Mercedes Benz arbeitet an Navigationslösung mit Google Glass

Tam Hanna 4. August 2013 0 Kommentar(e)

Die Navigationssysteme von Fahrzeugen versagen in dem Moment, wo der Wagen geparkt ist – den Weg vom Abstellplatz zum Zielort muss der Nutzer selbst finden. Im Labor von Mercedes Benz schlummert eine Technologie, die dieses Problem beheben könnte.

Die Grundidee der Forscher ist, dass die Nutzer des Fahrzeugs die „verbleibenden Routeninformationen“ nach dem Abstellen des Wagens auf ihre Google Glass-Datenbrille übertragen bekommen. Zusätzlich hilft die Brille auch beim Rückweg zum Vehikel – die in der Vergangenheit immer wieder erfolgenden „Schnitzeljadgen“ nach vergessenen Autos würden durch diese Technik ersatzlos entfallen.

Für Kunden des Fahrzeugherstellers würde diese Technik erstmals die Door-to-Door-Navigation ermöglichen. Eine Weiterentwicklung davon wäre, dass die Brille auf Wunsch sogar „besser geeignete“ öffentliche Verkehrsmittel vorschlägt: in Zeiten von dank Inflation rapide steigenden Benzinpreisen wäre dies ein weiteres Kaufargument für die Vehikel des Herstellers.

Leider ist Google Glass dazu nur sehr subideal geeignet. Anders als klassische HUD’s im Rüstungsbereich ist die Brille aufgrund der ungünstigen Platzierung von Kamera und Display nicht zum „Überlagern“ von Informationen geeignet. In der Praxis bedeutet das, dass Glass im Sichtfeld des Nutzers befindliche Objekte nicht mit Markern anreichern kann – eine Schwäche, die von Pionieren der AR-Szene immer wieder aufs Tapet gebracht wird.

Das HUD der Mikojan-Gurjevitch MIG-21 konnte dem Kommandanten zusätzliche Informationen zu den "vor seinen Augen" befindlichen Luftfahrzeugen liefern (Bildquelle: Wikipedia Commons: MKFI)

Das HUD der Mikojan-Gurjevitch MIG-21 konnte dem Kommandanten zusätzliche Informationen zu den „vor seinen Augen“ befindlichen Luftfahrzeugen liefern (Bildquelle: Wikipedia Commons: MKFI)

Im Rahmen der Führung betonten die Experten immer wieder, dass die praktische Verfügbarkeit dieser Technologie „erst in einiger Zeit“ zu erwarten sei – als Grund dafür führte das Unternehmen an, dass das Google Glass derzeit nicht im freien Handel erhältlich ist und dass die Preise noch zu hoch seien.

Weitere Informationen und einige Abbildungen findet ihr bei BizJournal – neben der hier besprochenen Navigationslösung arbeiten die Techniker auch an einer Vielzahl anderer Gadgets. Es ist offensichtlich, dass sich der Kampf zwischen den Automobilherstellern „von der Straße weg“ verlagert: in Zukunft entscheiden auch Apps und Multimediafunktionen darüber, welches Fahrzeug als „king of the hill“ gilt.

Unsere Frage an euch ist nun, ob ihr eine Datenbrille mit den hier beschriebenen Funktionen attraktiv finden würdet. Oder sollte Google eurer Meinung nach erst richtige „HUD-Fähigkeiten“ implementieren, bevor die Brille zur Navigation taugt? Außerdem interessiert uns, wie ihr dem Trend zu „smart cars“ gegenübersteht…

Quelle: AndroidNext

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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