LTE: Speed-Revolution mit Schwächen

lukas 28. Februar 2012 0 Kommentar(e)

LTE und seine Problemchen

Alle derzeit verfügbaren oder angekündigten 4G-LTE-Smartphones müssen bei einem Anruf auf 2G oder 3G wechseln („Circuit Switched Fallback“), da sie im 4G-Netz nur im „Data Only“-Modus arbeiten. Oder einfacher ausgedrückt: Über LTE kann (derzeit) nicht telefoniert werden, da die Technik ausschließlich auf Datenverkehr ausgelegt ist.

„Circuit Switched Fallback“: LTE-Smartphones wechseln bei Telefonaten in den GSM/UMTS-Modus. Das kann zu nervigen Verzögerungen führen. Grafik: 3GPP.org

Bei GSM und UMTS werden hingegen leitungsvermittelte Verbindungen aufgebaut, bei denen Telefonate eine feste Bandbreite zugewiesen bekommen, was für eine gleichbleibende Sprachqualität sorgt, egal wie belastet das Netz ist. Bei LTE werden Telefonate hingegen IP-basiert über einen paketvermittelten Datenverkehr abgewickelt, ähnlich wie bei Voice-over-IP-Diensten à la Skype. Das ist bei stationären Verbindungen über ein DSL oder Kabel kein Problem, bei mobilen Nutzern mit ständig wechselndem 4G-Empfang kann die Sprachqualität aber stark schwanken. Wie und wann diese Problematik gelöst wird, steht noch in den Sternen.

Was kommt nach LTE?

Während LTE in unseren Breiten bislang nur in einigen wenigen Testregionen verfügbar ist, steht ein Nachfolger der Technologie bereits in den Startlöchern. Auf dem Mobile World Congress 2011 in Barcelona wurde LTE-Advanced vorgestellt. Dabei handelt es sich – wie von GSM und UMTS gewohnt – um eine Erweiterung, wobei LTE erst durch diese der 4G-Definition entsprechen wird. Mit LTE-Advanced sind theoretisch 1 GBit/s Download und 500 MBit/s Upload möglich, diese Geschwindigkeiten werden im alltäglichen Einsatz aber wohl kaum erreicht werden. Bis wir diese Zahlen überprüfen können, dauert es aber noch ein wenig, denn LTE-Advanced wird erst 2013 umgesetzt werden.

Bitte warten

In der Theorie klingt LTE vielversprechend, in Bezug auf Smartphones und Tablets gibt es aber auch Schattenseiten. Laut Ed Candy, Technikchef beim Telekommunikationsunternehmen Hutchison 3G, steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen, denn alle angekündigten oder erhältlichen LTE-Smartphones müssen bei Telefonaten vom 4G- in den 2G- oder 3G-Modus wechseln, da Telefonie via LTE noch nicht möglich ist. Dadurch entstehen höhere Wartezeiten beim Verbindungsaufbau. An Smartphones, bei denen GSM/UMTS-Funkmodule gleichzeitig mit dem LTE-Modul aktiv sind, soll zwar gearbeitet werden, jedoch geht das sehr zu Lasten der Akkulaufzeit. Damit LTE-Geräte wirklich massentauglich werden, muss also zunächst Telefonie über das LTE-Netz möglich werden – was laut Ed Candy noch bis zu drei Jahren dauern kann. Bis dahin wird der 3G-Standard HSPA+ und entsprechende Geräte das höchste der Gefühle in Sachen Geschwindigkeit bleiben.

LTE Smartphones

Während in den USA bereits einige 4G-Smartphones (die jedoch auf die zu LTE in Konkurrenz stehende Mobilfunktechnik WiMAX setzen) erhältlich sind, lassen entsprechende Geräte in Europa bislang noch auf sich warten. Hier ein kleiner Überblick über Geräte, die (womöglich) in den kommenden Monaten erscheinen werden.

Im aufgemotzten Galaxy S2 ist neben einem LTE-Chip ein HD-Display mit 4,65 Zoll (1280 x 720 Pixel) verbaut. Das Gerät soll vorerst nur in Südkorea erhältlich sein.

Das Droid Bionic ist nur in den USA und dort exklusiv über den Netzanbieter Verizon erhältlich. Es ist unwahrscheinlich, dass es auch nach Europa kommen wird.

Die Spezifikationen ähneln den Konkurrenten stark. Der Unterschied ist aber, dass das Gerät auch hierzulande veröffentlicht werden wird. Wann, ist aber noch unklar.

 

Fast baugleich mit dem Sensation XE, unterstützt im Gegensatz zu diesem aber LTE. In den USA seit November erhältlich, ein Europa-Termin steht noch aus.

 

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Lukas Wenzel   Projektleiter

Lukas ist seit 2009 im CDA-Verlag tätig. Er ist als Projektleiter für die Koordination der Redaktion und der Grafikabteilung zuständig.

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