Galaxy Note 7: Was macht Samsung mit den zurückgesendeten Phablets?

18. Oktober 2016 Kommentare deaktiviert für Galaxy Note 7: Was macht Samsung mit den zurückgesendeten Phablets? Kommentar(e)

Wie geht es nach dem Galaxy Note 7-Dilemma weiter? Samsung sieht sich mit der Schwierigkeit konfrontiert, rund 2,5 Millionen Geräte loswerden zu müssen. Das Problem: Nicht alle Bauteile lassen sich angemessen recyceln oder wiederverwenden. Für die Umwelt ein Drama, für Samsung allerdings auch.

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Überall brennt es (Bild: Android Community)

(Bild: Android Community)

Die Geschichte neigt sich einem Ende zu: Lange versuchte Samsung, das Phablet zu retten, nur um schlussendlich doch noch zu entscheiden, das Note 7 komplett einzustampfen. Ruhig wird es um das geplante Flaggschiff dennoch nicht, zu viele Fragen sind noch offen. Die dringlichste: Was macht der südkoreanische Hersteller mit den zurückgesendeten Geräten? Samsung gilt in dieser Hinsicht als recht bemüht, viele Teile anderer Modelle lassen sich wiederverwenden, der Alurahmen des Galaxy S6 soll beispielsweise zu 100 Prozent wiederverwertbar sein.

Beim Galaxy Note 7 ist das hingegen nicht so einfach. Vielerorts hieß es in den letzten Tagen, Samsung würde die Geräte „entsorgen“; gleichzusetzen mit zerlegen und ab auf die Müllhalde. Das wiederum rief die Umweltschützer auf den Plan. In jedem Smartphone sind Unmengen an seltenen Erden verbaut, rund 75 Kilogramm Rohstoffe braucht es nach Schätzungen des „Institute of Electrical and Electronics Engineers“ pro Gerät, beim Note 7 könnten es noch deutlich mehr sein. Genau diese seltenen Erden lassen sich allerdings nur schwer abbauen, gelten als äußerst kostbar und sollten dementsprechend nicht in diesem Ausmaß verschwendet werden.

Samsung kümmert sich also um das Recycling, wobei auch hier nicht alles klar ist. Laut den Kollegen von Motherboard, die sich mit einigen Spezialisten unterhalten haben, lassen sich viele Rohstoffe nicht mehr retten. Stoffe wie Indium, Kobalt oder Neodymium, allesamt schwer zu bekommen, dürften sich nicht mehr retten lassen. Darum haben sich die meisten Hersteller schon vor Jahren dazu entschlossen, alte Geräte wieder aufzubereiten und beispielsweise an Kunden in Schwellen- und Entwicklungsländern zu verkaufen. Klassisch ausschlachten, wie beispielsweise von Autos bekannt, lassen sich Smartphones nicht. Weitergeben geht beim Note 7 allerdings auch nicht, explodierende Geräte lassen sich nicht einfach aufbereiten und weiterverkaufen – ganz abgesehen von der Tatsache, dass die Teile einen Sondertransport benötigen würden.

Lösungen? Gibt es in diesem Fall wohl nicht wirklich, zumindest keine komplett zufriedenstellenden. Samsung selbst hält sich wie immer zurück, offizielle, ausufernde Erklärungen gibt es nicht. Bleibt zu hoffen, dass man aus den Fehlern lernt. Fix verbaute Akkus haben zwar ihre Vorteile, wenn sie explodieren, würde man sich aber fast wünschen, wieder auf wechselbare Batterien zu setzen. Zumindest Samsung hätte sich dann eine Menge Ärger erspart.

Quelle: Motherboard [derStandard]

 

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oliver

Oliver Janko   Redakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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