Das Meizu Pro 5 im Test

Peter Mußler 9. Januar 2016 1 Kommentar(e)

Die wohl berühmtesten Raumschiffe der SciFi-Geschichte heißen „Enterprise“ (Star Trek) und „Millenium Falcon“ (Star Wars). Letzteres wirkt nicht wie aus dem Ei gepellt, hat aber beste Komponenten verbaut und ist deshalb sehr schnell. Gilt das auch für dieses Meizu?

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Frank Sinatra hat 1964 ein bereits zehn Jahre zuvor geschriebene Titel aufgenommen und zum Welthit gemacht: „Fly me to the moon“. Am Vorabend der Mondladung und im allerorten herrschenden Weltall-Fieber war das durchaus wörtlich zu verstehen. Ein Kassette mit diesem Song befand sich sogar an Bord der Apollo 11-Kapsel.
Heute ist die Mondlandung zwar bereits ein alter Hut, aber die Faszination des Fliegens ist geblieben: Geschwindigkeit, Leichtigkeit, das Gefühl, über den Dingen zu schweben, all das ist positiv besetzt – und spürbar, wenn man das Meizu Pro 5 in die Hand nimmt. Das liegt nicht nur am Tragflächendesign und dem Leichtbauwerkstoff Aluminium, sondern auch am vorauseilenden Ruf seines ultrazackigen Prozessors und dem User-Interface mit einem sprechenden Namen: „Flyme 5.0“.

Kleiner Punkt, große Wirkung. Über diesen verschiebbaren Spot mit Joystick-Funktion lässt sich die Bedienung für eine Hand optimieren.

Kleiner Punkt, große Wirkung. Über diesen verschiebbaren Spot mit Joystick-Funktion lässt sich die Bedienung für eine Hand optimieren.

Lichtgeschwindigkeit dank Samsung-Prozessor

Das Pro 5 ist die verschärfte Version des im Juli 2015 erschienenen MX5 (nein, Meizu, nicht Mazda!): größer, schneller, besser. Kategorie: Sternenzerstörer (um „Flaggschiff-Killer“ in Star Wars-Diktion zu übertragen). Für Top-(Rechen)Leistungen sorgt der aus der S6-Reihe von Samsung bekannte (und wegen seiner Schnelligkeit gefürchete) Exynos-Chip mit 4 x 1,5 und 4 x 2,1 GHz. Da er aber nur ein Full HD- und kein 2K-Display wie beim S6 mit Informationen bedienen muss, springt sogar ein kleiner Speed-Vorsprung heraus. Das Pro 5  ist damit sogar in der Version mit 3 GB Arbeitsspeicher (erhältlich sind auch 4) das aktuell schnellste Smartphone in unserem Rankin

Schärfe dank Sony

Mit Spitzenleistungen kann auch die Kamera punkten. Dank dem 21 MP-Sensor (4:3) von Sony bildet das Handy sehr detailreich ab, ist dabei aber nicht extrem rauschanfällig. Die Farben dürften satter sein, dafür gehen Fokussierung (sowohl ein Phasenerkennung- als auch Laser-AF stehen zur Verfügung) und Auslösen sehr schnell vonstatten.
Wie bereits angesprochen, handelt es sich beim Display „nur“ um einen mit 1.920 x 1.080 Pixeln. Bei immerhin langen 5,7 Zoll Schirmdiagonale, sind das nicht mehr ganz so viele pro Fläche, wie es zunächst scheinen mag. Das Ergebnis ist noch immer gut, ein wenig heller dürfte der Bildgeber dennoch sein. Wir ziehen im Ergebnis ein Pünktchen ab.

Das sieht man nicht alle Tage: ein Spitzen- Smartphone mit erweiterbarem Speicher per SD-Karte. Im Hintergrund: die erhabene Kamera.

Das sieht man nicht alle Tage: ein Spitzen-
Smartphone mit erweiterbarem Speicher per SD-Karte. Im Hintergrund: die erhabene Kamera.

Handling & Steuerung

Im Vergleich mit Samsung S6 edge+ ist das Meizu rund zwei Millimeter breiter und länger und auch ein wenig stärker. Deutlicher wird der Unterschied im Gewicht: plus 15 Gramm (+10%), absolut 168 Gramm (immerhin 30 Gramm weniger als das vergleichbare, wenn auch mit kleinerem Display versehene iPhone 6s Plus!). Dennoch liegt das Phablet gut in der Hand und wirkt sauber verarbeitet. Das zu den Kanten hin abgerundete Displayglas ist ein fast zwingender Schritt im Fahrwasser des allgemeinen Trends hin zum sogenannten 2,5D-Design. Die zwei Kunststoffkappen auf Unter- und Oberseite des Gehäuses sind zwar zweckmäßig (besserer Empfang), werten jedoch das Telefon trotz insgesamt gelungener Gestaltung ein wenig ab.
Tolle Lösungen gibt es auf technischer Seite: Der Fingerprint-Scanner arbeitet zuverlässig, das Display erwacht auf Sprachbefehl und um dem Großformat Herr zu werden, hat Meizu seine UI mit „Smart Touch“ ausgestattet. Mithilfe dieses verschiebbaren Punktes kann man ohne Fingerverrenkungen zwischen Apps wechseln, auf den Homescreen zurückkehren oder die Schnelleinstellungen ausfahren. Kurz: Einhandbedienung wie man sie sich wünscht.

Redet es mit uns? Das Aufwecken per Sprach- steuerung funktioniert wunderbar. Danach geht‘s allerdings wie so oft chinesisch weiter.

Redet es mit uns? Das Aufwecken per Sprach-
steuerung funktioniert wunderbar. Danach geht‘s allerdings wie so oft chinesisch weiter.

Typisch Import: Software-Probleme

Was schnell auffällt: Chinesische Schriftzeichen. Das liegt an den vorinstallierten Apps. Will man neue herunterladen, scheitert man an der Nicht-Existenz der Play Store-App. Die läuft nur, wenn man das Gerät flasht. Das ist nicht einfach und löscht eventuell die an sich gute und auch Android 5.1 basierende „Flyme“-Oberfläche. Auch mit Sprachproblemen hat man zu kämpfen. Eben der Preis für „cheap speed“.

Fazit

Top-Speed, starke Kamera, luxuriöse Ausstattung, überzeugende Verarbeitung, tolle Bedienlösungen, aber eben auch erhebliche Bedienhürden durch die fernöstliche Herkunft. Wie Han Solos legendäres Raumschiff: schnell, günstig, aber man muss mit ihm umgehen können.
daumen_hoch
Schnellstes Smartphone zwischen Mars und Venus
Tolle Kamera, ­überzeugender Preis

 

daumen_runter


Nur wenige Sprachen sind erhältlich.
Der Play Store ist nur für Spezialisten zu nutzen.

 

Aktueller Preis auf Amazon:
Price Not Found
 
Android
5.1
5,7"
1920x1080
Gewicht
168 g
21 MP
5 MP
Kamera
32 GB
64 GB
Speicher
3 GB
RAM
8x
1,5/2,1 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (ac) OK Bluetooth 4.1
Abmessungen: : 156,7x78x6,5 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 5 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 3 Sterne
Design: 4 Sterne
Haptik: 4 Sterne
Kamera: 4 Sterne
Leistung:
80627
 
Grafik:
3148
 
Browser:
5977
 
Akku:
535
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 36/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.