Das Xiaomi Mi Max 2 im androidmag Test

Peter Mußler 14. August 2017 Kommentare deaktiviert für Das Xiaomi Mi Max 2 im androidmag Test Kommentar(e)

In Anlehnung an den berühmtesten Burger der Welt, könnte man dieses Telefon mit voller Berechtigung auch „Big Max“ nennen, schließlich sind fast 6,5 Zoll eine echte Ansage. Den Brummer gibt es noch dazu für kleines Geld. Wo ist da der Haken? Wir haben nachgeforscht.

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Was erwarten Sie bei einem Smartphone, das relativ neu auf dem Markt ist und knappe 270 Euro kostet? Nicht nichts, das ist schon klar, aber sicher auch nicht sehr, sehr viel. Ein Full HD-Display, ja, das dürfte schon möglich sein und ein Fingerabdrucksensor ist heutzutage bereits in den unteren Preisklassen zu haben. Vielleicht noch die aktuelle Betriebssystemgeneration. Aber 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Platz für Apps, Bilder und Videos? Nein, dafür muss man schon tiefer in die Brieftasche greifen. Und WLAN ac, das gibt es sowieso nur in der gehobenen Mittelklasse und im Spitzensegment. Ein Infrarotmodul ist ja nicht einmal dort standardmäßig. Und eine Schnellladevorrichtung? Sicher, die wäre tatsächlich sinnvoll – aber auch hier gilt: Nicht für kleines Geld zu haben.
Aber stimmt das denn? Wir fragen natürlich rhetorisch, aber dennoch auch mit einem gewissen Anteil Ernsthaftigkeit. Denn Smartphones direkt aus einem der asiatischen Quellenländer – zumeist China – können in der Regel viel für das, was sie kosten. Einen Preis hat diese Ersparnis aber doch…

Der erste Eindruck

Einer dieser Preisbrecher mit den eingangs erwähnten Ausstattungsmerkmalen ist das Mi Max 2 von Xiaomi, das zunächst alleine durch seine schiere Größe aus der Masse der Smartphones herausragt. 6,44 Zoll in der Diagonale bei konventioneller Bauweise, d.h. nicht „randarm“ wie bei LG G6 oder Samsung Galaxy S8) führen zu einer Grundfläche von fast 9 x 17,4 cm. Ein Gameboy in den 80er Jahren war kleiner! Damit ist dieses Gerät das größte seiner Art, das im Jahr 2017 die Weltbühne betrat. Richtet man seinen Blick nun vom großen Ganzen auf die Details, wird die Wahlverwandtschaft zum iPhone mehr als deutlich. Die Glasscheibe über dem Display ist leicht gewölbt, das Gehäuse aus Aluminium eloxiert, dessen Ecken sanft geschwungen wie beim US-Vorbild und selbst die Einlassungen aus Kunststoff für sauberes Funktionieren der Antennen, sind genauso positioniert wie bei Apple. Das Mi Max 2 sieht einfach aus wie ein iPhone 7 auf der Streckbank. Aufgeblasen wäre falsch, denn der Xiaomi-Riese ist kaum dicker.

Gewaltiger Akku

Dafür ist der chinesische Koloss satte 73 Gramm schwerer als ein iPhone 7 (und 23 g schwerer als ein iPhone 7 Plus) und bringt immerhin noch 8 Gramm mehr auf die Waage als sein Vorgänger mit gleichgroßem Schirm. Warum? Der Akku wuchs um 450 mAh auf respekteinflößende 4.300 mAh. In Relation zur Leuchtfläche mag das wieder weniger beeindrucken, aber nach der Zeitennahme wissen wir: Dieser Sumo-Ringer hat echte Steherqualitäten. Der Akku wollte und wollte einfach nicht leer werden, was darin resultierte, dass wir einen neuen Spitzenreiter haben. „Max“ steht also nicht nur für maximalen Bildschirm (der mit 1.920 x 1.080 Pixeln angesichts der Größe gar nicht so fein auflöst), sondern auch für maximale Laufzeiten.

Adäquater Chip-Satz

Ein großer Akku alleine macht noch keine langen Laufzeiten. Grund muss also auch ein geringer Verbrauch sein. Grund hierfür wiederum dürfte der stromsparende Snapdragon 625-Prozessor mit 8 x 2 GHz sein. Auch die Kompromisslösung mit nur Full HD-Auflösung trotz beinahe tablet-großem Bildschirm ist akkuschonender als der Fokus auf maximale Schärfe.

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Kamera und Bedienprobleme

Schwachpunkt bei günstigen Geräten ist oft die Kamera. Die ist beim Mi Max 2 zwar nicht top, aber auch keine Schande. Die Bilder sind im Detail ein bisschen verschwommen, zeigen aber gute Farben und – die Kamera löst sofort aus; wenn man es darauf anlegt, dann auch bevor der Fokus seinen Dienst getan hat. Einen Punkt haben wir trotz üppiger Hardware bei der Ausstattung abgezogen: Denn echte Wermutstropfen sind nur die kleinen Software-Problemchen (s. Kasten).

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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