Android O wie Oreo? – Die Neuerung der kommenden Android-Version im Überblick

28. März 2017 Kommentare deaktiviert für Android O wie Oreo? – Die Neuerung der kommenden Android-Version im Überblick Kommentar(e)

Android O ist da! Diese Nachricht erreichte uns erst kurz vor Redaktionsschluss. Wir haben eine Nachtschicht eingelegt und präsentieren die wichtigsten Neuerungen.

Etwas überraschend hat Google in der vorletzten Märzwoche die neue Generation des Android-Betriebssystems vorgestellt. Mittlerweile sind wir bei „O“ angekommen, wofür der Letter stehen wird, ist aber noch geheim. Dafür ist nun offiziell bekannt, welche neuen Features sich Google für die insgesamt vierzehnte Iteration (wenn man nur die großen Updates zählt) hat einfallen lassen.

Was ist neu?

Es hat sich wieder einiges getan, deutlich mehr als bei den letzten kleineren Updates. Die Icons sind neu, die Notifications haben einen weiteren Feinschliff erhalten, die Systemeinstellungen wurden überarbeitet und etliche neue Features haben Einzug gehalten. Außerdem wurde die Akkulaufzeit weiter optimiert, Android O soll nochmal weniger Energie verbrauchen als die Vorgängerversionen. Wie bei jedem Update verspricht Google auch weitere Performanceverbesserungen, neue Maßnahmen hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre und natürlich auch noch einige kleine, speziellere Neuerungen – beispielsweise ein neues Audio-API oder die ebenfalls neue Autofill-API. Dazu dann auf den nächsten Seiten mehr.

Installation nur für Profis

Im Gegensatz zu früheren Testversionen können Sie Android O zum momentanen Zeitpunkt nicht per Drahtlos-Update über das Beta-Programm von Android installieren. Kennern der Materie soll es aber möglich sein, die Version mittels eines Factory Image auf das Smartphone zu bringen, was aber einerseits einen vollständigen Datenverlust zur Folge hat und andererseits auch nur auf einigen Nexus- und Pixel-Geräten möglich ist.

O wie Optimierungen – mehr Akku, mehr Leistung

Der Ruf nach mehr Akku ist so alt wie Android selbst. Mit der neuen Version soll die Laufzeit weiter erhöht werden – ebenso wie der Speed.

Es darf wohl einfach keine Vorstellung eines Updates zu geben, ohne den ikonischen Hinweis auf mehr Leistung und gleichzeitig längere Laufzeiten. Auch mit Android O ist das der Fall. Im Rahmen der Vorstellung wurde erklärt, dass sich die Leistungssteigerung vor allem in den fast doppelt so schnellen Benchmarks der Android Runtime zeigt – und die kümmert sich immerhin um die Ausführung aller Anwendungen. Inwieweit das korrekt ist, kann noch nicht festgestellt werden, weil die per Factory Image installierbare Testversion noch Unmengen an Bugs aufweist.

Akku soll wiederum gespart werden, indem zahlreiche Hintergrundprozesse nur mehr stark eingeschränkt oder lediglich zu bestimmten Zeiten laufen dürfen. Standard-Anwendungen wie die Telefonie-App sind davon nicht betroffen, alle anderen Anwendungen aber schon. Mehr Arbeit für die Entwickler, mehr Akku aber für die Nutzer.

Hintergrundprozesse sollen künftig in der Regel deaktiviert sein, was sich in deutlich längeren Akkulaufzeiten niederschlagen soll.

Hintergrundprozesse sollen künftig in der Regel deaktiviert sein, was sich in deutlich längeren Akkulaufzeiten niederschlagen soll.

Keine Verfolgung mehr

Google geht sogar noch einen Schritt weiter: Mit Android O wird es vielen Apps nicht mehr möglich sein, laufend auf die Standortdaten des Nutzers zuzugreifen. Vielmehr soll der Aufenhaltsort des Nutzers nur noch einige wenige Male pro Tag protokolierbar sein. Apps, die den Standort tracken sollen, müssen von den Entwicklern entsprechend angepasst werden.

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Neue Features – das ändert sich mit Android O

Natürlich spendiert Google Android O auch einige neue Funktionen. Die stellen wir nachfolgend kurz vor.

Android O hat beispielsweise einen „PiP“-Mode integriert, also einen Bild-im-Bild-Modus. Damit lässt sich zum Beispiel ein Video verkleinern und Sie können im Hintergrund mit einer anderen Anwendung arbeiten. Ebenfalls neu ist die Unterstützung weiterer Farbprofile, spezielle Apps können beispielsweise AdobeRGB einsetzen – was für den Endverbraucher allerdings eher geringe Auswirkungen hat. Das gilt auch für die neue Audio-Schnittstelle, die vor allem für Entwickler von professionellen Audio-Anwendungen interessant sein dürfte. Bei der Entwicklung war Sony maßgeblich beteiligt, weshalb auch der Audio-Codec „LDAC“ der Japaner an Bord ist.

