Das HTC One A9 im Test

Peter Mußler 29. November 2015 1 Kommentar(e)
Das HTC One A9 im Test Androidmag.de 5 5 Sterne

Richtungswechsel sind Gift in den Augen von Hardliner-Fans. HTC hat mit ­seinem jüngsten Gerät ­zumindest eine Kurs­korrektur eingeleitet. Wir sagen, warum dieser Zug den Riesen zurück auf die Erfolgsspur bringen könnte.

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Hauptkritik im Vorfeld der Markteinführung des A9: „Sieht ja aus wie ein iPhone!“ Klar, Alugehäuse, abgesetzte Antennenstreifen, planer Rücken und dazu die runden Ränder – all das zeichnet das iPhone seit Modell 6 auch aus. Im Wesentlichen sind aber nur die beidseitig entschärften Kanten auf kalifornischem Mist (wertfrei!) gewachsen. Der Rest geht durchaus auf HTC selbst zurück. Und etwas zu übernehmen, was gut ist, sollte man nicht als Anbiederung werten. Wir nehmen‘s als erstes Zeichen dafür, dass die Taiwanesen mit dem One A9 einfach einen großen Schritt Richtung Bedienkomfort gehen wollten.

Den optischen Vergleich mit dem aktuellen ­Apple-Flaggschiffprodukt muss das neue HTC nicht ­fürchten: Es ist etwas größer, aber kaum dicker, genauso schwer und ähnlich gut verarbeitet. Auch die ungenutzte Frontfläche über- und unterhalb des Schirms ist vergleichbar, bei beiden Geräten gibt es einen auf der Unterseite positionierten Lautsprecher.

Aktivierung per Fingerspitze

Ins Auge sticht die Taste unter dem Display. Sie ist kapazitiv, also unecht, fungiert aber nicht nur als Homebutton, sondern beherbergt gleichzeitig einen Fingerprint-Scanner, der sich fünf (verschiedene) Abdrücke merken kann. Diese Option geht auf das neueste Android-Betriebssystem zurück, Version 6, genannt Marshmallow. Hier ist die Erkennung der User-ID über die Fingerspitze bereits vorgesehen.

Keine echte Taste, nur ein Touch-Knopf. Doch darin verborgen ist ein gut funktionierender Fingerprint-Scanner.

Keine echte Taste, nur ein Touch-Knopf. Doch darin verborgen ist ein gut funktionierender Fingerprint-Scanner.

 

 

Hand in Hand mit der neuen Software gehen auch weitere Möglichkeiten für die Fotografie. Im Pro-­Modus kann man von Weißabgleich bis Belichtungszeit wichtige Einstellungen manuell vornehmen und sich auch entscheiden, ob das Bild im JPEG- oder RAW-Format abgespeichert werden soll. Obendrein kann man ohne Zusatz-App Zeitlupenvideos oder aber beschleunigte Clips erstellen. Ein tolles ­Gimmick! Bei den ganzen Software-Neuerungen darf man aber die Hardware nicht außer Acht lassen. HTC setzt beim A9 auf einen Sensor mit 13 Megapixeln, der über eine saphirglasgeschützte Linse mit Blende f/2.0 belichtet wird. Eine optische Bildstabilisierung schützt vor Wacklern. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die Bilder sind detailreich und deutlich besser als die mit dem M9 geschossenen. Zur Top-Liga von Samsung, LG und Motorola fehlt aber noch ein Stück.

Neue Prozessor-Generation

Ganz neu ist der Snapdragon 617-Prozessor, der im A9 zum Einsatz kommt. Mit seinen acht ­Kernen (4 x 1,5 und 4 x 1,2 GHz) und dem 2 GB großen RAM bringt er zwar keine absolute ­Spitzenleistung, aber HTC positioniert das Gerät auch unterhalb des ­großen One. Für den Alltagsnutzen bringt eine Zwei in der Speed-Note aber keine ­Nachteile. Entgegen erster Tests vor Markteinführung hat die Recheneinheit nach den ersten Updates nun aber nicht mehr mit extremer Hitzeentwicklung zu kämpfen.

Manuell Knipsen: Im Pro-Modus kann kann unter anderem Weißabgleich, Belichtungszeit und ISO-Zahl selbst festlegen. RAW geht auch.

Manuell Knipsen: Im Pro-Modus kann unter anderem Weißabgleich, Belichtungszeit und ISO-Zahl selbst festlegen. RAW geht auch.

 

Unsere 33 gemessenen Grad unter Last sind im ­Winter angenehm und im Sommer nicht störend. Weiteres Plus: LTE bietet dank des neuen ­Herzens eine (wohlgemerkt theoretische) Downloadgeschwindigkeit von 300 Mbit/s, Uploads können bis zu 100 Mbit/s bewältigt werden. Schön ist, dass mit der neuen Prozessorgeneration aber auch Quick Charge 3.0 einhergeht. Damit soll innerhalb von 30 Minuten ein Ladestand von 70% erreicht werden können.

Kein Akku-Gigant

Eine schnelle Betankung hat das Smartphone aber auch nötig. Mit einer Akkukapazität von nur 2.150 mAh (vergleichbare Telefone haben nicht selten 3.000 mAh oder mehr) verfügt das Gerät mit einem immerhin fünf Zoll großen und sehr hellen Full HD-Schirm über keine beruhigenden Reserven. Android 6 hilft zwar beim Energiemanagement, doch im Starkbetrieb hilft das nicht viel.

Eine runde Sache. Echte Kanten sind kaum vorhanden. Lediglich beim Übergang von Display-Glas und Body ist etwas zu spüren.

Eine runde Sache. Echte Kanten sind kaum vorhanden. Lediglich beim Übergang von Display-Glas und Body ist etwas zu spüren.

 

Ebenfalls ein wenig gespart wurde beim Speicher mit nur 16 GB (er lässt sich aber auf 2 TB per SD-Karte erweitern) – zumindest bei uns. Auf bestimmten ­Märkten ist auch eine Version mit 32 GB ­Volumen und ­einem 3-GB-Arbeitsspeicher erhältlich.

Fazit

Das HTC One A9 ist kein iPhone-Klon, wenn sich auch das Design an Cupertinos Goldstück orientiert. Aber selbst wenn, dann wäre das ja nicht schlecht. Die ­Kamera überzeugt, genauso der Fingerprint-Scanner, Android 6 und die Verarbeitung. Ein Manko ist der kleine Akku. Den könnte man bei kleinerem Preis besser verschmerzen.

daumen_hoch
Tolles Design, gute Ergonomie
Fingerprintscanner

 

daumen_runter

Kleiner Akku, Hoher Preis

 

 

 

HTC ONE A9 Smartphone (12,7 cm (5 Zoll), 16GB interner Speicher, Android) silber

Price: EUR 319,90

4.0 von 5 Sternen (79 customer reviews)

26 used & new available from EUR 259,00

Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 319,90
 
Android
6.0
5,0"
1920x1080
Gewicht
143 g
13 MP
4 MP
Kamera
16 GB
200 GB
Speicher
2 GB
RAM
8x
1,5 / 1,2 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n,ac) OK Bluetooth 4.1
Abmessungen: : 145,8x70,8x7,3 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 4 Sterne
Akku: 3 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 5 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
40961
 
Grafik:
933
 
Browser:
2630
 
Akku:
430
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 36/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.