18-jährige erfindet Super-Akku, mit dessen Technologie sich Smartphones in 20 Sekunden laden lassen

Tam Hanna 21. Mai 2013 7 Kommentar(e)

Die Ladezeit klassischer Akkus ist lang – das liegt unter anderem daran, dass die dabei ablaufenden chemischen Prozesse Wärme produzieren. In Amerika macht derzeit eine dubiose Technologie die Runde, die das Aufladen beschleunigen möchte.

Eesha Khare – die 18-jährige Dame ist die Gewinnerin des Your Scientist Awards auf der Intel International Science and Engineering Fair – möchte die Ladezeit von Handies auf 20 Sekunden reduzieren. Dazu setzt sie auf Superkondensatoren – kurz gesagt handelt es sich dabei um einen Elektrolytkondensator mit wesentlich höherer Kapazität.

Ein Gold Cap - er ist seit Jahren kommerziell erhältlich (Bildquelle: Wikipedia)

Ein Gold Cap – er ist seit Jahren kommerziell erhältlich (Bildquelle: Wikipedia)

Diese Bauteile sind in der Elektronik seit Jahrzehnten bekannt und populär – schon PDAs wie der Palm m100 nutzten sie als Energiequelle. Allerdings – das ist der Knackpunkt – war der Gold Cap im m100 nur zur Erhaltung des Speichers während eines Batteriewechsels vorgesehen.

Gold Caps sind für diese Aufgabe ideal, da sie sehr starke Ströme bereitstellen können, ihnen Tiefenentladung egal ist und sie außerdem so gut wie ewig leben. Leider ist die Energiedichte von Superkondensatoren sehr gering: das Speichern einer gewissen Energiemenge in einem Gold Cap braucht wesentlich mehr Platz als in einem herkömmlichen Akkumulator.

Offensichtlich ist Khare mit ihrer Technik noch nicht sonderbar weit. Laut NBC nutzt sie ihren Super-Capacitor derzeit, um eine LED mit Strom zu versorgen – dieses Bauteil ist (in der Regel) so sparsam, dass es sich auch aus einem normalen Elko problemlos versorgen lässt.

Theoretisch wäre es möglich, dass die Dame auf einer bahnbrechenden Entwicklung zur Kapazitätssteigerung sitzt. Allerdings ist das sehr unwahrscheinlich – hätte Sie etwas derartiges erfunden, so würde die gesamte Mikroelektronikwelt hinter ihr herjagen und sie 24/7 um eine Lizenz belagern.

Hinreichend bekannt ist auch, wie derartige „Innovationswettbewerbe“ ablaufen. Sie werden von Seiten der Hersteller häufig dazu genutzt, um „nicht massenmarkttaugliche“ Technologien zu fördern und/oder der Lieblingsuniversität Geld zuzuschanzen. Samsung ist eines der wenigen Unternehmen, das reale Kriterien stellt – da dabei „uninteressante Produkte“ gewinnen, ist die Medienaufmerksamkeit oft eher gering.

Die praktische Relevanz für den Mobilcomputermarkt ist meiner Auffassung nach minimal. Seht ihr das anders? Oder liegen wir ganz auf einer Linie? Eure Meinung ist im Kommentarbereich gefragt…

Quelle: NBC

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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