Erstes Gesetz für Kill-Switch von mobilen Geräten in Minnesota unterzeichnet

Daniel Kuhn 15. Mai 2014 0 Kommentar(e)

Smartphone-Diebstahl ist ein stetig wachsendes Problem, aus dem Grund haben sich in den USA Provider und Hersteller darauf geeinigt, einen Killswitch verbindlich einzuführen. Minnesota ist nun der erste Bundesstaat, der diesen Beschluss im Gesetz verankert.
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Minnesota-Killswitch-Unterzeichnung

In den USA ist es ab dem 1. Juli 2015 illegal, ein Smartphone ohne sogenannten Killswitch anzubieten. Darauf hatten sich die US-Provider und die Smartphone-Hersteller auf Drängen der Regierung bereits geeinigt. Demnach müssen neue Smartphones über einen Diebstahlschutz verfügen, der es ermöglicht, das Gerät aus der Ferne zu sperren und die Daten zu löschen, damit die wertvollen kleinen Taschencomputer für Diebe uninteressant werden.

Damit dieser Killswitch auch wirklich verbindlich ist, muss er allerdings noch in die Gesetze der einzelnen Bundesstaaten geschrieben werden. Minnesota hat diesen Schritt nun überraschen als erster gemacht, Gouverneur Mark Dayton hat das Gesetz gestern unterzeichnet – überraschend deswegen, weil eigentlich damit gerechnet wurde, dass Kalifornien die Vorreiterrolle übernimmt.

Dass schnell aber nicht immer auch gut bedeutet zeigt die Kritik an dem Gesetz. Dieses schreibt nämlich komischerweise nicht vor, dass Smartphones mit einen ‚Killswitch‘ ausgestattet sein müssen, sondern es reicht, wenn diese Anti-Diebstahl-Funktionalität besitzen, oder zumindest die Möglichkeit besteht, diese herunterzuladen. Was genau Anti-Diebstahl-Funktionalität bedeutet, oder welchen Schutz die Software bieten muss spezifiziert der Gesetzestext nicht näher, wodurch er etwas mit der heißen Nadel gestrickt wirkt. Vielmehr spielt man den Ball nun der Industrie zurück, die bis Januar 2015 Zeit haben zu erklären, wie genau Anti-Diebstahl-Software helfen soll.

Das Gesetz schränkt zudem massiv den Handel mit gebrauchten Smartphones ein. So wird es mit Inkrafttreten illegal, gebrauchte Smartphones gegen Bargeld zu erwerben, oder sich nicht an die neuen Vorgaben zur Speicherung der Transaktions- und Smartphone-Daten zu halten. Händler, die sich auf gebrauchte Smartphones spezialisiert haben, müssen zudem Überwachungskameras aufstellen und die Fahrlizenznummer des Besitzers beim Ankauf eines Gerätes aufnehmen.

Die CTIA Wireless Association hat dagegen schon des Öfteren Kritik an den anstehenden Gesetzen geäußert – nach Ansicht des Verbandes seien diese unnötig, da es ein großes Angebot derartiger Software bereits gibt und zudem auch eine Datanbank gestohlener Smartphones aufgebaut wurde.

Quelle: Governor Mark Dayton (via The Verge)

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