Es sterben mehr Menschen durch Selfies als durch Haiangriffe

Hartmut Schumacher 20. Februar 2016 0 Kommentar(e)

Selfies sind ein harmloses VergnĂŒgen, könnte man annehmen. Aber dem ist nicht so. Manche Versuche, sich selbst zu knipsen, enden tödlich.

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Im Jahr 2015 sind mindestens 28 Menschen beim Knipsen von Selfies zu Tode gekommen. Angriffe von Haien dagegen haben „lediglich“ 8 Menschenleben gefordert. (Foto: Cuthugas)

Im Jahr 2015 sind mindestens 28 Menschen beim Knipsen von Selfies zu Tode gekommen. Angriffe von Haien dagegen haben „lediglich“ 8 Menschenleben gefordert. (Foto: Cuthugas)

Die grĂ¶ĂŸte Gefahr, der man beim Anfertigen eines SelbstportrĂ€tfotos ausgesetzt ist, besteht darin, sich von Passanten hĂ€mische Bemerkungen ĂŒber die eigene (vermeintliche) Selbstverliebtheit anzuhören. Das könnte man zumindest denken. In Wahrheit aber sind im Jahr 2015 mindestens 28 Menschen beim Herstellen von Selfies zu Tode gekommen – so das Datenanalyseunternehmen Priceonomics. Damit sind Selfies tödlicher als Haifische. Denn durch Angriffe von Haien sind im vergangenen Jahr „lediglich“ 8 Menschen gestorben. Sogar das Besteigen des Mount Everest ist – mit 17 Toten im Jahr 2015 – weniger gefĂ€hrlich als das Knipsen von SelbstportrĂ€tfotos.

Auch das Besteigen des Mount Everest und das Spielen von American Football sind weniger tödlich als das Anfertigen von Selfies. (Grafik: Statista)

Auch das Besteigen des Mount Everest und das Spielen von American Football sind weniger tödlich als das Anfertigen von Selfies. (Grafik: Statista)

Risikofreudige MĂ€nner

Frauen fertigen zwar wesentlich hÀufiger Selfies an als MÀnner. Dennoch sind etwa drei Viertel der Opfer von tödlichen Selfie-UnfÀllen MÀnner. Kein Wunder: Laut einer Studie der University of California gehen MÀnner generell bei FreizeitbetÀtigungen höhere Risiken ein als Frauen.

Frauen knipsen zwar wesentlich hÀufiger Selfies als MÀnner, gehen dabei jedoch weniger Risiken ein. (Foto: Percy Pants)

Frauen knipsen zwar wesentlich hÀufiger Selfies als MÀnner, gehen dabei jedoch weniger Risiken ein. (Foto: Percy Pants)

Hohe GebĂ€ude, schnelle ZĂŒge, wilde Tiere – tote Selfie-Knipser

Und welches konkret sind die Todesursachen? Ein Drittel der Selfie-Todesopfer sind aus großer Höhe herabgefallen – meist von GebĂ€uden oder FelswĂ€nden. Am zweithĂ€ufigsten ist das Ertrinken, an dritthĂ€ufigsten das Überfahrenwerden von ZĂŒgen. Weiterhin ursĂ€chlich beteiligt am Selfie-TodesfĂ€llen: Schusswaffen, Handgranaten, Flugzeuge, Autos und Tiere.

Warnung aus Russland

Die meisten Selfie-UnfĂ€lle mit Todesfolge geschehen in Indien. An zweiter Stelle folgt Russland, und an dritter Stelle stehen die USA. Folgerichtig hat das russische Innenministerium im vergangenen Jahr eine AufklĂ€rungskampagne samt BroschĂŒre gestartet, die vor den Gefahren von Selfies warnt. „Wir wollen die BĂŒrger daran erinnern, dass das Streben nach ‚Likes‘ in sozialen Netzen auf den Weg zum Tod fĂŒhren kann“, erlĂ€utert Elena Alekseeva, die stellvertretende Innenministerin.

Hier stellt eine junge Frau ein Selfie her – auf einer Veranstaltung des russischen Innenministeriums, die vor den Gefahren von Selfies warnt ... (Foto: Russisches Innenministerium)

Hier stellt eine junge Frau ein Selfie her – auf einer Veranstaltung des russischen Innenministeriums, die vor den Gefahren von Selfies warnt … (Foto: Russisches Innenministerium)

Quellen: Priceonomics, Statista, russisches Innenministerium, Society for Judgment and Decision Making

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren fĂŒr eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nĂŒtzliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person ĂŒber sich selbst.