Digital Photography Review testet Kamera des Nexus 5

Tam Hanna 1. Dezember 2013 1 Kommentar(e)

Wer sich für Digitalkameras interessiert, kennt Digital Photography Review mit Sicherheit. Der amerikanische Nachrichtendienst bietet seinen Lesern Unmengen von sehr detaillierten Tests an.

Bisher galten Nexus-Smartphones als mieserable digitale Kameras: die geringen Preise der sehr leistungsfähigen Geräte wurden durch Einsparungen bei der Kamerahardware realisiert. Mit dem Nexus 5 möchte Google mit diesem Vorurteil aufräumen – Digital Photography Review wollte herausfinden, inwieweit das dem Suchmaschinenanbieter gelungen ist.

Die Qualität der Kamera des Nexus 5 wurde bei DPR untersucht (Bildquelle: iFixit)

Die Qualität der Kamera des Nexus 5 wurde bei DPR untersucht (Bildquelle: iFixit)

Hardwaretechnisch steht das Nexus 5 sehr gut da. Die Linse ist optisch sauber konstruiert, bei niedrigen ISOs tritt im Sensor kein unnötiges Rauschen auf. Natürlich verschlechtert sich dieser Wert bei steigender Empfindlichkeit: die bei ISO 1600 aufgezeichneten Bilder sind nur mehr für die Nutzung im Internet geeignet.

LG’s optische Bildstabilisierung OIS dürfte an klassische Systeme von Olympus und Co heranreichen. DPReview berichten von perfekt scharfen Fotos bei Belichtungszeiten von bis zu einer Achtelsekunde: das ist ein Wert, der auch bei vielen Kompaktkameras wünschenswert wäre. Selbigs gilt auch für den HDR-Modus, der sehr scharfe und kontrastreiche Bilder liefert.

Als wichtigste Schwächen identifizierten die Tester Probleme mit der Software: der Autofokus arbeitet unruhig und ungenau, die Startzeit der Kamera-Applikation ist im Vergleich mit der Konkurrenz zu lang. Als besonders ärgerlich wurde die Langsamkeit beim Aufzeichnen von Standbildern ausgemacht: das Nexus 5 gönnt sich eine halbe Sekunde „Verschnaufpause“, bevor das Bild aufgezeichnet wird.

Der LED-Blitz ist für Innenräume ausreichend hell. Leider ist es nicht ratsam, ihn zwangsweise zu aktivieren – dieser Betriebszustand verwirrt den Farbabgleich und sorgt für schlumpfblaue Aufnahmen der Umgebung.

Auch sonst erweist sich die Software stellenweise als widerborstig. Von Zeit zu Zeit ist der voreingestellte ISO-Wert schlichtweg zu hoch, was zu Detailverlusten führt – aufgrund des Fehlens eines manuellen Reglers gibt es an dieser Stelle nur wenig, was du als User zur Verbesserung der Bildqualität tun kannst.

Weitere Informationen findet ihr auf der Webseite von DPR. Die Amerikaner versprechen zudem, bald Ergebnisse ihres Standardbenchmarks nachzureichen – diese würden den Vergleich von Nexus 5 und diversen Digitalkameras erlauben:
DPR – Test des Nexus 5

Noch ist nicht klar, ob und wie Google auf dieses Testergebnis reagiert. Viele der beschriebenen Schwächen lassen sich durch ein Softwareupdate aus dem Weg räumen – wenn Google dazu denn gewillt wäre.

Seit ihr mit der Kamera eures Nexus 5 zufrieden? Kommt ihr mit dem Nexus 4 zurecht? Eure Meinung interessiert uns – bitte hinterlasst uns doch ein Kommentar…

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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