Im Test: Moto G5 & Moto G5 Plus

Martin Reitbauer 3. Juli 2017 Kommentare deaktiviert für Im Test: Moto G5 & Moto G5 Plus Kommentar(e)

Mit der diesjährigen Neuauflage des vormaligen „Volks-Smartphones“ will Lenovo die Moto G-Serie zu  alter Größe führen. Die Displays schrumpfen, die Preise sinken und die Ausstattung wird  (etwas) großzügiger. Auf der Minus-Seite stehen der knappe Speicher und der alte Micro-USB-Anschluss.

Moto-G5---G5-Plus

Moto G – der Name bedeutet für langjährige Android-Fans drei Dinge: Günstiger Preis, aktuelle Software und, naja, tragbar Hardware-Ausstattung. Über die letzten Jahre hat die G-Serie aber einiges an Glanz verloren. Die Preise stiegen von Generation zu Generation, die Software-Updates kamen unter der dem neuen Motorola-Eigentümer Lenovo nicht mehr ganz so schnell wie noch zu jenen Zeiten, als Google dort noch das Ruder führte. Dennoch ist das Moto G bei Lenovo nach wie vor der Handy-Bestseller.

Zwei Mal G

Wie schon im Vorjahr kommt das Moto G auch in der Ausgabe von 2017 in zwei Varianten daher: Dieses Mal ist es ein schlichtes G5 und ein G5 Plus. Das reguläre G5 ist deutlich kleiner als sein Vorgänger G4, die Bildschirmdiagonale beträgt nur mehr 5,0 statt 5,5 Zoll. Die Auflösung des LCD-Displays ist mit Full HD gleich geblieben, die Pixeldichte steigt entsprechend auf scharfe 441 ppi. Auch beim Plus-Modell ist das Display jetzt etwas kleiner: Hier sind es 5,2 statt 5,5 Zoll. Sehr erfreulich: Das G5 ist mit 199 Euro nun deutlich billiger zu haben. Für den Vorgänger G4 musste man noch 249 Euro löhnen. Beim besser ausgestatteten G5 Plus bleibt der Preis gleich (UVP: 299 Euro).

„Metallgehäuse“, Tausch-Akku

Eine Neuigkeit gibt es bei den verwendeten Materialien. Bestanden die Vorgängermodelle noch beinahe ausschließlich aus Kunststoff, stecken die Geräte von 2017 in Gehäusen, die zum Teil aus Metall bestehen. Konkret ist es die rückseitige Abdeckung, die aus Aluminium gefertigt ist. Es handelt sich also um kein „Unibody“-Gehäuse aus einem Guss, wie man das etwa vom iPhone kennt. Der Übergang vom lackierten Metall zum gleichfarbigen Kunststoff ist auf der Rückseite deutlich erkennbar – hübsch anzusehen sind G5 und G5 Plus damit nicht gerade. Immerhin hat die Bauweise aber den Vorteil, dass der Deckel beim „kleinen“ G5 abnehmbar bleibt. Und hier kommt die nächste große Neuerung: Anders als noch bei den Vorgängern G bis G4 ist der hinter der Abdeckung sitzende Akku nicht fest verbaut, sondern einfach vom Nutzer zu tauschen. Im Fall des G5 Plus ist dagegen weder der Deckel abnehmbar, noch der Akku zu wechseln. Dafür ist der Energiespeicher hier etwas größer (3.000 mAh statt 2.800 mAh). Bei den Laufzeiten liegen beide Varianten des G5 im guten Mittelfeld – die Vorgänger G4 und G4 Plus hielten im Betrieb aber etwas länger durch. Über eine Schnellade-Funktion („Turbo Charge“) verfügt nur das Plus-Modell. Das kleine G5 ließ sich im Test auch mit einem Quick Charge-Ladegerät aus dem Zubehörhandel nicht schneller laden.

Fingerabdrucksensor für alle

An der unteren Vorderseite prangt nun bei beiden Varianten ein Fingerabdrucksensor. In der letzten Generation war dieser dem G4 Plus vorbehalten. Der Sensor erwies sich im Test als sehr zuverlässig und reaktionsschnell. Außerdem dient er nicht nur zum Entsperren sondern macht (wenn der Nutzer dabei etwas Übung hat) auch die Navigation einfacher: Eine Wischgeste ersetzt die Zurück-Taste, eine andere bringt die App-Übersicht zum Vorschein. Dazu kommen die aus früheren Zeiten bekannten „Moto Actions“: Bewegungen des Smartphones (drehen, schütteln..) aktivieren z.B. die Taschenlampe oder öffnen die Kamera.