Sicherheit und Privatsphäre

Für den Endnutzer deutlich wichtiger sind die neuen Sicherheitseinstellungen. Webinhalte sollen sicherer in Apps eingebunden werden, Sicherheitsrisiken werden durch ein sogenanntes Multiprozessmodell minimiert. Zudem soll es Unbefugten künftig nicht mehr möglich sein, von der ANDROID_ID einer App auf eine andere zu schließen. Die ID wird mit Android O für jede Anwendung separat erstellt. Und: Installationen aus unbekannten Quellen müssen mit dem Update nach jedem APK-Download manuell bestätigt werden, der Button zur generellen Freigabe verschwindet.

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Aufgehübschte Icons

„Adaptive Icons“ nennt Google die neuen digitalen App-Buttons. Das dahinter liegende Prinzip ist bereits von Drittherstellern bekannt. Mit Android O wird es möglich, sogenannte „Badges“ in die Icons zu integrieren, die beispielsweise bei der SMS-App direkt im Icon anzeigen, ob ungelesene Nachrichten vorliegen – und wenn ja, wie viele. Außerdem sind die Icons animiert. Das kennt man unter anderem von Huawei; neu installierte Apps schimmern bei der Oberfläche des chinesischen Herstellers eine Zeit lang.

Benachrichtungs-Channels

Auch die Benachrichtigungsleiste erhält eine Überarbeitung. Notifications lassen sich künftig bündeln und damit geschlossen aktivieren oder deaktivieren. Google nennt das „Channels“. Die kann jeder Nutzer nach Belieben anlegen und darin verschiedene Benachrichtigungen zusammenfassen – und eben festlegen, welcher Channel in den Notifications angezeigt werden soll und welcher momentan vielleicht nicht. Darüber hinaus gibt es eine Art Zeitmanagement-System für die Benachrichtigungen: Was aus Zeitgründen nicht gelesen werden kann, lässt sich zur Seite schieben und taucht eine vordefinierte Zeitspanne später wieder auf.

Überarbeitete Einstellungen

Ein weiterer großer Punkt betrifft das Einstellungsmenü. Das wuchs mit jeder neuen Version von Android weiter an und soll nun wieder deutlich entschlackt werden. Eine komplett überarbeitete Struktur soll dabei helfen, bestimmte Unterpunkte wieder schneller zu finden, außerdem ist unter den „großen“ Einträgen angeführt, welche Einstellungen Sie unter dem Menüpunkt finden. Das wirkt allerdings alles noch unausgegoren, ein finales Bild wird man sich wohl erst mit einer späteren Developer Preview machen können.

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Android O installieren

Wer sich schon heute Android O holen will, muss das per Factory Image machen. Das heißt aber auch, dass sich nur Experten auf dem Gebiet über die Installation trauen sollten und ein Backup vor dem Flashen unabdingbar ist.

Unter bit.ly/mini-adb finden Sie die Tools, die Sie für die Installation benötigen. Außerdem müssen Sie unter developer.android.com die passende Firmware herunterladen, also die Images für Ihr Nexus- oder Pixel-Gerät. Entpacken Sie die ZIP-Datei und kopieren Sie den Inhalt in den Installationsordner der Entwickler-Tools (in der Regel: C:\Programme/Minimal ADB and Fastboot)

USB-Debugging und OEM

Sofern nicht schon passiert, aktivieren Sie das USB-Debugging in den Einstellungen. Dazu tippen Sie sieben Mal auf den Punkt „Build Number“ im Unterpunkt „Über das Telefon“. Danach taucht der Menüpunkt „Entwickleroptionen“ auf, wo Sie das Debugging und die „OEM-Entsperrung“ aktivieren. Unter bit.ly/google-usb-treiber beziehen Sie den passenden Treiber für Ihren Windows-PC. Verbinden Sie Ihr Smartphone mit dem PC, öffnen Sie die Eingabeaufforderung und tippen Sie „adb devices“ ein. Danach tippen Sie im aufpoppenden Fenster auf „OK“ und tippen abermals „adb devices“ ein. Wer bis hierhin noch kein Backup erstellt hat, jetzt wäre der ideale Zeitpunkt dafür. Im nächsten Schritt entsperren Sie nämlich den Bootloader (und löschen alle Daten) indem Sie zuerst mittels „adb reboot-bootloader“ booten, dann „fastboot flashing unlock“ eingeben und direkt am Smartphone mit „YES“ bestätigen. Die Steuerung funktioniert im Bootloader nur mit der Lautstärkewippe und dem Powerbutton.

Wenn „Device is unlocked“ angezeigt wird, hat alles geklappt. Navigieren Sie nun in der Eingabeaufforderung in den Ordner, in dem Sie die Images von Android O hinterlegt haben und tippen Sie den Befehl „flash-all“ ein. Achtung: Trennen Sie die Verbindung jetzt auf keinen Fall. Nach dem Abschluss des Vorgangs bestätigt das Gerät mit einem „finished“ das Ende des Flashens. „fastboot reboot“ eintippen, warten bis das Smartphone neu startet und schon sind Sie fertig.

Android – eine Versionsgeschichte

Die  Android-Geschichte beginnt eigentlich mit Version 1.0 (genannt „Base“), üblicherweise startet sie aber mit der Version 1.5. Die trug nämlich als erste den Namen einer Süßigkeit („Cupcake“) . Android O wird sicherlich auch wieder nach einer Nascherei benannt, welche das sein wird, ist aber noch unklar.

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oliver

Oliver Janko   Redakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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