LiveMap: Android-Motorradhelm mit AR-Funktionen

Redaktion 24. Juni 2013 4 Kommentar(e)

Augmented Reality ist vor allem seit Google Glass in aller Munde. Die Brille soll dabei unter anderem für Navigationslösungen zum Einsatz kommen. Die Einzigen, die sprichwörtlich in die Röhre schauen, sind Helmträger, da die Sprachsteuerung und -ausgabe an ihre Grenzen stößt. Abhilfe soll nun ein speziell entwickelter Motorradhelm schaffen, der Daten direkt an das Visier projiziert.

Soll Motorradfahrern den Weg weisen: Der AR-Helm LiveMap. (Grafik: Indiegogo)

Soll Motorradfahrern den Weg weisen: Der AR-Helm LiveMap. (Grafik: Indiegogo)

Das Crowdfunding-Projekt richtet sich vor allem an Tourenfahrer, die nicht andauernd ihre physische Karte herauskramen oder auf das GPS-Gerät schauen wollen. Prinzipiell funktioniert das System wie ein herkömmlicher Projektor, der allerdings anstatt der Leinwand das Visier als Projektionsfläche verwendet. Aufgrund der weitgehend transparenten Anzeige bleibt der Blick stehts auf der Straße. Navigationselemente werden so – anders als bei Google Glass – direkt ins Blickfeld eingeblendet. Ob diese Maßnahme ausnahmslos sinnvoll ist, dürfte fraglich sein, leidet doch darunter maßgeblich das eigene Sichtfeld.

Zeigt stets den richtigen Weg: LiveMap. (Foto: Indiegogo)

Zeigt stets den richtigen Weg: LiveMap. (Foto: Indiegogo)

Doch was bietet der Helm noch? Für eine ansprechende Akkulaufzeit sollen zwei 3.000 mAh-starke Akkus sorgen. Weiterhin setzt man auf eine Sprachsteuerung und Stereo-Kopfhörern. Ein Lichtsensor im vorderen Bereich des Helmes soll eine angenehme Konstrastierung sicher stellen. Zusätzliche Gimmicks sind unter anderem ein G-Sensor, ein Gyroskop und ein digitaler Kompass für das Tracking der Kopfbewegungen. Wer allerdings hofft ähnlich wie in Google Glass Videos anschauen oder Spiele zocken zu können muss enttäuscht werden. Die Entwickler setzen zwar auf eine Android-Plattform verzichten aber aufgrund der Sicherheit auf zusätzliche, ablenkende Apps.

Auch der Weg zum nächsten Schnellrestaurant wird angezeigt. (Foto: Indiegogo)

Auch der Weg zum nächsten Schnellrestaurant wird angezeigt. (Foto: Indiegogo)

Bis zum 12 Juli läuft das Crowdfunding-Projekt über Indiegogo. Die Erfinder wollen insgesamt 150.000 US-Dollar sammeln. Eine stramme Summe, die allerding recht schnell beisammen sein sollte. Neben privaten Sponsoren bekommen die Entwickler auch Unterstützung vom russischen Wissenschaftsministerium, der russischen Industrie und diversen Vereinigungen. Ziel der Initiatoren ist es, im Jahre 2014 ein entsprechendes Produkt auf dem amerikanischen Markt zu veröffentlichen. 2015 sollen Kunden auf europäischen Märkten Zugang zum AR-Helm erhalten. Bleibt noch die Frage nach dem Preis. Nach jetzigem Stand soll ein Exemplar rund 2.000 US-Dollar kosten. Ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass übliche Navigationsgeräte unter 100 Euro zu erwerben sind.

Würdet ihr euch einen solchen AR-Helm zulegen?

Quelle: Indiegogo via go2android

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