Snapdragon 625 vs. 430

Die Hardwareausstattung von G5 und G5 Plus unterscheidet sich allen voran im System-Chip und dem darin enthaltenen Prozessor. Beim kleinen Modell ist Qualcomms Snapdragon 430 verbaut, dessen acht Kerne mit 1,4 GHz getaktet sind. Beim Plus-Modell ist es der Snapdragon 625 mit 8 Kernen und je 2 GHz Taktrate. Die Höchstgeschwindigkeiten bei der Datenübertagung im LTE-Mobilfunknetz liegen bei 150 (G5) bzw. 300 Mbit pro Sekunde (G5 Plus). Viele Handytarife beschränken die Geschwindigkeit aber ohnehin auf maximal 50 MBit. Das schnelle WLAN ac fürs Wohnzimmer beherrschen die beiden Moto G zwar nicht, immerhin aber WLAN n im 5 GHz-Band, was in vielen Situationen beinahe genauso schnell ist – vorausgesetzt, auch der WLAN-Router ist 5 GHz-fähig.

G5 Plus mit besserer Kamera

Die Knipse des G5 Plus wird als „die fortschrittlichste 12 MP-Kamera ihrer Klasse“ angepriesen. Anders als das kleine G5 verfügt sie über einen „Dual Pixel“-Autofokus, wie er auch in Samsungs Galaxy S-Reihe zum Einsatz kommt. Dadurch werden Foto-Motive (besonders, wenn sie in Bewegung sind) teils deutlich schneller scharf gestellt. Hervorzuheben ist außerdem die große Blendenöffnung des Objektivs, das mit f/1,7 sehr lichtstark ist und bei schlechtem Licht bessere Fotos zustande bringt.

Zubehör

Motorola TurboPower™ 15 KFZ-Ladegerät
Originalzubehör ist bei Lenovo / Moto nur sehr wenig erhältlich. Immerhin ist aber ein Adapter mit der Quick Charge-Technologie im Angebot, der den Smartphone-Akku deutlich schneller befüllt. Der „TurboPower 15“ punktet mit recht geringen Abmessungen, hat aber auch seinen Preis. Im Online-Zubehörhandel finden sich bei Bedarf günstige Alternativen, die nicht weniger leistungsfähig sind – etwa von den Herstellern Anker oder Aukey.

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Preis: 29,90 /  bit.ly/1TSwVFl

Olixar FlexiShield Motorola Moto G5 Gel Hülle
Die Auswahl an passenden Hüllen war für das Moto G5 und G5 Plus zu Redaktionsschluss noch sehr bescheiden – der Hersteller Olixar hatte aber schon ein Modell im Programm, das perfekt für beide Gerät passt. Der flexible TPU-Kunststoff ist nur wenige Millimeter dick, liegt eng an und reicht bis über die vorderen Kanten. So verkratzt das Display auch dann nicht, wenn das G5 mit dem Glas nach unten abgelegt wird. Das Material ist semi-transparent und rutschfest.

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Preis: 7,49 Euro / bit.ly/G5huelle

Im Detail

Kamera
Ein Punkt, in dem sich G5 und G5 Plus unterscheiden, ist die Kamera: Beim kleinen Modell ist es eine simple 13 MP-Knipse, jene des Plus hat eine große Blendenöffnung, stellt schneller scharf und filmt in 4K.

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Fingerabdrucksensor
Beim G4 noch ein Premium-Feature für das teurere Modell, beim G5 schon in der Grundausstattung enthalten: Ein Fingerabdrucksensor an der Vorderseite. Die Form ist diesmal nicht eckig sondern oval.

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Positiv: Niedriger Kaufpreis (insbesondere beim „kleinen“ G5). Relativ gute Kameras. Fingerabdrucksensor und helle Displays.

Negativ: Die verwendeten Materialien muten billig an und das Design ist kein Hingucker. Der Ladestecker ist vom alten Typ Micro-USB. Kein WLAN ac.

Moto-G5note

Moto G5 Plusnote

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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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