Apple verbannt Apps mit Belohnungen für Social Shares und Ansehen von Werbevideos

Daniel Kuhn 10. Juni 2014 0 Kommentar(e)

Apple verändert mit drastischen Mitteln den App-Entdeckungsprozess und somit die ganze App-Industrie. Apps, die Vorteile durch Teilen in Social Networks oder Ansehen von Werbevideos bieten, werden aus dem App Store verbannt.
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Ein bekanntes Szenario: Man lädt ein kostenloses Spiel runter, zockt munter vor sich hin und wenn die Leben aufgebraucht sind, erhält man die Möglichkeit Freunde auf Facebook einzuladen, einem bei dem Spiel „zu helfen“. Sobald diese dann auch anfangen das Spiel zu spielen, erhält man Zusatzleben und alle sind glücklich. Der Spieler, weil er einen kostenlosen Bonus erhalten hat und der Entwickler der App, weil nicht nur mehr Spieler seine App nutzen, sondern diese dadurch auch in den App-Stores höher rankt. Aber es gibt auch Schattenseiten – nicht nur gehen einem die ständigen Anfragen von Facebook-Freunden gehörig auf die Nerven, die Toplisten lassen sich auf diese Weise außerdem gezielt manipulieren.

Während Google hier (etwas zu) entspannt zusieht, hat Apple begonnen, gegen diese Methoden vorzugehen. TechCrunch berichtet dass immer mehr Apps von Apple zurückgewiesen werden, weil sie gegen die App-Store-Richtlinien verstoßen. Dies betrifft aber nicht nur Apps, die Vorteile durch Teilen in Social Networks, sondern auch für das Ansehen von Werbevideos für andere Apps bieten – ebenfalls eine sehr lästige Sache bei Gratis-Apps. Dabei verwehrt Apple aber nicht nur neuen Apps, die gegen die Richtlinien verstoßen, den Zugang zum App Store – auch Apps, die bereits seit längerer Zeit zur Installation bereitstanden, werden nun nachträglich abgestraft. So will das Unternehmen aus Cupertino nicht nur die Bewertungsmethoden für alle gerecht gestalten, sondern auch ein Stück weit die Macht über die Toplisten im App Store zurückgewinnen.

Damit erschüttert Apple die gesamte App-Industrie, denn vor allem die ganz großen Titel wie Candy Crush Saga verdanken ihren massiven Erfolg der tiefen Facebook-Integration. Aber nicht nur die gesamte Free2Play-Branche muss nun komplett umdenken, auch andere Gratis-Apps sind davon Betroffen. Und selbst unter Android dürften sich die Auswirkungen bemerkbar machen, auch wenn Google bisher untätig ist. Wenn große Titel allerdings auf einer Plattform nicht mehr auf Social Sharing setzten dürfen, ist es recht witzlos, dies auf der anderen noch zu tun, da viele Nutzer somit ausgeschlossen werden. Auch wenn Google also wie gewohnt recht wenig in das Geschehen im Google Play Store eingreift und in den Play Store eingereichte Apps nicht überprüft, könnten derartige Methoden nach und nach ganz von alleine aus den Android-Apps verschwinden. Wir würden dies begrüßen, noch mehr allerdings, wenn Google dies aktiv etwas vorantreiben würde.

Quelle: TechCrunch (via The Verge)

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