Das Samsung Galaxy J5 im androidmag Test

Peter Mußler 17. August 2017 Kommentare deaktiviert für Das Samsung Galaxy J5 im androidmag Test Kommentar(e)

Über ein Jahr ließ sich Branchenriese Samsung Zeit mit der Renovierung seiner J-Reihe. Diese markiert im aufgeräumten  Smartphone-Portfolio der Koreaner seit einiger Zeit das Einstiegsniveau. Aber Samsung wäre nicht Samsung, wenn nicht auch seine günstigen Geräte der Hauch von Klasse umwehte.

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Samsung ist unbestritten eine Premiummarke. Aber zugleich auch so etwas wie ein Vollsortimenter – es ist für jeden (Geldbeutel) etwas dabei. In einen knallharten Preiskampf wie in der Vergangenheit und vor allem im untersten Segment will man sich dennoch nicht begeben. Man könnte diese Strategie durchaus mit der von Volkswagen vergleichen: Vom kleinen Hüpfer bis zur Oberklasse-Limousine wird alles produziert, aber selbst das kompakteste Vehikel zeugt von einer gewissen Generalgüte – quasi einer „Corporate Quality“. Und die hat ihren Preis. Das Galaxy J5 ist gewissermaßen der Polo von Samsung, und den sind wir probegefahren.

Das Mittlere von dreien

Auf dem Weltmarkt führt Samsung aktuell fünf J-Modelle (J3, J5, J7, J7 Max und J7 Pro), hierzulande sind aber zunächst nur die drei ohne Namenszusatz erhältlich. Das J5 liegt mit seinem 5,2-Zoll-Bildschirm größenmäßig zwischen dem Fünfzöller J3 und dem J7 mit 5,5 Zoll Diagonale. Was das Innenleben anbelangt, ist die nahe Verwandschaft der drei Geschwister offensichtlich. Und was das Design anbelangt? Da auch. Kurzum, das J5 ist ein guter Repräsentant der überarbeiteten Serie, da seine Dimensionen weder Freunde kleiner, noch Sympathisanten großer Geräte vergrämt und die Technik sowieso vergleichbar ist.

Metallgehäuse à la iPhone

Schon der erste Eindruck beim Auspacken ist Samsung-typisch. Das Telefon wirkt höchst solide, verstärkt durch den massiven Vollalu-Mantel. So etwas gab es bei Samsung vielleicht noch nie, da auch die jüngeren Mittelklassemodelle nur mit dünnerem Metall beplankt waren und die Top-Geräte einen Glasrücken aufweisen. In früheren Jahren dominierte Kunststoff. Die Ähnlichkeit zum iPhone ist unverkennbar, was für manche Leser (und uns Tester!) schon wieder langweilig wirken mag, aber mit dem Design der Apple-Leute ist einfach ein großer Wurf gelungen, der viele Menschen anspricht. Samsung bietet eine ähnliche Optik und vor allem eine ähnliche Haptik nun für überschaubares Geld.

Stärkerer Motor, alte Speicher

Widmen wir uns nun dem Antrieb des schicken Geräts. Bisher mühte sich ein Vierkerner mit 1,2 GHz im J5 ab, die 2017er Generation beschäftigt einen hauseigenen Exynos-Prozessor mit acht Kernen und 1,6 GHz. Der vollbringt keine Wunder, aber eine ordentliche Durchschnittsleistung. Das ist vollkommen okay so. Keine Änderungen gab es beim Arbeitsspeicher, der mit 2 GB die aktuelle Einstiegsgröße aufweist. Darunter geht es eigentlich nur bei echten Budget-Phones. Gravierender empfinden wir aber die Stagnation beim internen Speicher: 16 GB sind einfach nicht genug (selbst wenn 7 GB davon zur eigenen Nutzung bereit stehen) – vor allem, wenn das Telefon sich so hochwertig anfühlt!

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Verbesserte Ausstattung

Bei den Hardware-Details gibt es ebenso Änderungen und auch Übernahmen zu vermelden. Der Homebutton – ganz klassisch nicht im Bildschirm, sondern darunter angeordnet – erkennt nun auch Fingerabdrücke. Weil der Bildschirm (übrigens AMOLED-typisch kräftige Farben, aber nicht besonders hell und in HD auch nicht hochauflösend) nicht die ganze Frontfläche annähernd bedeckt wie bei beim S8, ist die Positionierung vorne möglich. Das ist sehr komfortabel. Auch sehr schön ist die Nutzbarkeit des 5Hz-WLAN-Netzes. Außerdem wurden der Selfie-Kamera mehr Pixel spendiert. Von 5 auf 13 MP sind ein gehöriger Sprung, und die Qualität ist beeindruckend. Die Bilder wirken genauso gut wie die der ordentlichen Hauptkamera (streng vergleichen kann man das wegen des Bildwinkels und des Gesichtsfokus nicht).

Ein bisschen „old school“ ist die Micro­USB-Buchse. Das riecht nach Resteverwertung. Die Standzeiten riechen dagegen nach bewährter Samsung-Qualität: Sie sind absolut alltagstauglich.

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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