EU-Kommission: Aus Free2Play wird 2Play, Irreführung soll verschwinden

Redaktion 2. März 2014 1 Kommentar(e)

Free2Play im Visier: Die EU-Kommission will die irreführende Bezeichnung „Free“ aus Spielen verbannen, bei denen zwar der Zugang zum Spiel kostenlos ist, aber teure Zusatzinhalte bezahlt werden müssen. Das Ende von Spielen wie Dungeon Keeper und Co.? 

Während die klassische Gaming-Industrie mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat, boomt aktuell das Free2Play-Geschäftsmodell. Nutzer mit dem kostenlosen Zugang zu locken, um ihnen später mit teuren Zusatzinhalten das Geld aus der Tasche zu ziehen, soll es nach Willen der EU-Kommission bald aber nicht mehr geben. Dazu hat die Brüsseler Behörde Gespräche mit Videospiel-Unternehmen aufgenommen, um die irreführende Bezeichnung „Free“ aus Spielen zu verbannen, wenn diese zum Kauf von Zusatzinhalten verleiten.

Gespräche mit der Branche

„Verbraucher und insbesondere Kinder brauchen einen besseren Schutz vor unerwarteten Kosten durch In-App-Käufe“, erklärte der für Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar Neven Mimica via Pressemitteilung. So soll mit der Branche diskutiert werden, „wie sich dieses Problem lösen lässt, das nicht nur finanzielle Schäden für Verbraucher verursacht, sondern auch die Glaubwürdigkeit dieses vielversprechenden Markts in Frage stellt. Konkrete – und rasche – Lösungen werden allen Seiten zugute kommen“, schreibt Mimica weiter.

 

Ist mit der Bezeichnung "Free2Play" bald Schluss? Die EU-Kommission will irreführende Bezeichnungen aus Spielen verbannen. (Bild: Wikipedia/Amio Cajander)

Ist mit der Bezeichnung „Free2Play“ bald Schluss? Die EU-Kommission will irreführende Bezeichnungen aus Spielen verbannen. (Bild: Wikipedia/Amio Cajander)

Dazu hat die EU-Kommission am vergangenen Donnerstag und Freitag zu einer Konferenz geladen, die durch zahlreiche Konsumentenbeschwerden inspiriert wurde. Ziel war es, sich mit Branchenvertretern über einen besseren Verbraucherschutz im Free2Play-Sektor zu verständigen.

Ganzer Forderungskatalog

Dabei hat die EU-Kommission einen ganzen Forderungskatalog an die Gaming-Industrie aufgestellt:

  • Bei Spielen, die als „kostenlos“ angepriesen werden, dürfen Verbraucher nicht hinsichtlich der wahren Kosten irregeführt werden
  • Spiele dürfen Kinder nicht direkt dazu verleiten, Produkte zu kaufen, oder einen Erwachsenen dazu zu bringen, diese für sie zu kaufen
  • Verbraucher sollten über Zahlungsmodalitäten angemessen informiert werden und Zahlungen sollten ohne ausdrückliches Einverständnis des Verbrauchers nicht per Voreinstellung automatisch abgebucht werden
  • Händler sollten eine E-Mail-Adresse angeben, so dass Verbraucher sie bei Fragen oder Beschwerden kontaktieren können

„Oft ist den Verbrauchern gar nicht bewusst, dass sie etwas bezahlen, weil ihre Kreditkarte automatisch belastet wird. Kinder sind besonders anfällig für Spiele, die sie zwar kostenlos herunterladen, aber nicht kostenlos nutzen können“, schreibt die Europäische Kommission in ihrem Statement. Damit die App-Wirtschaft ihr Potential weiter voll ausschöpfen und innovativ sein könne, „müssen die Verbraucher Vertrauen in die Produkte haben.“

Wachstumsmarkt

Rund 80 Prozent der Einnahmen, geschätzt über 10 Milliarden Euro, stammen laut EU-Kommission von Käufen innerhalb einer Anwendung, also In-App-Käufe. Diese Aussagen stützen sich auf Daten von Distimo, einer unabhängigen Plattform zur App-Analyse. Aktuell sind über eine Millionen Menschen in Europa im App-Sektor tätig, bis 2019 soll der Umsatz auf 63 Milliarden Euro steigen. Ein Wachstumsmarkt also, den die EU hier regulieren will.

Wie ist eure Meinung zum Thema: Soll die EU hier eingreifen oder gibt es nichts wichtigeres zu tun in Europa? 

Quelle: EU (via der Standard, WinFuture)

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