach 15 Minuten sinken die statistischen Überlebenschancen unter der schweren Schneelast drastisch. Wer ein LVS-Gerät (vulgo Lawinenpiepser) dabei hat, erleichtert den Rettungskräften oder Mitgliedern seiner Tourengruppe die Suche im Ernstfall beträchtlich. Solche Geräte spielen jedoch zur Mehrzahl in einer Preisklasse nördlich von €250 – trotz des Sicherheitsgewinns für viele ein Grund, von der Anschaffung abzusehen.

galileo-lawinenfon

Foto: iml.fraunhofer.de

Hier setzt das Galileo-LawinenFon an. Eine u.a. mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie neu entwickelte Smartphone-App übernimmt die Auswertung der Daten einer angeschlossenen Hardware-Einheit – des Galileo SmartLVS. Diese arbeitet nicht nur mit Funkpeilung wie herkömmliche Lawinenpiepser, sondern auch mit den Satellitennavigationssystemen GPS, GLONASS und, wie der Name schon sagt, dem europäischen Satellitendienst Galileo, der ab 2018 im Vollumfang bereitstehen soll. Die App errechnet aus den Daten der verschiedenen Sensoren ein 3D-Modell, das es erlaubt, einen Verschütteten innerhalb von Sekunden zu orten.

Wie ein herkömmliches LVS-Gerät verfügt Galileo-LawinenFon über einen Sende- und Empfangsmodus, kann also sowohl zum Suchen verschütteter Sportsfreunde zum Einsatz kommen, als auch dazu dienen, selbst gefunden zu werden.

Erste Tests und Vorführungen im Berchtesgadenerland verliefen äußerst erfolgreich. Für Konsumenten soll das System in zwei bis drei Jahren verfügbar sein.

Quelle: pressetext.com, lawinenfon.eu, gizmag.com

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen
pic_MR_klein

Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

Facebook Profil Google+ Profil Xing Profil

Kennst du schon unsere Magazine?

Alle Magazine anzeigen