Das HTC U12 Plus im Test

Christoph Lumetzberger 28. Juni 2018 Kommentare deaktiviert für Das HTC U12 Plus im Test Kommentar(e)

Mit dem U12 Plus will HTC im Segment der Flaggschiffmodelle die Konkurrenz angreifen. Das Gerät lässt uns mit gespaltener Meinung zurück.

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Bei diesem Smartphone handelt es sich um einen schicken Sechszöller, der auf den ersten Blick keine Wünsche offen lässt. Das 18:9-Display löst mit 2880 x 1440 Pixeln auf, was einer Pixeldichte von 537 ppi entspricht. Ein Manko des Gerätes ist die Display-Helligkeit. Während dies in geschlossenen Räumen kein Thema war, hatten wir bei starker Sonneneinstrahlung Probleme mit der Ablesbarkeit. Ein Snapdragon 845 beliefert das Smartphone mit der nötigen Power, während der 3.500 mAh große Akku dafür sorgt, dass dem U12 Plus nicht so schnell der Saft ausgeht. Passiert dies dennoch, lässt er sich mit dem mitgelieferten Fast-Charge-Netzteil binnen 35 Minuten zur Hälfte laden. Die gesamte Akkuladung erreichten wir nach etwa 110 Minuten. Dies ist auch nötig, erreicht das Telefon in unserem Browsertest mit nicht mal zehn Stunden Laufzeit leider keineswegs Bestwerte. Die Gaming-Performance ist hingegen in Ordnung, erst nach sechseinhalb Stunden intensiver Nutzung machte das U12 Plus schlapp. Erwähnenswert: Dieses Modell lässt sich nicht kabellos aufladen, was bereits viele Hersteller in ihren Flaggschiff-Modellen zu einer Grundvoraussetzung gemacht haben.

„Closer to the Edge“

Werksseitig läuft auf dem Telefon Android 8.0, überzogen von HTCs hauseigener Sense-Oberfläche. Ein Update auf Android P wurde bereits angekündigt. Auch eine Besonderheit von HTC ist „Edge Sense 2“, welche eine intuitive Bedienung ohne Display-Berührung bietet. Es lässt sich durch Berühren oder Drücken des Geräterahmens entweder ein Einhandmodus aktivieren oder der Mini-Launcher öffnen, der die beliebtesten Apps in den Griffradius des Daumens bringt.

Tiefer Blick ins Innere

Das Gerät liegt angesichts der Glasrückseite gut in der Hand, das Gewicht von 188 Gramm lassen das U12 Plus ebenso hochwertig wirken wie die drei Farbvarianten, in denen es ausgeliefert wird: „Titanium Black“, „Flame Red“ und „Translucent Blue“. Während die schwarze Variante optisch keine Besonderheiten aufweist, wechselt die rote Farbe beim Drehen des Gerätes charmant ihr Erscheinungsbild. Plötzlich wird aus Feuerrot beinahe Bronze. Das sieht sehr schick aus. Den ultimativen Clou hat HTC jedoch mit dem blauen Farbton gelandet. Die Rückseite ist etwas transparent und ermöglicht, einen Blick auf Akku, Kabel und Leiterbahnen zu werfen. Das geschieht jedoch so dezent, dass das Gerät trotzdem noch hochwertig wirkt. Entfernt erinnert die blaue Version des U12 Plus an den transparenten Game Boy Color aus den späten Neunzigern. Generell wirkt das Gehäuse sehr massiv und sieht hochwertig aus. Interessant ist, dass HTC auf den aktuellen Design-Zug, dass nahezu jeder Hersteller einen Notch verbaut, nicht aufspringt und das Display daher eine reine, rechteckige Form bekommt. Bei den heutigen Flaggschiff-Modellen ist das beinahe ungewohnt und so blickten wir gerne auf das Display. Einzig die Displayränder sind, gerade aufgrund der fehlenden Einkerbung am oberen Gehäuserand, doch etwas zu massiv ausgefallen.

Das Gerät ist nach IP68 zertifiziert und somit resistent gegen Staub und Wasser. Das Corning Gorilla Glass schützt das U12 Plus bestmöglich, wenngleich es sehr anfällig auf Fingerabdrücke reagiert. Die Stereo-Lautsprecher klangen auch bei ordentlicher Lautstärke sehr klar und brachten das Gehäuse erst bei 90 Prozent minimal zum Vibrieren.
Selfies mit „Tiefe“

Letzter Programmpunkt ist die Kamera, die sich keine Schnitzer leistet. Erstmals seit dem One M8 ist wieder eine Dualkamera in einem HTC-Flaggschiff verbaut und die verrichtet brav ihren Dienst. Videoaufnahmen lieferten eine sehr gute Qualität und die vier verbauten Mikrofone zeichneten mittels der „Audio Boost“-Funktion einen exzellenten Ton auf. Die Mikrofone lassen sich gezielt auf die aufzuzeichnende Tonquelle legen und eventuelle Störgeräusche werden minimiert. Im Praxistest ließ sich tatsächlich eine Verbesserung feststellen, wenngleich die Technik sicher noch in den Kinderschuhen steckt.

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